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Starship Captains

Science-Fiction-Spiel Straship Captains Ausschnitt - Foto von CGE

„Der Weltraum – unendliche Weiten“. Wer wie ich in den 70ern aufgewachsen ist, erinnert sich wahrscheinlich an den Anfangssatz meiner Lieblingsserie Raumschiff Enterprise alias Star Trek. Seit damals bin ich Fan und liebe daher auch alles, was bei Spielen mit der Franchise zu tun hat. Als ich das Cover von Starship Captains von Peter B. Hoffgaard (Czech Games Edition) zum ersten Mal sah, erkannte ich sofort die charakteristischen Uniformen in rot, blau und gelb und glaubte zunächst, ein offizielles Star Trek-Spiel in Händen zu halten. Aber bei näherem Hinschauen entpuppte es sich als „normales“ Science-Fiction-Spiel, das aber sehr geschickt die Nähe zu Star Trek thematisiert.

Worum geht  es bei Starship Captains?

Das Spiel kommt mit viel Material und alleine die großen Raumschifftableaus sind schon ein echter Hingucker. Dazu noch ein Spielplan und drei weitere kleine Zählleisten plus ein zentrales Technologieboard und für jedes der Schiffe nochmal eins; da ist der Platz auf dem Tisch schnell ausgereizt.

Hinzu kommen zahlreiche Marker, sowie die Hauptdarsteller des Spiels: Individuell gestaltete Fähnriche in den klassischen Star Trek-Farben Rot, Blau und Gelb; Kadetten in neutralem Grau und goldene Androiden. Und natürlich unsere Miniaturraumschiffe. Diese leider aus Pappe und etwas klobig, aber wozu gibt es kreative Menschen im Internet (dazu später mehr).

Missionen ins All

Auf dem Spielplan liegen zu Beginn einige Missionskarten auf Planeten aus, die es zu erfüllen gilt. Das ist auch das vorrangige Ziel des Spiels, denn Missionen bringen Punkte. Als Captain starte ich meine Reise im Zentrum der Galaxis mit einem zu Beginn leider leicht beschädigten Raumschiff. Um die Schäden zu verdeutlichen, gibt es entsprechende Marker, die auf bestimmte Plätze im Schiff (Frachtraum) bzw. dem schiffseigenen Technikboard abgelegt werden müssen. Im Bereitschaftsraum an Deck stehen mir zu Beginn vier Crewmitglieder zur Verfügung (drei farbige Fähnriche und ein grauer Kadett) und im Pausenraum ruhen sich drei weitere Fähnriche aus.

Commander, Energie …!

Auf der Brücke des Schiffs gibt es vier Räume, die durch das farblich passende Crewmitglied aktiviert werden können. Die grauen Kadetten können nur den grauen Raum aktivieren, der der Wartung des Schiffs dient. Wird er aktiviert, darf ich einen der lästigen Schäden entfernen, die mir die benötigten Technik- und Frachtplätze blockieren.

Die Fähnriche in Rot hingegen sind für die Steuerung des Schiffs zuständig. Wird der Raum aktiviert, darf ich mein Schiff bis zu zwei Planeten weit durch die Galaxie bewegen. Aber Achtung, auf manchen Routen lungern Piraten herum, die im Vorbeiflug wieder einen Schaden verursachen. Aber für solche Fälle hat mein Schiff natürlich ein Waffensystem an Bord, wo die gelben Fähnriche eingesetzt werden.

Straship Captains bietetet sehr viel Material - Foto von CGE
Straship Captains bietetet sehr viel Material – Foto von CGE

Waffen und Forschung

Durch Aktivierung des gelben Raums darf ich einen Piraten in direkter Nähe meines aktuellen Standorts angreifen. Ich erleide auch bei diesem schweren Gefecht immer einen Schaden, erhalte dafür aber den Piraten, der als Trophäe in meinen Frachtraum wandert und am Ende Punkte bringt. Zusätzlich kapere ich aber auch seine Ladung, die aus Artefakten, Medaillen und Androiden bestehen kann. Der blaue Raum dient der Forschung. Aktiviere ich ihn, darf ich mir eine der offen ausliegenden Technologien nehmen und sie in das entsprechende Tableau meines Schiffes übernehmen oder eine dort schon vorhandene Technik nutzen. Lege ich neue Technologiekarten geschickt nebeneinander, kann ich zusätzliche Boni in Form von Reparaturen, Artefakten und Medaillen erhalten. Jeder Fähnrich darf übrigens statt einem farbigen auch den grauen Raum aktivieren.

Zwischen Replikator und Außeneinsatz

Hat ein Crewmitglied einen Raum aktiviert, begibt er sich direkt in die wohlverdiente Pause. Mein Ziel als Captain muss es also sein, meine kleine Crew optimal einzusetzen. Wahrscheinlich fliege ich zunächst eine punkteträchtige Mission an, falls sie in meiner Reichweite liegt. Sobald ich auf dem entsprechenden Planeten ankomme, gilt die Mission als reserviert und kann mir nicht mehr streitig gemacht werden.

Aber vor dem Punkteeinsammeln muss ich die Mission erstmal erfüllen. Auf jeder Karte sind ein bis drei farbige Zeilen abgebildet. Wenn ich die Mission erfüllen möchte, docke ich sie an mein Schiff an und entsende Crewmitglieder in den daneben liegenden Transporterraum. Dabei ist es zur Erfüllung nur wichtig, dass die Anzahl der Personen zur Anzahl der Zeilen auf der Karte passt. Wenn diese aber auch noch farblich passen, dann erhalte ich die Boni, die dort abgebildet sind. Die Missionskarte wandert dann in meinen Besitz und sorgt am Ende für Punkte.

Auf dem Weg vom Fähnrich zum Admiral

So fliege ich von Mission zu Mission, erledige auf dem Weg Piraten und sammle Medaillen und Artefakte. Immer zwei dieser Artefakte kann ich – sofern gleichfarbig – statt eines Crewmitglieds einsetzen, um den entsprechenden Raum zu aktivieren. Spart also das ohnehin immer knappe Personal. Zu Beginn der Runden drei und vier erhält jeder Spieler nochmal einen Kadetten zusätzlich, was ebenfalls zur Aufstockung dringend benötigter Crewmitglieder beiträgt.

Mit drei Medaillen kann ich einen Fähnrich zum Commander befördern. Die Spielfigur erhält als Zeichen des neuen Ranges einen Ring über den Sockel gestülpt und darf fortan zwei Räume aktivieren, doppelte Missionsboni kassieren oder zusätzlich zu  einem normalen Zug eines der wartenden Crewmitglieder aus dem Pausenraum holen. Lohnt sich also.

Androiden kann ich zur Erfüllung von Missionen als Joker einsetzen, für manche der Ziele sind sie sogar zwingend erforderlich. Leider muss man sich von Ihnen nach einmaligem Gebrauch auch schon wieder verabschieden, denn im Gegensatz zum menschlichen Personal dürfen sie nicht an Bord bleiben.

Macht Starship Captains Spaß?

Nach vier Runden ist das Spiel vorbei und es gewinnt der Captain mit den meisten Punkten. Anhand einer Tabelle mit witzigen Begleittexten kann man ablesen, wie prestigeträchtig der wilde Ritt durch die Galaxie gelaufen ist.

Anlehnungen an Star Trek und Co.

Überhaupt sind sowohl die komplette Regel als auch die Namen der Missionen gespickt mit witzigen Anspielungen auf Star Trek & Co. Wer Galaxy Trucker aus dem gleichen Verlag kennt, wird den Humor wiedererkennen. Die Regel ist übersichtlich und klar und behandelt jede Funktion des Schiffs ausführlich. Man muss aber schon konzentriert lesen, denn der Teufel steckt im Detail und dann spielt man (wie ich) zunächst einige Partien falsch, bevor man alle Feinheiten verstanden hat.

Vollgestopfter Weltraum

Schachtel von Straship Captains - Foto von CGE
Schachtel von Straship Captains – Foto von CGE

Ich finde allerdings, dass das Spiel zu viel auf einmal will. Neben den Missionen, dem Upgraden von Technologien und dem effizienten Einsatz der Crew gibt es auch noch drei separate Tableaus, die sogenannten Fraktionspfade, auf denen man sich per Marker vorwärtsbewegt und die zusätzliche Boni und Punkte für die Endwertung einbringen. Bei dieser Fülle von Möglichkeiten verzettelt man sich gerne und das Spiel ist mit seinen vier Runden viel zu schnell vorbei. Da eine Runde immer dann endet, wenn alle Spieler passen, kann das durch ungeschickten Personaleinsatz sehr schnell geschehen. Für mich hätte das Spiel noch gut zwei Runden zusätzlich gebrauchen können, damit man sich eine Strategie zurechtlegen kann. So wird man vom Ende oft überrumpelt und hätte doch gerne noch so viel in Angriff genommen.

Tolles Material und ein Solomodus

Material und Aufmachung sind einfach toll, die Schiffstableaus sehen wirklich aus, als kämen sie frisch aus dem Star-Trek-Universum und sind durchdacht gestaltet. Die kleinen Raumschiffe werden aus Pappe zusammengesteckt und wirken daher nicht so elegant. Aber auf Plattformen wie etsy findet man kreative Menschen, die per 3D-Druck wunderhübsche Miniaturen passend zum Spiel anbieten. Mittlerweile hat der Verlag auch selbst nachgezogen und stellt auf der Homepage selbst Anleitungen für 3D-Modelle zum Download bereit.

Abgerundet wird das Ganze durch einen guten Solomodus, der sechs besondere Passagiere an Bord bringt, die alle unterschiedliche Vorteile haben. Mir als Trekkie gefällt das Spiel gut und ich werde weiter versuchen, meinen Punktestand in die Höhe zu treiben. Vielleicht werde ich dann wie James T. Kirk auch irgendwann zum Admiral befördert.

 

Hier geht’s zur Spielanleitung: https://czechgames.com/files/rules/starship-captains-rules-de.pdf

Infos zu Starship Captains

  • Titel: Starship Captains
  • Verlag: Czech Games Edition
  • Autor: Peter B. Hoffgaard
  • Spieleranzahl (von bis): 1-4
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 12
  • Dauer in Minuten: 25-100
  • Jahrgang: 2022

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