Spielen in Indien

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ein Spiele-Artikel von admin - 16.03.2010
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Kürzlich machten sich elf Neugierige aus verschiedenen Bundesländern auf den Weg nach Indien, um die Historie, die Kultur und die Menschen Indiens kennenzulernen. Spielen und der Austausch über Spiele bildeten die thematische Klammer für die Reise. Indien als historische Wiege des Schachspiels und anderer Spiele sowie die Möglichkeit, in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern zu spielen, boten den idealen Rahmen für das Thema. FamilyGames, der familienpädagogische Spielebereich des Felsenweg-Instituts der Stiftung, hatte die Reise mitkonzipiert.

Indien als historische Wiege des Schachspiels sowie die Möglichkeit, in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern zu spielen, boten den idealen Rahmen für das Thema. Begegnungen mit ehemaligen Kinderarbeitern in so genannten Brückenschulen und weitere Besuche von Projekten der Karl Kübel Stiftung standen ebenso auf dem Programm wie kulturhistorische Highlights des Landes.

Es wurde deutlich, dass es der Karl Kübel Stiftung in der Arbeit mit den Kindern nicht nur darum geht, ihnen durch Bildung eine echte Chance und Perspektive im Leben zu geben; es geht auch darum, ihnen ein Stück „Kindheit“ zu ermöglichen - mit Spiel, Spaß und der Perspektive, ihre Potenziale zu entwickeln und zu realisieren. Diese Botschaft ist bei den Kindern angekommen. Das zeigten zahlreiche Gespräche; Berufwünsche wie Arzt, Richter, Lehrer und IT-Ingenieur wurden genannt. Die Teilnehmer waren sich sicher: Erhalten die Kinder eine echte Chance, dann werden sie es auch schaffen. Der Lerneifer und das intensive Bemühen, sich mit den Besuchern auf Englisch zu unterhalten, waren bemerkenswert. In der Brückenschule für ehemalige Kinderarbeiter in Tarikere stand ein erster großer „Spielenachmittag“ auf dem Programm. Spannend war die Frage, wie es zu schaffen ist, angesichts der sprachlichen Barrieren Spiele und Spielregeln gegenseitig zu kommunizieren. Neben der Regionalsprache Kannada sprechen die Kinder nur ansatzweise Englisch, die deutschen Reisenden sprechen nur Englisch. Mit verschiedenen Spielen versehen, verteilten sich die Mitglieder der Reisegruppe. Spontan setzten sich ca. 80 Kinder in Kleingruppen zu den Spielern. Mit den begrenzten sprachlichen Fähigkeiten und „mit Händen und Füßen“ wurden die Spiele erklärt; nach nur wenigen Minuten wurde munter gespielt. Es war verblüffend, zu sehen, dass die Kinder nach kurzer Zeit sogar komplizierte Strategiespiele verstanden hatten und allein weiterspielen konnten.

Ebenfalls wurde das indische Volksspiel Carrom ausführlich ausprobiert. Nach einer Einführung in die Philosophie und Regelkunde bestand im indischen Bildungsinstitut der Stiftung, dem Karl Kübel Instuitute for Development Education (KKID), die Möglichkeit, mit und gegen einen ehemaligen Carrom-Weltmeister zu spielen.

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Impressionen, der bedrückenden Not und der gleichzeitigen Gastfreundschaft, Offenheit und Lebensfreude der Menschen hat FamilyGames beschlossen, ein eigenes Projekt, einen „FamilyGames Kindergarten“, zu starten. „Wir haben hier eindrucksvoll erlebt, dass der Schlüssel für die Entwicklung der Kinder der Zugang zu Bildung ist. Vielfach fehlt gerade in ländlichen Gemeinden der erste Einstieg, also die Betreuung in Kindergärten. Die Mütter sind oft gezwungen, ihre Kinder mit auf die Felder oder Baustellen zu nehmen, wo sie ihr tägliches Brot
verdienen. Das frühe Abgleiten in Kinderarbeit ist häufig die Folge. Daher wollen wir mit einem eigenen Kindergarten dazu beitragen, Kindern in entlegenen ländlichen Gebieten den Zugang zu Bildung zu ermöglichen“, so Udo Schmitz.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „FamilyGames Kindergarten“ an die Karl Kübel Stiftung spenden. Spendenkonto: Sparkasse Bensheim, BLZ 509 500 68, Kontonummer 50 50 000.

Quelle: 
Karl Kübel Stiftung