Tokoy Poo Divers: Ausschnitt der Titelillustration, Bild von Heldbergs Games
Reich der Spiele RezensionTokyo Poo Divers

Tokyo Poo Divers aus dem Verlag Heldbergs Games dreht sich laut Anleitung um das Leben der anrüchigen Kacketaucher von Tokyo. Wie alle Spiele aus dem Verlag kombiniert auch dieses Spiel ein japanisches Thema mit dem sehr speziellen, derben Humor von Autor Thade Precht.

Tokyo Poo Divers – ab geht’s in die Kanalisation

Wir spielen die namensgebenden Kacketaucher in einem Spiel, das den „Push-your-luck-Mechanismus“ mit Memo kombiniert. Die Regeln dazu sind wirklich simpel: Aus 70 verdeckten Plättchen wird ein 8 x 8 großes Raster gelegt. Sechs Plättchen gehen also zurück in die Schachtel.

Wenn ich beginne und eines der Plättchen umdrehe, können mir in den braunen Tiefen drei Dinge begegnen.

  • Erstens die Niete. Bringt mir keine Punkte, ich darf mir aber geheim eines der restlichen ausliegenden Plättchen anschauen. Dann ist der nächste Spieler dran und versucht sein Glück.
  • Zweitens der Schläfer. Bringt auch keine Punkte, aber aus nicht näher definierten Gründen darf ich sofort ein weiteres Plättchen umdrehen und dort mein Glück auf die Probe stellen.
  • Drittens ein Fundstück. Das ist erstmal gut, weil es mir einen Punkt bringt. Aber damit nicht genug. Jetzt kommt der hölzerne Kacktaucher ins Spiel, den ich auf das Fundstück setze. Liegen weitere, bereits aufgedeckte Fundstücke sternförmig und lückenlos angrenzend an den Taucher, sind diese ebenfalls je einen Punkt wird.
Tokyo Poo Divers - Spielsituation, Bild von Markus Nußbaum
Tokyo Poo Divers – Spielsituation, Bild von Markus Nußbaum

Punkte erhalte ich in Form von – man ahnt es – braunen Kackehäufchen aus Holz. Hat man davon fünf Stück, kann man sie in goldene Häufchen umtauschen. Aber das ist noch nicht alles, denn wenn ich ein Fundstück aufgedeckt habe, kann ich auf Nummer Sicher gehen und meinen Zug beenden, oder mein Glück noch weiter strapazieren. Dazu drehe ich den Taucher in die Richtung eines noch nicht aufgedeckten Plättchens und drehe es um. Was passiert dann? Im Grunde das Gleiche wie oben bereits beschrieben. Bei der Niete habe ich mich verzockt und falle auf 0 Punkte zurück, darf mir aber wieder geheim ein anderes Plättchen anschauen. Bei dem Schläfer ist mein Zug zwar auch beendet, aber ich erhalte wenigstens die bis dahin in meinem Zug erreichten Punkte. Decke ich ein weiteres Fundstück auf, ist dieses dann zwei Punkte wert. Und dann? Kann ich wieder aufhören, oder weitermachen, muss aber in der bisherigen Blickrichtung des Tauchers weiterziehen.

Und so geht es weiter und weiter bis entweder alle Plättchen umgedreht wurden, oder der Vorrat an Kackehäufchen aufgebraucht ist. Wer die meiste Scheiße gesammelt hat, gewinnt bei Tokyo Poo Divers. Als Varianten bietet die Anleitung noch sechs andere Legeformen für das Startraster an, die dann teilweise mit eingebauten Lücken versehen sind und so das Punktesammeln erschweren.

Tokyo Poo Divers – ist das Spiel kacke?

Tokoy Poo Divers: Schachtel, Bild von Heldbergs Games

Wie alle Spiele von Heldbergs Games steckt auch dieses wieder in einem braunen Faltkarton, der aufwändig mit Siebdruck gestaltet ist. Regel und Plättchen bestehen aus Pack- bzw. Kraftpapier. Die Kackehäufchen und der Taucher wurden aus lackiertem Buchenholz hergestellt (aus lokalen Wäldern). Das Ganze ist also wie auch die anderen Spiele des Verlags sehr nachhaltig und durchaus wertig produziert.

Der mir vorliegenden, limitierten Ausgabe lag noch ein Schlüsselanhänger aus Holz, sowie ein exklusiver Sticker und eine handgezeichnete, signierte Illustration von Grafiker Christian Bögle bei. Er hat sich auch bei der Gestaltung der Fundstücke so richtig austoben können. Die Gegenstände, die man aus der Kanalisation zieht, reichen von so harmlosen Dingen wie Gebissen, Klobürsten und Quietscheenten über Krokodile, abgetrennte Gliedmaßen und Vampire (?), bis zu so geschmackvollen Dingen wie gebrauchte Kondome, Tampons und Umschnalldildos. Also der typische Heldbergs-Humor, der sich auch durch die gesamte Spielanleitung zieht. Kaum ein Fäkalien-Witz, der hier nicht vorkommt. Muss man mögen.

Das Spielprinzip von Tokyo Poo Divers ist recht simpel, die Altersangabe ab 12 daher wohl eher dem Thema geschuldet. So richtig kacke ist das Spiel nicht, vorausgesetzt, man spielt es in der richtigen Runde. Aber ich kann mich mit dem Thema leider nicht anfreunden.

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