Onlinesucht wird untersucht

MHH-Studie zu Internet- und Computersucht

ein Spiele-Artikel von admin - 26.10.2010
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Macht Spielen krank? Sicher, Spielsucht bei Lotterien, Roulette und Poker kennt man, aber bei PC- und Brettspielen? Zumindest bei den Computerspielen hat sich spätestens seit den browserbasierten Online-Spielen wie Second Life oder World Of Warcraft die Zahl von suchtauffälligen Jugendlichen erhöht. Gleiches gilt für bestimmte Shooterspiele. Onlinesucht bei Spielen ist gar nicht so selten, wie vielleicht viele vermuten. Bei Brettspielen ist so etwas dagegen weitgehend unbekannt.

Dennoch: Spielsucht im Sinne von PC-Spielen ist ein Thema. Dem nimmt sich die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) an. Die Die Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH sucht aus diesem Grund im Rahmen ihrer Medienambulanz für zwei Fragebogenstudien nach exzessiven Spielern von Computerspielen vom First-Person-Shooter-Typ und nach Menschen, die unter einer Abhängigkeit von Internet- und Computerspielen leiden.

Für die First-Person-Shooter-Studie werden ausschließlich junge Männer im Alter von 18 bis etwa 30 Jahren gesucht, die seit mindestens zwei Jahren durchschnittlich mindestens vier Stunden am Tag Shooter wie "Counter Strike" oder "Call of Duty" spielen. Nach einer telefonischen Kontaktaufnahme zur Abklärung der Studienkriterien werden den Probanden Fragebögen samt Rückumschlag zugesendet. Für das Ausfüllen und Zurücksenden der Fragebögen erhalten die Probanden eine Aufwandsentschädigung.

Für eine Interview- und Fragebogenstudie suchen die Mitarbeiter der Medienambulanz nach Männern und Frauen ab 18 Jahren, die im Zusammenhang mit der Nutzung des Internets (Online-Rollenspiele, Browser-Games, Chats, Communities usw.) ein psychisches Leiden entwickelt haben. In der Sprechstunde für Menschen mit Internet- und Computerspielabhängigkeit und anderen medienassoziierten psychischen Erkrankungen wird mit den Teilnehmern ein strukturiertes klinisches Interview und ein ausführliches Beratungsgespräch durchgeführt.

Die MHH garantiert, dass die erhobenen Daten selbstverständlich anonym ausgewertet werden. Für alle Probanden besteht grundsätzlich die Möglichkeit, über die Studie ein Behandlungsangebot innerhalb oder außerhalb der MHH vermittelt zu bekommen. Interessierte können sich direkt an die MHH wenden: Claudia Schlüter (Sekretariat) - Tel. 0511 532-7360.

Quelle: 
Medizinische Hochschule Hannover/eigene Recherche