Versteigeurngsspiel Valencia, Ausschnitt des Titels, Blld von Queen Games

So zuverlässig wie ein Uhrwerk veröffentlicht Stefan Feld jedes Jahr zwei neue Spiele in seiner City Collection bei Queen Games. Mit Valencia erscheint nun die Nummer 9 der Reihe – eine Neuauflage von Strasbourg, das ursprünglich 2011 bei Pegasus herauskam. Abgesehen vom neuen Schauplatz unterscheidet sich Valencia inhaltlich kaum vom Vorgänger. Doch dazu später mehr. Von der mittelalterlichen Stadt Straßburg reisen wir also rund 1.500 Kilometer südlich an die spanische Mittelmeerküste. Was erwartet uns dort?

Ein variabler Stadtplan als zentrales Spielelement

Material von ValenciaZunächst breitet Valencia einen modularen Stadtplan aus, der in jeder Partie anders aussieht. Um den Plan herum verläuft die übliche Siegpunktleiste. Außerdem finden wir den Stadtrat mit den Handwerksgilden sowie fünf Versteigerungsleisten, deren Reihenfolge zu Beginn zufällig festgelegt wird.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler fünf Aufgaben­karten. Jede erfüllte Aufgabe bringt am Ende Siegpunkte, unerfüllte Ziele dagegen Minuspunkte. Mindestens eine der Aufgaben müssen wir behalten.

Der Versteigerungsmechanismus als Herzstück bei Valencia

Das Herzstück des Spiels bildet der Versteigerungsmechanismus. Auf jeder der fünf nacheinander abgearbeiteten Leisten versteigern wir unterschiedliche Vorteile – von A bis I. Zu Beginn jeder Runde entscheiden wir, ob wir in dieser Runde mitbieten wollen. Dafür ziehen wir blind Einflusskarten aus unserem Stapel von insgesamt 24 Karten und entscheiden nach jeder gezogenen Karte, ob wir eine weitere nehmen oder mit den bisherigen Karten in die Bietrunde gehen.

Haben wir unsere Karten gewählt, gruppieren wir sie zu Stapeln und legen geheim fest, welchen Stapel wir auf welche Leiste bieten. Dabei lohnt es sich, die Reihenfolge der Phasen im Blick zu behalten, um spätere Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Die Aktionsphasen bei Valencia

Phase A eröffnet jede Runde. Die beiden höchsten Gebote erhalten hier Belohnungen:

  • Der Gewinner setzt ein Familienmitglied auf das Adelsfeld und platziert später ein Brunnenplättchen.
  • Der Zweitplatzierte bezieht das Kirchenfeld und setzt eine Palme.

In Phase B folgt die Versteigerung einer der fünf Gilden (Orangen, Tigernüsse, Wein, Tuch oder Porzellan). Hier profitieren die drei höchsten Gebote in absteigender Wertigkeit:

  • Der Gewinner erhält eine Ware, setzt einen Meeple auf ein Gildengebäude und bringt zusätzlich eine Figur in den Stadtrat.
  • Der Zweitplatzierte erhält ebenfalls eine Ware und darf eine Figur in die Stadt setzen.
  • Der Dritte wählt zwischen Ware oder Stadtplatzierung.

Die Phasen D und F laufen analog ab.

Details zu den Runden bei ValenciaZwischen diesen Versteigerungen liegen die Phasen C und E. Dort beeinflussen wir Kaufleute und verkaufen Waren – die einzige Geldquelle im Spiel. Geld benötigen wir wiederum dringend, um Gebäude in der Stadt zu besetzen. Nur wenige davon sind kostenlos. Gemeinerweise darf nur der Gewinner der Phase verkaufen, alle anderen gehen leer aus.

In Phase G verschiebt der Gewinner eines seiner Familienmitglieder auf ein orthogonal angrenzendes Gebäude. Das ermöglicht bessere Positionen, etwa für Brunnen oder wertvollere Felder.

Die Brunnen aus Phase A platziert der Gewinner in der letzten Phase einer Runde. Sie bringen Punkte, sobald eigene Figuren angrenzen. Viele Brunnen bieten zudem Bonusfunktionen. Palmen, die der Zweitplatzierte setzen darf, funktionieren ähnlich und belohnen angrenzende Meeple.

Der Kampf ums Timing

Spielaufbau von ValenciaIm Verlauf der Runden merkt man schnell, wie kritisch die eigene Kartenplanung bei Valencia ist. Oft schmiedet man clevere Pläne, wird dann aber von Mitspielern durchkreuzt oder scheitert an fehlendem Geld. Alle gespielten Karten verlassen nach der Runde endgültig das Spiel, weshalb wir unsere Ressourcen gut einteilen müssen – im Schnitt stehen nur 4,8 Karten pro Runde zur Verfügung.

Am Ende jeder Runde gewinnt der Spieler mit den meisten Figuren im Stadtrat ein Privileg. Es erlaubt ihm, während einer Bietrunde auszusetzen und erst zu beobachten, was die Gegner tun. Zusätzlich gibt es Siegpunkte für Familienmitglieder im Rat.

Die Schlusswertung von Valencia – typisch Feld

Nach fünf Runden folgt die typische, üppige Schlusswertung eines Stefan-Feld-Spiels:

  • Punkte für alle Meeple in der Stadt
  • Punkte für Figuren neben Palmen und Brunnen
  • Punkte für ungenutzte Privilegien
  • Pluspunkte für erfüllte Aufgaben, Minuspunkte für unerfüllte

Fazit zum Spiel Valencia

Deluxe-Version von Valencia mit Material, Blld von Queen Games

Valencia hebt sich von Strasbourg durch das neue Grafikdesign, einen modularen Spielplan, einen zusätzlichen 2-Spieler-Modus und mehr Einflusskarten ab. Die Deluxe-Version bietet Holzteile und bedruckte Figuren im Vergleich zur Classic Special-Version. Freunde von Versteigerungsspielen kommen auf ihre Kosten, sollten aber das hohe Frustrationspotenzial einkalkulieren und ihre Gebote gut planen. Das Spiel dauert mit fünf Personen etwa 1 bis 1,5 Stunden.

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