Käpt'n Gruselbarts Fluch - Cover (Original)
Reich der Spiele RezensionSmart Book mit Spiel – Käpt’n Gruselbarts Fluch

Smart Book mit Spiel – Käpt’n Gruselbarts Fluch

von Riemi
4 Minuten Lesedauer
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Hut, Säbel und ein kleines heruntergekommenes Schiff mit dem Namen Seewurst –  das ist dein Erbe von Kapitän Gruselbart. Deinem Großvater und Pirat. Der Rest ist Abenteuergeschichte. Denn in diesem Leseabenteuer des Autors Soeren Joensson entscheiden die Lesenden, wie die Geschichte bei Smart Book mit Spiel – Käpt’n Gruselbarts Fluch weitergeht. Eigentlich nichts Unbekanntes. Läuft nach dem Motto, wenn du das, dies oder jenes machen möchtest, „gehe zu 13“ (wie es in dem Buch heißt), oder wohin auch immer . Es folgt ein kurzer oder längerer Abschnitt, bevor es mit einer anderen Nummer weitergeht.

Smart Book mit Spiel – Käpt’n Gruselbarts Fluch: mit der App auf Kaperfahrt

Deine Aufgabe ist es, der größte Pirat der Welt zu werden. Eine Piratin kann hier im Buch anscheinend nichts werden. Pirat! Und um dieses Abenteuer ab 8 Jahren zu bestehen, muss eine App geladen werden. Ohne sie geht es nicht. Dafür hat man dann Minispiele, die zum Fortgang der Geschichte beitragen.

Zum Warmwerden muss die Seewurst (ich habe dauernd Seegurke im Kopf) geflickt werden. Das geht mit Finger-auf-das-Loch-halten, und schon schließt sich ein Kreis. Ein Brett verschließt dann das Loch. Nächstes Loch … Finger drauf … Es gibt noch andere Aufgaben im Abenteuer, die es zu erledigen gilt.

Wie spielt man Smart Book mit Spiel – Käpt`n Gruselbarts Fluch?

Zwei Sachen gibt es immer wieder: Mit Kanonen auf andere Piraten schießen und Inseln erkunden. Mit den Kanonen zu schießen, hat meinem Kind und mir am meisten Spaß gemacht. In der App würfeln, Kanonen zum Schießen links, Schatzkisten rechts. Totenköpfe bleiben liegen. Mit denen kann weitergewürfelt werden. Sind alle sechs Würfel vergeben, kommen neue Würfel. Irgendwann kommt der Punkt, an dem auf den Kanonenbutton gedrückt wird. Schuss! Ist das gegnerische Schiff besiegt, folgt eine Belohnung mit Gold. Flüche reduzieren allerdings ein wenig den Gewinn.

Auf dem Meer wird um die Inseln geschippert. Fässer mit Gold geborgen, Juju angefahren, um Flüche gegen Gold zu entfernen und Inseln erkundet. Irgendwann ist man am Ende der Geschichte und erfährt, was für eine Sorte Pirat man geworden ist. Der Größte? Vielleicht.

Käpt’n Gruselbarts Fluch oder: Schiffbruch in der App

Es macht Spaß, das Buch durchzulesen und die Aufgaben in der App zu erledigen. Der Spaß hörte aber immer wieder auf, wenn die App „abgeschmiert“ ist und man von vorne beginnen musste. Was mehrfach geschehen ist. Frustrierend war die 58, deren Bild einfach nicht von der App erkannt wurde. Es ging nicht weiter. Das war auch der Punkt, an dem mein Kind ausgestiegen ist. Ich habe dann ganz übernommen. Jetzt wurde nicht mehr gelesen, sondern nur noch geblättert.

Wieder bei der 58 angelangt. Erneut Sackgasse! Da mir nichts mehr einfiel, habe ich mich direkt unter die Wohnzimmerlampe gestellt. Das hat überraschenderweise funktioniert. Bei den anderen Bildern, die gescannt werden mussten, gab es keine Probleme.

Aber es gab noch andere Bugs, die zum Abbruch führten. Einmal ist dauernd die Seegur…, äh, -wurst, gesunken. Sie hing an einer Insel fest und ist jedes Mal beim Antippen des Bildschirms untergegangen, war wieder da, angetippt, gesunken und so weite r… Abbruch. Hier würde mich interessieren, ob andere ähnliche Erfahrungen mit der App gemacht haben.

Käpt’n Gruselbarts Fluch: Brettspiel geht immer …

Doch wir haben bei Käpt’n Gruselbarts Fluch ja noch ein Brettspiel dabei. Hier wird die Kanonengeschichte aufgegriffen. Sich mit der Figur auf ein Inselfeld bewegen, Karte ziehen, gegen einen Piraten mit Würfel kämpfen und am Ende des Zuges Kanonen verbessern. Wenn der Kanonennachziehstapel leer ist, Punkte zählen. Wer die meisten hat, gewinnt. Ist okay. Passt zum Thema.

Smart Book mit Spiel – Käpt’n Gruselbarts Fluch kann auch ohne die App gespielt werden. Das muss meiner Ansicht nach sogar gemacht werden. Denn einen Knopf auf dem Bildschirm eines Mobiltelefons zu drücken, anstatt zu würfeln, nervt. Das Spielbrett mit den Inseln ist die Buchrückseite. Wer für das Spiel verantwortlich ist, wird nicht erwähnt.

… die Technik leider nicht

Wenn die Technik mitgespielt hätte, wäre es ein interessantes Erlebnis gewesen. Ab acht Jahren ist für Kinder mit Zugang zu einem Tablet oder Mobiltelefon ok, wenn sie gut lesen können. Sonst wird, wie ich es am Ende getan habe, nur geblättert, nicht gelesen.

Das Kanonenschiffeversenkenspiel in der App hätten wir gerne später, ohne das Buch, weitergespielt. Richtig schade finde ich, dass dieses Buch immer nur von einer Person gelesen/gelöst werden kann. Hier hätte ich mir die Möglichkeit gewünscht, Spielstände von mehreren Personen abzuspeichern. Die gewollte Lösung ist wahrscheinlich, dass sich jeder der in der Familie mit einem Gerät, der die Geschichte um Gruselbart lesen und spielen möchte, die App runterladen muss. Anscheinend wird hier von einer mobilen Vollausstattung in jeder Familie ausgegangen. Am Anfang habe ich echt gedacht: coole Kombi. Jetzt gerade bin ich ernüchtert über ein Buch mit App-Unterstützung, die nicht rund lief, in einem zu großen Karton, nur weil noch ein paar Karten dabei sind.

Update des Herstellers

Käpt'n Gruselbarts Fluch - Spieleschachtel (Original)
Käpt’n Gruselbarts Fluch – Spieleschachtel (Original)

An dieser Stelle wäre die Rezension zu Ende gewesen, wenn, ja wenn es nicht zufällig einen Kontakt zu Amigo Spiele gegeben hätte. Nachdem ich meine Kritikpunkte, unter der Nennung meines Mobiltelefons weitergegeben hatte, kam die Rückmeldung: Wurde an Peasoup (dem Partnerverlag von dem Buch und Spiel) weitergegeben. Die Antwort kam sehr schnell. Die Seite 58 könnte wohl ein wenig zu dunkel sein, ein Test ergab aber keine Probleme. Man werde aber schauen, ob es mit dem Mobiltelefon/Kamera meiner Marke zusammen hängen könnte. Das Problem mit dem Strudel könnte entstehen, wenn so ein Strudel zu nah an einer Insel ist. Ein Update wird es richten.

 

Nachdem eine Zeit ins Land ging, wurde Gruselbart mehrfach ohne Probleme im Schnelldurchlauf durchgelesen/durchgespielt. Selbst das Kind war wieder an Bord. Ist schon toll wenn Technik ohne Probleme funktioniert. So macht das Buch in Kombination mit den zahlreichen Minispielen richtig Laune. Und nach wie vor, mit Kanonen auf Piratenschiffe schießen ist unser Ding. „Horay!“

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