Ach da ist mal wieder ein Vulkanspiel: Vulcano von Phil Walker-Harding (Game Factory). Ich liebe dieses Thema. Ich habe ja da meine persönliche Highlightliste und jedes Mal bin ich gespannt, wo sich denn ein neues Spiel mit dem Thema einordnet. Vulcano wirkt beim ersten Betrachten wie ein Kinderspiel. Doch das täuscht.
Unsere Wertung zu Vulcano
Worum geht es bei Vulcano?
Diesmal fliehen wir nicht vor der Lava, diesmal erklimmen wir den Vulkan und versuchen dabei, die besten Edelsteine einzusammeln. Das uns dabei trotzdem die Lava in die Quere kommt und die Flucht dabei anders vonstatten geht, darum geht dieses Spiel. Denn Bergsteigen kann jeder, aber wehe die Lava haut dich vom Berg … Dann heißt es: Von unten wieder den Gipfel erklimmen und wieder der Lava aus dem Weg gehen.

Aber bevor es los geht, heißt es eh ,den Berg aufzubauen bzw. die Kletterwand. Dabei wird ein Aufbau schräg im Schachtelboden fixiert.
Regeln zusammengefasst: der Spielablauf
Die Schätze und Ausrüstungskarten werden an der Seite bereit gelegt und jeder erhält ein Tableau, das die Siegbedingungen anzeigt, und zwölf Kletterkarten. Unsere drei Figuren sind dabei die Abenteurer, die den Vulkan besteigen wollen und je nach Mitspielerzahl eine bestimmte Edelsteinanzahl einsammeln sollen. Wer das als Erster schafft, der trägt den Sieg davon.

Gesteuert wird das ganze von unseren Handkarten, von denen wir immer drei auf der Hand haben und eine ausspielen, die dann abgeworfen wird. Wenn es keine Ausrüstungskarte war, füllen wir auch immer wieder auf drei Handkarten auf.
Diese Karte zeigt uns an, welcher unserer Kletterer die Wand hochsteigt und wie viele Etagen er dabei erklimmt. So kommen wir mit unseren Kletterern den Edelsteinen näher, die an der Wand eingezeichnet sind. Und wenn wir ein Feld mit Edelsteinen erreichen, darf man den gesammelten Edelstein auf seinem Tableau ablegen.
So einfach ist es dann doch nicht

Wenn das so einfach wäre, wäre Vulcano zu einfach. Also ist auf den Karten angegeben, von welchen Kraterloch am oberen Spielrand wir einen Lavabrocken in Form einer gelben Plastikkugel vom Kraterrand stürzen zu lassen. Davon gibt es sechs, die eigentlich alle Bereiche der Wand treffen können.
Wer dann von der Kugel in die Tiefe gerissen wird, muss wieder von unten neu anfangen, bekommt aber eine der ausliegenden Ausrüstungskarte. Diese sind besser als die Standard-Handkarten, werden oberhalb des Tableaus abgelegt und können alternativ ausgespielt werden. Zum Schutz vor Lavabrocken können wir auch Felsvorsprüngen über uns platzieren, um so etwas geschützter zu klettern. Auch lassen uns Höhleneingänge Abkürzungen im Berg nutzen.

Wichtig dabei, dass der Kletterer immer nur ein Feld weit bewegt werden darf und Felsvorsprünge und andere Kletterer nicht übersprungen werden dürfen. Sind wir dann oben am letzten Schatzfeld angekommen heißt es: Zurück ins Lager, denn runterklettern ist nicht vorgesehen. Wenn es dazu kommen sollte, dass man keine Karte mehr ausspielen kann, werden die gesammelten Edelsteine gewertet. Die höherliegenden Steine in der Vulkanwand zählen dabei natürlich auch mehr Punkte.
Vulcano bietet Spaß am Abgrund

Spielerisch finden wir hier ganz leichte Kost, die durchaus Spaß macht. Das Gejohle ist groß, wenn die Kletterer von den Lavakugeln mit in die Tiefe gerissen werden. Definitiv ist es ein klassisches Familienspiel, das gerade mit Kindern Spaß macht. Die Langzeitmotivation ist bei Vulcano für Vielspieler leider nicht gegeben.
Das Material ist durchaus ansehlich, auch wenn viel Plastik verwendet wurde. Wenn die Wand aufgebaut ist, ist das Spiel ein echter Hingucker. Die Regeln von Vulcano sind leicht erklärbar und eine Partie dauert auch nicht viel länger als die angegebenen 20 Minuten. Mehr Zeit kann man aus dem Spielprinzip aber auch nicht rausholen.
Das Ganze wirkt etwas retromäßig, was mir aber gefallen hat. Ich würde es auch immer wieder mitspielen, bringe es aber in meiner persönlichen Vulkanspielliste eher in den hinteren Bereich. Die Abwechslung ist nicht sonderlich gegeben, es ist mehr „play and fun“. Komisch, dass es mich an Die Jagd nach dem blutroten Rubin aus den Anfang der 90er-Jahren erinnert.
Vulcano sieht toll aus, spielt sich einfach und im Gegensatz zum „Rubin“, artet Es nicht in gefühlte spielerische Ewigkeiten aus. Für Familien mit Kindern ist es zu empfehlen, für Vielspieler eher nicht, denn die Lavabrocken bringen den Kick für eine Partie, aber dann heißt es bei denen: Bring mal was Richtiges! Aber auch da hat es keiner von vornherein abgelehnt und war erst mal neugierig, nachdem die Vulkanwand stand. Und irgendwie sind wir ja beim sSpielen auch alle Kinder … Funny Game!
