Was war das für ein Hype vor ein paar Jahren mit ebbes, dem Erstling von Palatia. Ich hatte damals zugeschlagen und bis heute kommt ebbes immer wieder auf den Tisch, denn wie sagte der Untertitel: „ebbes geht immer“. Der Nachfolger Dubbe war dann mit Verlaub von der Spielequalität weit hinter dem Erstling zurückgeblieben. Und nun taucht, wie Phoenix aus der Asche, im Jahr 2025 der Verlag wieder auf. Mit Uffbasse von Olaf Hartmann – und ich gehe voller Vorfreude an den Spieletisch. Denn so ein bisschen Hoffnung ein neues ebbes ist dabei.
Worum geht es bei Uffbasse?
Bei Uffbasse handelt es sich um ein Stichspiel und ich liebe dieses Genre. Das es nun auch noch um Kochen geht, klingt verquickt, denn das ist im Zusammenhang etwas Neues für mich. Ist hier auch so ein gewisser Kniff dabei?
Der Spielablauf von Uffbasse

Wir gehen also auf den Markt und versuchen, für unsere Gerichte die passenden Zutaten einzukaufen. Damit wagen wir uns dann an die pfälzischen Gerichte. Der Markt, bestehend aus den Farben der Zutatenkarten, wird mit den fünf verschiedenfarbigen Marktständen aufgebaut. Darunter werden zehn Rezepte aufgereiht, deren nötige Zutaten unten auf den Rezeptkarten aufgedruckt sind. Der Rest kommt als Nachziehstapel daneben.
Auf den Rezeptkarten finden wir auch die Sterne, die uns die Siegpunkte geben. Dabei gilt: Je komplexer das Rezept, desto mehr Siegpunkte (Sterne ) auf dem Rezept. Eine Top-Ten-Rangfolge auf den Karten weißt uns bei einem späteren Gleichstand noch einen Vorteil auf. Denn bei Siegpunktgleichheit siegt das beste Rangfolgegericht.
Zutaten und Rezepte – und Trumpffarben
Je nach Spieleranzahl werden dann von den Spielkarten an jeden Mitspieler neun Zutatenkarten ausgeteilt. Auch unter den Rezeptkarten werden neun Zutatenkarten, passend zur Farbe abgelegt. Dabei gilt, das dort, wo die meisten Zutatenkarten liegen, diese Farbe als Trumpf zu werten gilt. Bei zwei Farben gleicher Anzahl haben wir auch zwei Trümpfe. Sollten von drei Farben die gleiche Anzahl vorhanden sein, gibt es kein Trumpf in dieser Runde.
Jeder hat am Anfang eine Handkarte als erste Zutat für ein Rezept zur Seite zu legen. Danach geht das eigentliche Stichspiel los.
Fast ganz simples Stechen
Der Startspieler spielt eine Zutatenkarte aus. Reihum legen die Spieler ihre Karten dazu, wobei die Farbe der ausgespielten Zutat bedient werden muss. Wurde keine Trumpffarbe im Stich gespielt, gewinnt der mit der höchsten der ausgespielten Zutat. Enthält der Stich eine Trumpffarbe, gewinnt die höchste Zahl in Trumpffarbe den Stich. Bei zwei gleichhohen Trümpfen schlägt die zweite im Stich gespielte Karte die erste. Das ist dann auch das eigentliche Spiel. Der Gewinner des Stichs darf sich dann eine Zutatenkarte unter den Marktständen aussuchen. Dabei kann sich der Trumpf für die nächste Runde ändern. Denn sobald dann von einer anderen Zutatenfarbe mehr Karten unter den Ständen liegen, wird diese Farbe augenblicklich zur Trumpffarbe.
Nach dem Stich kommt die Kochphase

Nach acht gespielten Karten kommt es zur Kochphase und der Gewinner des letzten Stichs darf sich ein Rezept aussuchen. Dazu gibt man die gewünschten Zutaten auf der Rezeptkarte ab und nimmt Rezeptkarte an sich. Da sofort eine Rezeptkarte vom Nachziehstapel nachgelegt wird, kann man mit etwas Glück mehrere Rezepte erfüllen. Abwechselnd sucht so sich jeder Rezepte aus, oder passt, wobei man nach dem Passen jederzeit wieder einsteigen kann. Denn es kommen ja neue Rezepte nach. Am Ende der Runde dürfen wir nur drei Zutatenkarten von unseren gesammelten mit in die nächste Runde nehmen.
Nach vier Runden ist Schluß und wer die meisten Sterne gesammelt hat, gewinnt. Bei Gleichstand, greift die Top-Ten-Rezeptur.
Achtung, uffbasse!
Ein Riesenvorteil hat der hintenliegende Spieler. Sobald jemand die wenigsten Punkte hat, ruft er „Uffbasse!“. Er bekommt eine Uffbassekarte und kann diese jederzeit im Spiel einsetzten. Das leichteste ist es als Joker für erfüllte Rezepte einzusetzen, aber dann ist Sie weg. Im eigentlichen Spiel kann er sie als Breaker einsetzen und einfach bestimmen, dass eine andere Farbe Trumpf ist. Somit bekommt der hintenliegende Spieler immer wieder eine Chance, an gute Zutaten zu kommen. Hat er dann dadurch irgendwann nicht mehr die wenigsten Punkte, ruft man „Uffbasse“ und die Karte wandert weiter. Dadurch wird das Spielglück ausgeglichen.
Macht Uffbasse denn auch Spaß?
Eine Menge Gimmiks liegen Uffbasse noch bei. Zum einen ist es möglich mit Hilfe des aufgedruckten QR-Codes auf den Rezeptkarten, die Gerichte nachzukochen. Denn „Pfälzerisch“ versteht nicht jeder und die Rezepte sind so gehalten. Auch eine Arschkarte für den Verlierer liegt bei. Dieser soll dann das Geschirr abwaschen, während die anderen noch etwas spielen …
Ein kleines Kartenspiel in Englisch, ebenfalls mit einem QR-Code für die Regeln, ist außerdem in der Schachtel. Rundum ein vollgepacktes Schächtelchen.
Ein guter Kniff ist die Idee mit der Uffbassekarte. Diese ermöglicht es eben, dem Letzten in der Runde wieder Boden gut zu machen. Auch in meinen Runden konnte dadurch der Letzte noch ein Spiel gewinnen. Eine sehr gute Idee zum Ausgleich.
Hervorragende Kochumsetzung
Uffbasse hat aber den gewissen Kniff, den man bei Spielen haben möchte. Es erreicht nicht ganz die spielerische Klasse des Erstlings, aber das ist sicherlich Geschmackssache, wie die zu kochenden Gerichte. Letztendlich wurde der Kochmechanismus hervorragend in das Stichspiel hinein integriert und auch Uffbasse wird seinen Platz in meinem Spieleregal behalten.
Gutes Stichspiel zu zweit
Es wird nicht so oft wie ebbes auf den Tisch kommen, aber eben auch nicht unter diesem verschwinden. Uffbasse ist ein kleines feines Stichspiel, das auch zu zweit sehr gut funktioniert und davon haben wir nicht all zu viele Spiele.

Auch macht Uffbasse mit jeder Partie mehr Spaß, denn beim ersten Mal war ich noch etwas gebremst in einer postiven Reaktion. Aber je mehr Partien es wurden, desto besser war das Spielerlebniss. Die Karten nutzen sich dabei allerdings leider relativ schnell ab. So sind nach ein paar Partien schon angestoßende Ränder an den Karten zu sehen.
Der Mix aus Stichspiel und Sammelspiel ist hervorragend, um Spaß damit zu haben, und lässt darauf hoffen, das wir noch einige gute Kartenspiele vom Verlag zu sehen bekommen. Und hoffentlich dauert das nicht wieder 10 Jahre. Denn diesmal hatte ich schon befürchtet, dass Palatia das typische Schicksal eines Kleinverlags erleidet: Eine tolle Idee, ein tolles Spiel, vielleicht noch ein Nachfolger und das war es dann. Aber nun haben wir ja Uffbasse!
