Design-Preis für Nachhaltiges und offenes Baukastensystem

Lucky Strike Junior Designer Award 2011

ein Spiele-Artikel von Jörg Deutesfeld - 07.11.2011
Lesezeit: ca. 2 Minuten

„Man muss Wege finden, um scheinbar Unzusammenhängendes neu zusammen zu hängen. Die dingliche Umwelt wird mit diesem Baukastensystem nicht nur zum kostenlosen und Ressourcen schonenden Spielzeugpool, sondern auch zum Übungsplatz für Um- und Neugestaltung.“ So beschreibt die Jury des Lucky Strike Junior Designer Award das nachhaltige Spielsystem „Klemmi“ von Felix Krinke, das mit Kunststoffklemmen, Gurte und Nieten ein immer wieder neues kreatives Umdeuten und Verbauen von Alltagsgegenständen und Naturmaterialien ermöglicht. Der Absolvent im Studiengang Produktdesign an der Fachhochschule Aachen, entwickelte das Baukastensystem im Rahmen seiner Bachelorarbeit, die er im Sommer beim oberfränkischen Spielwarenhersteller HABA schrieb. Darin beschäftigt er sich mit visionärem Design und nachhaltigem Spielzeug.

Der Lucky Strike Junior Designer Award wurde am 27. Oktober in Hamburg verliehen. Neben dem Preisträger ehrt die Raymond Loewy Foundation weitere 26 Nachwuchsdesigner mit „Besonderen Anerkennungen“. Für den Wettbewerb waren 178 Arbeiten eingereicht worden. Award und Auszeichnungen gelten als anerkannte Eintrittskarte in den Designerberuf.

Wenn Flaschen fliegen lernen
Die „Klemmi“-Komponenten regen dazu an, Alltagsgegenstände oder Naturmaterialien fantasievoll zu verbauen und Gegenstände in neue Beziehungen zueinander zu bringen. Kinder deuten Dinge aus ihrer Umgebung um und bauen zum Beispiel aus Löffeln, einer Flasche und Gabeln ein Flugzeug. „Mein System bricht mit der konservativen Vorstellung eines Baukastens, in dem alle Bauteile und Materialien bereits enthalten sind, um zu einem vordefinierten Thema zusammen gebaut werden zu können“, sagt Felix Krinke.

Altbekanntes in neue Zusammenhänge bringen
Er hatte beobachtet, dass Kinder ihre Ideen mit Kleber, Schrauben, Schnüren oft nicht umsetzen konnten. Mit „Klemmi“ könnten Kinder kreativ werden, neue Sinnzusammenhänge schaffen, abstrahieren und verschiedenste Materialien entdecken. „Kein Thema, kein Material und keine Anwendung wird in meinem Baukasten vorgegeben oder ausgeschlossen“, so der junge Designer.

Nachhaltiges Spielen: Kaum Materialverbrauch
Dem Anspruch der Nachhaltigkeit, den der junge Designer neben dem hohen Spielwert ebenfalls verfolgt, genügt das Konzept in mehrfacher Hinsicht: Die zu Spielzubehör umfunktionierten Dinge können später wieder unbeschadet in ihrer normalen Funktion benutzt werden. „Vorhandenes wird als Baumaterial verwendet, anstatt material-, kosten- und energieaufwendig für einen einzigen Verwendungszweck hergestellt zu werden“, erläutert Felix Krinke. Und die „Klemmi“-Teile selbst sind so konzipiert, dass sie aus verrottbarem Bio-Kunststoff oder recyclebarem Kunststoff gefertigt werden können.

Quelle: 
Katja Nikisch - Habermaaß GmbH