Wizard Jubiläumsausgabe 30 Jahre - Ausschnitt des Titels, Bild von Amigo Spiele
Reich der Spiele RezensionWizard Jubiläumsausgabe (30 Jahre)

Wizard Jubiläumsausgabe (30 Jahre)

von Maren Weiß
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Seit mittlerweile drei Jahrzehnten ist Wizard von Ken Fisher als eines der beliebtesten Stichspiele aller Zeiten fester Bestandteil der Brettspielszene. Wer behauptet Vielspieler zu sein und noch nie Wizard gespielt zu haben, erntet in unserer Spielrunde den ein oder anderen ungläubigen Blick. Amigo feiert das 30-jährige Bestehen gebührend mit einer neuen Jubiläumsausgabe. Sie vereinte einige neue Inhalte mit der altbekannten Mechanik. Doch lohnt sich die Jubiläumsausgabe wirklich?

Wizard Jubiläumsausgabe (30 Jahre): Altbewährtes Spielprinzip und eine Neuerung

Alle Fans des Kultspieles können zunächst einmal aufatmen, denn am eigentlichen Spielprinzip wurde nichts verändert. Wir spielen mehrere Runden eines klassischen Stichspiels. In jeder Runde erhalten wir eine Karte mehr. Nach dem Verteilen der Karten sagen wir die Anzahl unserer Stiche voraus. Nun wird gespielt und am Ende der Runde folgt die Auswertung: 20 Punkte für die richtige Vorhersage, 10 Punkte je Stich und -10 Punkte für jeden von der Vorhersage abweichenden Stich.

Soweit ist alles bekannt. Eine erste Neuerung betrifft allerdings auch diese Abläufe. Statt die Punkte auf einem Block einzutragen, liefert die Jubiläumsedition uns Punktechips. Mit ihnen markieren wir zunächst auch die Anzahl unserer vorhergesagten Stiche. Am Ende der Runde verwandeln diese sich durch umdrehen in unsere Punkte. Ob diese Neuerung das Spiel wirklich aufwertet, bleibt fraglich. Einerseits sind wir natürlich etwas nachhaltiger unterwegs, das Zusammenrechnen bleibt und erspart und die Auswertung der Runden läuft minimal schneller ab. Andererseits benötigen wir durch die weiteren Spielmaterialien etwas mehr Platz auf dem Tisch. Ich denke, hier wird jeder seine eigenen Vorlieben haben. Immerhin hindert uns die Version nicht daran, die Punkte, wie bisher, einfach auf einem Zettel zu notieren – nur der Auswertungsblock im Wizardlook fehlt eben.

Neue Sonderkarten bei Wizard Jubiläumsausgabe (30 Jahre)

Die Jubiläumsedition bringt alle Sonderkarten der bisherigen Jubiläumsausgaben zusammen in eine Box. Gestaltwandler, Wolke, Jongleur, Werwolf, Bombe, Fee und  Drache verleihen dem Spiel durch ihre Sondereffekte etwas mehr Dynamik. Zusätzlich sorgen in dieser Ausgabe die beiden neuen Sonderkarten, Hexe und Vampir, für weitere taktische Möglichkeiten und überraschende Wendungen.

Zum Neueinstieg empfiehlt es sich jedoch, zunächst ohne Sonderkarten zu spielen. Die Vielfalt der Sonderregeln kann für Wizard-Neulinge doch etwas erschlagend sein. Besonders nervig empfanden wir in diesem Kontext die Sonderregeln zu den Sonderregeln. So ist der Drache beispielsweise die höchste Zahl im Spiel und sticht sogar einen Wizard, außer es liegt bereits eine Fee im aktuellen Stich. Zweifelsfrei ist die Wahrscheinlichkeit für diese Sonderfälle relativ gering. Dennoch wird es zunehmend schwieriger beim Einsatz aller Sonderkarten, alle Möglichkeiten taktisch klug abzuwägen, sodass das Spiel dann schnell entweder zu einem Bauchentscheidungsspiel mit weniger taktischem Tiefgang oder zu einem absoluten Hirnzwirbler wird.

Für uns persönlich waren die Sonderkarten deshalb nicht unbedingt spielbereichernd. Als nette Abwechslung empfanden wir hingegen die in der Spielanleitung vorgeschlagenen Spielvarianten.

Die Wizard Jubiläumsausgabe richtet sich vor allem an Fans

Wizard Jubiläumsausgabe 30 Jahre - Schachtel, Bild von Amigo Spiele

Schlussendlich richtet sich die Jubiläumsedition in unseren Augen vor allem an Fans des Spiels. Regelmäßige Spielrunden profitieren von der Abwechslung und Dynamik der Sonderkarten und abweichenden Spielvarianten. Für Neueinsteiger oder auch gelegentliche Wizard-Spieler reicht die normale Version in unseren Augen vollkommen aus, denn das Spielprinzip selbst ist und bleibt einfach großartig.

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