Sweet Takes: Logo des Kartenspiels, Bild von Hasbro Games

Sweet Takes ist ein schnelles, interaktives Stichspiel von Hisashi Hayashi, das mit wenigen Regeln erstaunlich viel Spannung an den Tisch bringt und zugleich klar als modernes Familienspiel positioniert ist. Dass es vom selben Autor wie Bomb Busters, dem Spiel des Jahres 2025, stammt, merkt man an der Mischung aus zugänglichem Einstieg und Momenten, in denen man sich wünscht, doch ein klein wenig besser aufgepasst zu haben.

Einordnung und Autor

Sweet Takes ist ein Kartenspiel für 2 bis 5 Personen ab 8 Jahren, die Partien dauern um die 30 Minuten. Mechanisch basiert es auf dem früheren Design Gummi Trick, das hier in einer neuen, bonbonbunten Aufmachung und in Zusammenarbeit mit Hasbro neu veröffentlicht wurde. Der bekannte Hayashi-Stil zeigt sich in der klaren Struktur: Einfache Grundregeln, aber genug kleine Stellschrauben, um sich über den eigenen letzten Zug zu ärgern.​

Sweet Takes: die Regeln in Kürze

Sweet Takes: einige der Karten, Bild von Hasbro Games

Zu Beginn erhält jede Person eine feste Anzahl Handkarten sowie drei verdeckte Karten als persönliche Reserve, die zunächst niemand einsehen darf. Gespielt werden insgesamt 12 Stiche, in denen reihum je eine Karte ausgespielt wird.​

Die Startperson eröffnet, indem sie eine Farbe vorgibt – entweder aus der Hand oder blind aus der Reserve. Danach müssen die anderen, wenn möglich, diese Farbe bedienen. Gelingt das nicht, kommen eine zweite Farbe oder erneut Reservekarten ins Spiel, was die Stiche schnell vielschichtig macht. Am Ende eines Stiches werden die Karten nach Farben aufgeteilt, und für jede Farbe gewinnt die höchste Karte den entsprechenden Stapel.​

Wertung mit doppeltem Boden

Spannend wird es bei der Wertung nach den 12 Stichen. Für jede gewonnene Farbe zählt nur die oberste Karte ihren aufgedruckten Wert, während alle darunterliegenden Karten je einen Punkt bringen. Die niedrigen Zahlenwerte liefern hohe Punktzahlen, gewinnen aber seltener Stiche, während hohe Zahlen zuverlässig Stiche sichern, aber weniger sichtbare Punkte bringen.​​

Das führt zu dieser typischen „Warum-habe-ich-das-jetzt-so-gemacht-Reflexion“: Man möchte Stiche gewinnen, aber bitte nicht so, dass man dem Gegenüber nebenbei noch ein halbes Punktebuffet serviert. Wer mitzählt und die Karten im Blick behält, kann hier deutlich mehr herausholen als jemand, der einfach „irgendwas Schönes“ spielt.​

Spielgefühl und Humor am Tisch

Am Tisch fühlt sich Sweet Takes wie ein sehr zugängliches, aber bewusst unberechenbares Stichspiel an. Die geheime Reserve sorgt für regelmäßig überraschende Momente – mal freut man sich über den perfekten Treffer, mal denkt man sich, dass diese eine Karte sicher in einer anderen Runde mehr geholfen hätte.​​

Das Spiel bleibt dabei leicht genug für Ferienrunden, Spielabende mit wenig Regellust oder als Auftakt zu komplexeren Titeln. Gleichzeitig bietet es genug Reibung, damit nicht alle einfach still in ihre Karten starren: Jede Runde lädt zu kommentierten Fehlentscheidungen und kleinen Sticheleien ein – im besten Sinne des Wortes.

Im Vergleich zu traditionellen Stichspielen wirkt es zugänglicher als etwa Wizard oder Skull King, weil Sonderregeln und Spezialkarten fehlen, bietet dafür aber trotzdem Struktur und Reiz.

Kritik und Fazit zu Sweet Takes

Sweet Takes: Schachtel und Karten, Bild von Hasbro GamesPositiv hervorzuheben sind die kurze Erklärung, das hohe Tempo und die kompakte Schachtel – Sweet Takes lässt sich fast überall mit hinnehmen und ist schnell auf dem Tisch. Die Mischung aus klarer Struktur und überraschenden Wendungen passt sehr gut zu Familien- und Gelegenheitsspielgruppen.​

Kritisch ist der Glücksfaktor: Startkarten, Reserve und Timing können dazu führen, dass einzelne Partien deutlich kippen, ohne dass alle Entscheidungen voll in der eigenen Hand liegen. Wer jedoch ein modernes, leichtes Stichspiel mit etwas Biss sucht und Spaß daran hat, aus wenigen Informationen das Maximum herauszuholen, findet in Sweet Takes einen charmanten Titel, der deutlich interessanter ist, als es die knallige Verpackung zunächst vermuten lässt.

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