Stickers gehören schon früh im Leben dazu. Da sammelt man die verschiedenen Bereiche und die verschiedensten Themen der kleinen Aufkleber und irgendwann liegt das alles auf dem Dachboden. Natürlich gibt es Sammlungen, die auch einmal an Wert gewinnen. Aber bei welchem Bereich fange ich da an? Ich mochte Stickers jedenfalls immer und klebte sie mir gerne immer irgendwohin. Nun bekomme ich eine neue Art von Stickers und dabei handelt es sich um ein Spiel von Bea G. Renard aus dem mir unbekannten Verlag Two Manta.
Unsere Wertung zu Stickers
Worum geht es beim Spiel Stickers?

Die Ankkündigung auf der Scachtelrückseite verspricht Großes: „Willkommen zur SWAG – der supercoolen Wegkleb Austausch Gruppe!“ Was für eine Ankündigung ist das bitte?
Klingt erst mal so gar nicht nach „meins!“. Wobei das Cover ansprechend ist, wenn es auch nicht wirklich meiner Altersgruppe entspricht. Nichts Atmosphärisches, eher so japanisches Anime, und das mag ich nicht. Aber ich soll ja das Spiel bewerten und schon der Schachtelmechanismus stimmt mich wieder positiv. Die Spieleschachtel ist so raffiniert (magnetisch) verschlossen, und beim Aufklappen ist der Spielplan gleich mit im aufgeklappten Cover integriert ist. Wir sollen laut Anleitung nun die beeindruckendste und seltenste Sammlung zusammentragen, um die größte Sticker-Legende der Galaxie zu werden.
Das sind markige Worte in der Anleitung. Worum geht es nun? In erster Linie handelt es sich um ein Legacy-Set-Collection-Spiel, da sich die Anleitung und der Spielablauf im Verlauf der Partien immer ein wenig verändert.
Spielregeln: So läuft eine Partie Stickers

Im Spiel versuchen wir, möglichst viele Karten eines Sets zu sammeln und dabei im Besitz der größten Sammlungen zu sein. Am Anfang wird der Spielplan aus der Schachtel aufgeklappt und die Setmarker zufällig verteilt. So hat jedes Set bei jedem Spiel einen anderen Wert, den es zu erobern gilt. Eine Spielhilfe wird in den Kasten gesteckt und zeigt uns Regeländerungen an. Jeder bekommt sechs Handkarten und je nach Spieleranzahl wird eine bestimmte Anzahl Karten für das Spielende zur Seite gelegt.
Sechs Karten werden unter den Spielplan gelegt und in seinem Zug darf man sich eine Karte aus dieser Auslage auf die Hand nehmen. Danach legt man eine Sammlung von gleichen Sets aus, wobei das auch nur eine Karte sein kann. Hat man nicht mehr als zwei Karten ausgespielt, darf man sich noch zwei Karten aus der Auslagen dazunehmen. Bei mindestens drei ausgespielten Karten darf man auf dem Spielplan Setmarker austauschen, danach zieht man wieder auf sechs Handkarten nach.
Wertung und Spielende bei Stickers

Das war das eigentliche Spiel bei Stickers. Natürlich sind da noch gewisse Feinheiten. So ist zum Beispiel an einigen Karten ein Sticker unten abgebildet und, wenn diese Karte unten in unserem Set liegt, bekommen wir noch Boni. Am Spielende legt jeder noch eine beliebige Karte verdeckt vor sich ab und darf am Ende noch alle auf der Hand befindlichen passenden Motive zu seinem Set dazulegen.
Je nachdem, wo der passende Setmarker auf dem Spiel liegt, dürfen wir uns Punkte gutschreiben, wenn wir denn die meisten der aufgedruckten Tiersorte besitzen. Einige Karten geben uns Zusatzpunkte für aufgedruckte Sterne im oberen Bereich der Karte.
Booster inklusive
Im Verlauf des Spiels öffnen wir immer weitere Booster und verändern so geringfügig den Spielablauf. Es kommen neue Aufkleber auf die Karten. Folgende zwei Arten von Boostern gibt es:
- Set Booster, die zufällig geöffnet werden, und
- Power Booster mit einer bestimmten Zahl, die zum bestimmten Zeitpunkt geöffnet werden.
Wir dürfen die Karten z. B. mit Sternen höherwertig bekleben, Gimmicks dazu kleben und auch Spiel verändernde Ideen. Bei jedem Sieg dürfen wir auf einem Kampagnenbogen einen Pokal aufkleben, um am Ende einen Sieger zu bestimmen.
Macht das Aufkleberspiel Stickers Spaß?

Stickers ist ein Spiel, bei dem durch das Bekleben mit neuen Aufklebern neue Boni und Kombos freigeschaltet werden. Es ist aber nicht so, dass dies unbedingt ein Vorteil für die Spieler ist, denn nach jeder Runde werden die Karten neu gemischt und neu verteilt. Da kann unsere gerade beklebte Karte natürlich ganz woanders landen. So wird unser Spiel ständig verändert und hält Überraschungen für uns bereit. Aber die Aufkleber halten nicht besonders gut auf den Karten und sind teilweise zu fuzzelig.
Der Comic-Stil gefällt mir dagegen ganz gut. Aber der Wiederspielreiz lässt nach einigen Partien zu wünschen übrig.
So viel Spaß es auch macht, mit Aufklebern das Setting zu verändern, so spielen wir doch immer den gleichen Rhythmus.
Man ist nicht bestrebt, möglichst viele Partien hintereinander zu spielen. Dazu läuft Stickers zu eintönig. Das Artwork und die Kiste sind dagegen echt cool und der Einstieg ist einfach. Auch wird mit mehr Erfahrungsleveln die Partie nicht unnötig verkompliziert.
Sind wir einmal am Ende angekommen, bleibt ein vollwertiges Spiel, das man immer mal wieder spielen kann. Aber Stickers ist nichts für die Ewigkeit, denn mit der Zeit verfliegt der Reiz der Legacy-Komponente, und das Spiel plätschert gleichförmig vor sich hin. Das ist dann zwar „ganz nett“. Aber „ganz nett“ ist nichts für die Spielsammlung, um sich dort einen dauerhaften Platz zu sichern.
Auf Dauer zu wenig Reiz, aber vorerst darf es bleiben

So bleibt mit Stickers ein Spiel, das ich anfangs gern und neugierig mitgespielt habe, dessen Reiz aber schnell verfliegt. Wobei ich denke, und dazu gehöre ich halt nicht mehr, dass Kids von 8-10 Jahren Stickers genial finden. Die Illustrationen sind eben ansprechend, die Spannung mit dem Öffnen der Booster ist gegeben und Interaktion ist auch vorhanden. Aber ich bin halt älter und somit gilt: Gespielt, für recht gut befunden und erst einmal im Regal versenkt. Denn noch bin ich nicht gewillt, es wegzugeben. Dafür ist es zu neckisch und irgendwie zu cool!

1 Kommentar
Man muss es wirklich als Spiel für Kinder sehen – und es macht den Kleinen riesigen Spaß! Spielen es gerade mit unserer 8jährigen Tochter und sie freut sich drauf, alle paar Tage wieder eine Runde weiterzuspielen.
Denn – über die sich in den Grundzügen wiederholenden Partien, die in jedem Zug zu treffenden Entscheidungen, und das sich weiterentwickelnde Regelwerk ist es halt doch jedes Mal ein anderes Spiel, über das Mischen der Karten hinaus.
Und am Ende beherrscht ein Kind dann ein (für das Alter) relativ komplexes Spiel, weil es sich die Regelerweiterung häppchenweise erarbeiten und spielerisch austesten konnte.
Also: Ich bin völlig bei der Rezension hier aus Sicht eines Erwachsenen – halte den Ansatz aber ein bisschen für verfehlt, weil es eben ein Kinderspiel für 8-10-Jährige ist.
(Einzige Anmerkung dazu: Unsere 8jährige, 2. Klasse, wäre allein mit dem Regelwerk nicht zurechtgekommen – da muss dann schon Mama oder Papa mitspielen und Regeln verstehen…)