Reich der Spiele

Summ herum

Summ herum von

Die Sonne scheint, die Bienen schwärmen aus. Gemeinerweise schnappt ein Frosch mit seiner klebrigen Zunge nach den Bienen. Nur, wie bringt man so was kindgerecht in einem Spiel rüber, damit die Kinder nicht vor Mitleid zerfließen? Gar nicht, denn die lieben Kleinen finden es gar nicht schlimm, wenn Frederick mit seiner Magnetzunge zuschlägt!

Vor den Kindern liegt ein Teich, in der Mitte räkelt sich Frederick der freche Frosch, aber keine Angst, der will nur spielen. Um Frederik herum müssen die Bienen der Mitspieler über eine Laufbahn entlang „fliegen“. Honigtau in Form von drei Glassteinen ist das Gewinnziel. Es gibt zwei Würfel, der eine gibt die zu laufenden Felder der Bienen vor, der andere bewegt den Frosch.

Jedes Mal wenn ein Spieler es schafft, mit einer seiner zwei Bienen auf die Blüte der eigenen Farbe zu gelangen, bekommt man einen Glasstein und beginnt wieder vom Bienenstock aus die restlichen Steine zu ergattern. Endet der Zug im Rund auf ein besetztes Feld, geht es einen Schritt weiter. Es gibt aber eine Möglichkeit den Frosch auszutricksen, um das unvermeidliche zu verhindern. Die Bienen können Verstecke anfliegen, an die die Zunge des Frosches nicht heranreicht. Andere Bienen dürfen sich da aber nicht mit verstecken.

In der Grundvariante wird der Bienenwürfel zuerst gespielt. Das hat zur Folge, dass die Nerven der kleinen Spieler auf die Probe gestellt werden. Die größtmögliche Entfernung, die man mit dem Würfel zurücklegen kann, sind drei Felder. Dadurch hat der Frosch in fast jeder Runde, es sei denn er schläft und wird deswegen nicht bewegt, eine Biene an der Zunge. Gar nicht selten passiert so ein Zug: raus aus dem Bienenstock, Frosch bewegen, klack, Biene sofort zurück in den Bienestock. Dann doch lieber, als Variante in der Regel empfohlen, mit beiden Würfeln spielen und selber aussuchen in welcher Reihenfolge man spielt. Aber auch hier entstehen Längen, weil der Frosch doch ziemlich unter den Bienen aufräumt. Der Holzfrosch an sich ist eine feine Sache, lädt er doch die jüngeren Spieler, wenn das Spiel beendet ist – oder auch schon mal früher -, zum freien Spielen ein. Durch die Kinderhände leiden jedoch schon mal die Plastikflügel der Bienen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese abbrechen.

Die Regel trägt zur Verwirrung bei. Die Zeichnung für den Frosch zum Beispiel: So soll Frederick nach einem kleinen farbigen Froschsymbol ausgerichtet werden. Diese Froschsymbole sind in der Spielregel auf Anhieb nicht zu erkennen und liegen eng und farblos um Frederick herum. Nun spielen die Augen einem einen Streich, sie folgen nämlich der langen Zunge auf ein großes Feld, und da ist gar kein Symbol. Gegenkontrolle, nach der zweiten Zeichnung sind die relevanten Punkte (Felder und Bienenkörbe) mit einem Pfeil gekennzeichnet und erläutert, nur nicht die Froschsymbole, dadurch werden sie glatt übersehen. Erst später wird klar, was gemeint ist. Auch ist nicht erläutert, ob die Verstecke wie normale Bewegungsfelder gehandhabt werden. Eltern, die selten spielen, lassen sich durch solche Stolperfallen erfahrungsgemäß leicht aus der Bahn werfen.

Der Funke will bei Summ herum nicht so recht überspringen. Das Spiel funktioniert, es hinterlässt aber keinen nachhaltigen Eindruck bei den Kindern. Neunjährige empfinden sich für dieses Spiel bereits als zu alt. Die Altersgruppe der Fünf- bis Achtjährigen findet dieses Spiel immerhin noch "OK" und die besagten jüngeren Spieler spielen lieber mit dem Material – ohne die Spielregel zu beachten.

 

Infos zu Summ herum

  • Verlag: Haba
  • Autor: Christian Tiggermann
  • Spieleranzahl (von bis): 2 - 4
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 4
  • Jahrgang: 2005

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