Partyspiel Yogi: Ausschnitt des Titels, Bild von Gigamic

Yogi

von FloKi
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Noch 3, noch 2, noch 1 … Wenn Ihr mit der Erwärmung fertig seid, dann empfehle ich dringend ein, zwei Ganzkörper-Stretching-Übungen zur Vorbereitung und dann kann es losgehen. Losgehen womit? Na mit Yogi. Dem verrückten Ganzkörper Kartenspiel aus dem Hause GiGamic (Asmodee). Achso das Zwerchfell werdet ihr dabei sicherlich gleich mit trainieren können. Damit herzlich Willkommen zur Spielerezension des neu auflegten Kartenspiels aus dem Jahre 2018.

Was erwartet uns bei Yogi?

Das Kartenspiel Yogi erscheint im kleinen Karton und lässt sich so prima mitnehmen. Das Innere des Kartons enthält zwei praktische Kartenhalter, eine sehr überschaubare Anleitung und 60 wasserabweisende Spielkarten. Nicht mehr und nicht weniger braucht man für den Spielspaß.

Wie wird Yogi gespielt?

Yogi: einige der Karten, Bild von Gigamic

Die Karten werden gut gemischt und in die zwei Kartenhalter platziert. Dabei wird darauf geachtet, dass die Karten für alle gut erreichbar sind. Yogi kann von drei bis zehn Personen gespielt werden. Der Anleitung nach beginnt die entspannteste Person in der Runde und zieht nun eine Karte. Die Karten sind aufgeteilt auf drei verschiedene Kategorien (Grün, Gelb, Lila). Grüne Karten werden direkt benutzt, indem ihrer Anweisung Folge geleistet wird.

So enthält eine grüne Karte beispielsweise die Aufforderung, sie fortan zwischen zwei Fingern zu halten. Die gelben Karten zwingen uns dazu, unsere Körperposition zu verändern: Beispielsweise müssen wir mit unserem Ellenbogen für den Rest der Partie den Oberkörper berühren. Oder aber unsere linke Hand über den Ellenbogen halten. Zu guter Letzt gibt es noch die lila Karten. Diese verpflichten uns dazu, jede Runde mit einer Tätigkeit zu starten. Zum Beispiel bellen wir nun erst wie ein Hund und reiben uns dann den Bauch, während die grüne Karte am Ohr hängt, der rechte Ellenbogen den Oberkörper berührt, die linke Hand über dem Ellenbogen liegt und wir zwischen den Fingern geschickt eine weitere grüne Karte halten.

An dieser Stelle ist das Bild doch recht klar. Jede Karte die dazukommt, zwingt uns zu weiteren Haltungspositionen oder irrwitzigen Handlungen. Wichtig ist, dass es erlaubt ist die Umgebung oder Kleidung zu nutzen. Wer nun eine Handlung vergisst oder eine Haltung nicht mehr aufrechterhalten kann, scheidet aus, bis am Ende der einzig wahre Yogi gekrönt wird.

Fazit: Der Spaß mit Yogi

Yogi: Spielauslage, Bild von FloKi

Yogi ist ein wirklich witziges Partyspiel für jung und „mittelalt“. Bereits aus der Beschreibung lässt sich erahnen, ein gewisses Maß an Beweglichkeit sollte mitgebracht werden. Die Positionen sind doch teilweise, insbesondere in Summe verschiedener Aufforderungen gar nicht so einfach zu halten und umzusetzen. Genau hier liegt natürlich der Reiz und das Kernelement des Spiels, dadurch hat es mich auch immer an die Twister-Zeiten meiner Jugend erinnert.

Die ältere Variante des Spiels kenne ich nicht und nutze entsprechend nur Fotos als Vergleich, muss aber sagen: Die optische Anpassung des Artworks gefällt mir sehr gut. Die pastellige Farbgebung und die witzig gezeichneten Comic-Figuren, die die Aufforderungen der Karten darstellen, passen unfassbar gut zum Gesamtkonzept dieser etwas schrägen Ganzkörpererfahrung. Die Karten sowie die Kartenhalter überzeugen haptisch und qualitativ vollkommen. Die wasserabweisende Schicht schützt das Material verlässlich, wenn man bei lauter Verrenkungen und Bewegungen mal ein Getränk umkippt und über die Karten gießt – und dieses Risiko besteht durchaus.

Für einen lustigen Partyspiele-Nachmittag oder Abend kann Yogi also durchaus eine tolle Begleitung sein. Insbesondere wenn die Gruppe bewegungsfreudig ist und kein Problem damit hat sich ein bisschen zum Affen zu machen, kommen hier wohl alle auf ihre Kosten. Ich gebe auch zu, dass der Ehrgeiz schnell geweckt ist noch eine weitere Karte zu „schaffen“.

Die Sache mit mit Kartenpech bei Yogi

Yogi: Schachtel, Bild von Gigamic

Dem gegenüber steht aber der Fakt, dass manche Karten sich einfach nahezu unmöglich miteinander vereinbaren lassen. Dadurch gehören neben dem Gedächtnis, der Körperbeherrschung und der Bewegungsfähigkeit auch eine gute Portion Glück zum Wettkampf um den wahren Yogi. Kartenpech kann also schlicht zum Ausscheiden führen – für sehr ernste Menschen, die einen erbitterten Wettkampf suchen, dürfte das ein ziemliches Knock-Out-Kriterium darstellen.

Allerdings spricht Yogi diese Zielgruppe schlicht mit keiner Silbe an. Bereits die Anleitung führt aus, dass ein Ausscheiden auf diese Weise passiert und demnach zum Konzept gehört. Dem kurzweiligen Spaßgehalt tut das keinen Abbruch. Insbesondere das Zugucken, wie die restliche Gruppe sich miauend in irrwitzige Positionen zur nächsten Karte quält, entschädigt als mehr als fairer Trostpreis. Für bewegungsaktive und witzige Spielrunden zwischendurch oder als Auflockerung nach einem intensiven Denkspiel verdient Yogi eine klare Empfehlung.

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