Was passiert in deinem Kopf, wenn ich „Strandgut“ sage? Bei mir: Wellen, Sand, Muscheln und zwischendurch interessante Sachen, die am Strand herumliegen. Damit sind jetzt nicht die Mitmenschen gemeint, die sich neben einem auf der Matte oder dem Handtuch sonnen oder im Strandkorb schnarchen. Wer jemals im Sommer morgens um sieben Uhr einen Strandspaziergang gemacht hat, weiß jetzt, was ich meine. Kaum oder gar keine Menschen unterwegs. Die Sonne ist erst vor einer Stunde aufgegangen. Und viel Natur um mich herum: ein Strandläufer, die herrliche Küste, Wellen, Felsen, Asseln, Muscheln und Krabben. Der Autor Bryan Burgoyne hat aus diesen Beobachtungen ein Spiel gemacht. Denn eben so ein Strandspaziergang hat ihn inspiriert.
Worum geht es beim Spiel Strandgut?

Das Spiel Strandgut von Edition Spielwiese ist eine deutsche Auflage des Spiels Seaside, das vom kanadischen Spieleverlag Randolph veröffentlicht wurde. Dieser Verlag veröffentlicht gerne einfach zu erlernende Spiele, die zum Beispiel in einer Kneipe gespielt werden können.
Die Besonderheit: Das Material und der schnelle Einstieg
Strandgut hat keine Schachtel. Das Spielmateral, 70 Scheiben aus beidseitig bedrucktem Holz, ist in einem kleineren stylischen Seesack verstaut und muss auch nicht am Anfang an die Mitspielenden verteilt werden. Der Sack wird in die Hände genommen und los geht es!

Es gibt im Beutel Strandgut zu entdecken, bestehend aus sieben verschiedenen Symbolen. Ich muss sie hier nicht erneut aufzuzählen, denn zufällig sind das die, die ich oben aufgezählt habe.
Wer an der Reihe ist, zieht eine Strandgutscheibe aus dem Sack und entscheidet sich für eine Seite. Wird eine Assel, Muschel oder Krabbe gewählt, kommen sie in die Tischmitte, dem Meer. Was richtig cool ist: Man darf dann weiterziehen. Die anderen Symbole dagegen sind für die eigene Auslage gedacht und beenden meistens den eigenen Spielzug mit der Aktion Beutemachen aus dem Meer.
Ist der Beutel leer, ist die Partie vorbei. Die Wertung ist einfach: Die Holzscheiben der eigenen Strandauslage werden gestapelt und mit den Türmen der anderen Spielenden verglichen. Der höchste Turm gewinnt. Das ist themengerecht: erfrischend einfach.
Der Ablauf von Strandgut mit einem Beispielzug

Ein Beispiel: Beutel in der einen Hand und mit der anderen Hand hineingreifen. Ich mache das jetzt mal virtuell vor dem Rechner. Wer Baggerschaufelhände hat, muss von unten die Scheiben etwas nach oben schieben und mit den Fingern arbeiten. Alle anderen können mit einer Hand tief hineingreifen. Gezogen habe ich eine Scheibe mit Krabbe und Assel. Beide haben immer (wie auch die Muschel) zusätzlich ein Kreissymbol. Ich entscheide mich für die Krabbenseite und darf dank des Kreissymbols weiterziehen. Jetzt habe ich eine Scheibe mit einer Krabbe und einen Felsen mit kleinen Krabbensymbol. Wenn die Anzahl der Krabben im Meer gerade wäre, dürfte ich mir alle Krabben an den eigenen Strand holen. Geht aber nicht, denn es liegt nur eine Krabbe im Meer. Also den Felsen in meine persönliche Auslage ablegen und den Beutel weitergeben. Ich hätte aber auch die Krabbenseite nehmen können. Dann wäre es für mich und euch weitergegangen. Unter Umständen auch länger. Zum Kennenlernen des Spielprinzips von Strandgut sollte das aber reichen.
Mir gefällt Strandgut
Strandgut ist ein einfaches Spiel mit außergewöhnlichen Utensilien das sogar einen sehr gut funktionierenden Solo-Modus hat. Trotzdem musste ich gerade am Anfang öfters auf die Spielübersicht schauen. Wie war das noch mal mit dem Felsen oder dem Strandläufer?
Strandgut ist zudem redaktionell sehr gut bearbeitet worden. Die Regel liest sich gut und ist maritim gehalten. Das Thema und die gesamte Aufmachung sind so etwas von stimmig und das Spielmaterial ist einfach nur schön.

Das Spiel lässt sich nachmittags in der Strandbar spielen oder tagsüber am Strand. Zu Hause dagegen, ohne Summervibes und mit Nieselregen, mag Strandgut nicht jeden überzeugen. Da ist die Spieltiefe doch eher Ebbe statt Flut. Es ist und bleibt aber für mich ein schönes Spiel, kreiert durch den Autor Bryan Burgoyne und wirklich passend illustriert von Fanny Saulnier.
