Neue verspielte Wege für die Politik
Auf der Eröffnung der Leipziger Buchmesse wurde der Kulturstaatsminister Weimer von Teilen des Publikums ausgebuht. Hintergrund ist der Ausschluss von drei Buchläden von der Nominierungslisten für den Deutschen Buchhandelspreis, wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“. Aufgrund dieser Vorkommnisse ist eine Neustrukturierung des Preises durch das Staatsministerium für Kultur und Medien geplant. Das Fiasko soll sich nicht noch einmal wiederholen, daher wird der Fokus künftig auf weniger anstößige Bereiche der Kultur gelegt.
Ab 2027 nehmen Spielehändler am Buchhandelspreis teil
Ab dem Jahr 2027 wird der Preis nicht mehr nur an Buchläden vergeben, sondern auch an Spielwarenläden mit dem Schwerpunkt Gesellschaftsspiele, die zusätzlich Bücher im Angebot haben. So soll das Hauptaugenmerk des Preises laut informierten Kreisen wieder auf die Kultur und ein familienfreundliches Umfeld gelenkt werden. Extremismusverdachtsfälle sind von den Spieleläden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu befürchten.
Laut übereinstimmenden Gerüchten soll Staatsminister Weimer in einer Krisensitzung erklärt haben: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Fachhandel für Spiel und Buch stärker berücksichtigt wird. Hier können wir eine politische Haltung ausschließen, denn besonders der Gesellschaftsspielbereich eckt in der Regel nicht an und ist extrem beliebt. Daher sorgen Sie ab 2027 dafür, dass diese Läden ganz oben auf den Listen stehen.“
Schon jetzt sucht die Politik die Nähe zum Spiel
Im Vorgriff auf die kommende Preisverleihung in 2027, erfahren die kommenden Veranstaltungen für Gesellschaftsspiele ebenfalls mehr Aufmerksamkeit. In Anbetracht des Skandals und der generellen Glaubwürdigkeitskrise der Politik suchen immer mehr Politikerinnen und Politker die Nähe zum Spielen. So hat sich zur Spiel Doch! in Dortmund im April 2026 der Dortmunder Oberbürgermeister Kaloudis angekündigt, weil der bisherige Kulturdezernent Ende März in den Ruhestand geht und die Nachbesetzung noch ungewiss ist.
Im Oktober 2026 wird in Essen zur SPIEL hoher Besuch erwartet. Da die Kultur Ländersache ist und in NRW im Frühjahr 2027 ein neuer Landtag gewählt wird, wird die Spiel Essen durch den Besuch der Kulturministerin des Landes NRW, Ina Brandes, beehrt. Sie wird sich im Rahmen eines Rundganges und anschließender Podiumsdiskussion in Halle 4 über die weltgrößte Spielemesse informieren. Weitere Persönlichkeiten der Spitzenpolitik werden erwartet. Alle haben das Ziel, sich in einem positiv aufgeladenen Umfeld bürgernah und menschlich zu zeigen.
Spiel, Kultur und Politik rücken endlich zusammen
Ob 2026 in Berlin, zur Verleihung der Spiele des Jahres, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Verleihung besuchen wird, konnte hingegen noch nicht bestätigt werden.
Allerdings ist zu erwarten, dass viele andere Köpfe der Politik immer wieder zu Spiele-Events auftauchen werden. Das wird aus allen Bereichen der Branche und Szene begrüßt. Denn so bedauerlich die Vorfälle um die Preisverleihung des Deutschen Buchhandel Preises sind, sind die Aussichten auf diese Aufwertung des Gesellschaftsspiel umso erfreulicher.
So wird Spielen am Ende doch noch zum politisch akzeptierten Kulturgut. Reich der Spiele wird diese spannende Entwicklung auch über den 01.04. hinaus weiter begleiten und berichten.

8 Kommentare
Obacht… Bomb Busters, Terrorscape und ähnliches im Sortiment gibt ein negatives Ranking beim Verfassungsschmutz und schmälert die Gewinnchancen 😉
Secondhandläden erhöhen ihre Förderchancen mit der Aufnahme von alten MB-Titeln wie „Panzerschlacht“ und „U-Boot-Jagd“ als Beitrag zur neuen Kriegssüchtigkeit.
Ich kann es mir so eigentlich nicht vorstellen. Aber die Spielwarenläden werden den Preis des Buchhandels bereichern. Umgekehrt verkaufen Buchketten doch auch Gesellschaftsspiele. Deswegen ist die Neuausrichtung des Preises der richtige Weg.
Uff, fast hätte ich… Weil es so echt wirkt.
Immer schön den Kalender im Blick halten 😉
Genau. Dieser Artikel war unser Aprilscherz 2026. Hätte so sein können. Ich bin aber überzeugt, wir werden das so oder ähnlich noch erleben. Ich müsste eigentlich eine Rubrik „Gesellschaftsspiele in der Zukunft“ machen. Nächstes Thema wäre dann: „Dr. G. Ame verschreibt Spielen auf Rezept“.
Aber nur, wenn ich an den Patentrechten beteiligt werde. Das ist schließlich MEIN Konzept.
„Ich bin aber überzeugt, wir werden das so oder ähnlich noch erleben.“
Mit dieser staatlichen Gängelei von Kunst und Kultur, wie wir sie in den letzten Jahren erleben müssen, würde ich mir das eher nicht wünschen.
„Ich müsste eigentlich eine Rubrik „Gesellschaftsspiele in der Zukunft“ machen.“
Da empfehle ich Prokrastination. Wenn nicht jetzt, wann dann? 😉
Das ist ja schon mehr eine April-Satire. Ich muss gestehen, ich habe das beim ersten Lesen (mit Erstaunen) ernst genommen. :-/