Ultraviolett: Ausschnitt des Titels, Bild von Kampfhummel
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Ultraviolett (mit Erweiterungen)

von Axel Bungart
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Aus Wörtern Bilder zu machen, ist keine neue Spielidee. Was aber, wenn man nicht sieht, was man malt? Dann ist das Ergebnis vielleicht für alle eine Überraschung. Bei Ultraviolett von Kampfhummel sind solche Überraschungen Programm und das gelingt ziemlich gut.

Wie wird Ultraviolett gespielt?

Es geht darum, einen inhaltslosen Satz aus vier Wörtern in Bildern darzustellen. Auf einem großen Spielplan werden in vier Reihen Kärtchen mit Wörtern ausgelegt. Aus jeder Reihe ein Wort ergeben einen – meist völlig sinnfreien – Satz wie: Ein Werwolf heiratet eine hohle Leiche. Welche Wörter jeder Spieler für sich verwenden muss, entscheiden seine vier Würfel, die die nummerierten Wörter festlegen. Dann sollen alle ihren Satz malen. Doch wie gesagt: man sieht nichts! Die Stifte funktionieren mit Spezialtinte, die erst später wieder sichtbar gemacht wird.

Ultraviolett - Spielplan mit Wortauslage | Foto: Axel Bungart
Ultraviolett – Spielplan mit Wortauslage | Foto: Axel Bungart

Entscheiden kann man noch, ob man die Wörter einzeln oder den kompletten Satz in einem einzigen „Gemälde“ darstellen will, was Extrapunkte gibt.

Ob ihr Recht habt oder nicht …

Dann kommt es zum Showdown. Mittels beiliegender UV-Lämpchen beleuchten die Spieler nacheinander ihre Kunstwerke und bringen somit Verborgenes ans Licht. Das ist häufig nicht nur für die Mitspieler eine Überraschung. Wer sich für die (bei uns deutlich häufiger angewandte) Variante entschieden hat, die vier Wörter in vier einzelnen Bildern abzubilden, kommt oft deutlich besser weg.

Ultraviolett - Das Kunstwerk wird beleuchtet | Foto: Axel Bungart
Ultraviolett – Das Kunstwerk wird beleuchtet | Foto: Axel Bungart

Die Mitspieler rätseln nun, was gemalt wurde. Die ausliegenden Begriffe geben dabei Anhaltspunkte. Dann legen sie sich fest, indem sie Zahlen auf einem kleinen Tableau notieren, die den Wörtern in der Auslage zugeordnet sind. Für jeden übereinstimmenden Code auf den Tafeln des Künstlers und der der Mitspieler erhalten die beteiligten Spieler Punkte.

Nach einer festgelegten Dauer endet die Partie und es gewinnt, wer durch gutes Malen und Raten die meisten Punkte erzielen konnte.

Technik im Spiel

Malen und raten sind keine neuen Komponenten, mit denen man ohne weiteres jemanden begeistern würde. Der Gag, blind zu malen, ist auch wohl schon so alt wie Kindergeburtstage gefeiert werden. Und doch ist die Umsetzung hier spaßig. Schon der Umstand, dass nicht auf einem DIN-A4-Blatt, sondern auf einem kleinen quadratischen Zettel gemalt wird, lässt kaum Platz für freie Entfaltung. Hat man sich das Blättchen in vier Viertel aufgeteilt, muss man mit dem Platz haushalten. Besonders die Adjektive bilden häufig den schwersten Part der Darstellung. Viel schwerer ist es, den Satz in einem einzigen Bild darzustellen, und das gelingt meist nur künstlerisch ohnehin Begabten.

Ultraviolett - Ein Satz aus vier Bildern | Foto: Axel Bungart
Ultraviolett – Ein Satz aus vier Bildern | Foto: Axel Bungart

Setzt man den Stift ab und überlegt einen Moment oder will nachträglich etwas ergänzen/verbessern/verdeutlichen, ist das meist schon der Knock-Out für den Teil des Satzes, denn den Stift wieder an der richtigen Stelle anzusetzen, ist Zufall. Aber so entstehen wenigstens teils verworrene Bilder, die oft viel zu klein geraten sind, weil man sich den (wenigen) vorhandenen Platz doch viel zu sparsam eingeteilt hat. Aber das führt eher zu lustigen Begebenheiten.

Ist das Kunst?

Wie schon bei Barbarossa vor Jahrzehnten erkennen manche Spieler in den Kunstwerken der Mitspieler sofort etwas, während andere bis zum Schluss rätseln und schließlich eine Lösung erraten. Oder Sie erkennen gleich etwas ganz anderes darin. Haben alle getippt, wird aufgeklärt. Bei den meisten fallen dann die berühmten Schuppen. Doch einer ist fast immer dabei, dem man seine Kunstwerke erst erläutern muss. Es folgt die Diskussion über fehlendes Kunstverständnis, die keinen Sieger findet

Ultraviolett - Hinter dem Sichtschirm | Foto: Axel Bungart
Ultraviolett – Hinter dem Sichtschirm | Foto: Axel Bungart

Ultraviolett macht Spaß. Das Material ist prima, die Begriffe liegen irgendwo zwischen banal und wie-soll-man-das-denn-malen? Mit den zwei bereits erhältlichen Erweiterungen kann man Ultraviolett mit bis zu sechs Personen spielen und es kommen etwas herzhaftere Begriffe ins Spiel, die nicht alle für Kinderohren taugen, für Erwachsene aber sicher eine reizvollere Aufgabe bilden. Auch die Anleitung führt gut ins Spiel ein.

Ist das UV-Licht unbedenklich?

Bei den Stiften handelt es sich um UV-Licht mit einer Wellenlänge von 390-405 nm. Es gehört damit zum langwelligen, unbedenklichen UVA-Licht-Spektrum. Dennoch soll es nicht direkt in die Augen geleuchtet werden, weshalb wohl auch die Altersangabe bei 12 Jahren beginnt.

Ultraviolett: Schachtel, Bild von Kampfhummel Unbefriedigend ist, dass man die Batterien der UV-Stifte nicht auswechseln kann. Sind sie alle, braucht es neue. Beim Verlag oder auch im gut sortierten Handel. Davon abgesehen kann Ultraviolett mit Spielen des Genres Partyspiel gut mithalten.

Wer ist der Autor?

Bedauerlicherweise muss man auch hier wieder konstatieren, dass weder auf dem Cover der Schachtel noch in der Spielanleitung sich ein einziger Hinweis auf den Autoren befindet. Auf der Unterseite der Schachtel ist wenigstens erwähnt, wer für Design und Illustrationen verantwortlich ist.

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