Nachgefragte Teestunde

Autor Günter Burkhardt über Darjeeling

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 10.10.2007
Darjeeling von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Günter, trinkst du gerne Tee? Oder wie bist du auf das Thema deines neuen Spiels Darjeeling gekommen?
"Eigentlich bin ich mehr ein Kaffeetrinker, aber Guatemala Cafe ist ja gerade herausgekommen. Aber im Ernst: Meine Frau ist Teetrinkerin und da ist uns aufgefallen, dass es noch kein Spiel zu diesem Thema gibt. Außerdem lassen sich dabei sogar mehrere Szenarien (Indien, China, Ceylon) umsetzen."

Um was geht es inhaltlich in Darjeeling?
"Die Spieler sammeln in einer offenen Auslage mit einer Sammlerfigur Tee in Form von Kisten ein. Diese Kisten müssen zusammengesetzt und dann verschifft werden. Natürlich gibt es mehr Punkte, je größer die Kisten sind."

Welche Mechanismen benutz du, um das Thema spielerisch umzusetzen?
"Das Sammeln besitzt einen relativ freien Bewegungsmechanismus, allerdings muss man mit Siegpunkten weitere Schritte bezahlen. Die Spielern sammeln nun geheim Kisten beliebiger Größe und entscheiden, wann sie diese verschiffen wollen.
Hier ist es wichtig, den richtigen Moment zu erwischen, denn die aktuell zuletzt verschifften Kisten bringen immer am meisten Punkte. Diese Idee hatte ich schon einmal versucht, in einem Spiel um Auto-'Erlkönige' umzusetzen, bei dem es ja auch darauf ankommt, immer das neueste Foto zu schießen. Bei Darjeeling ist diese Idee nun verbunden mit einem neuen Nachfragemechanismus."

Wie funktioniert dieser Nachfragemechanismus?
"Das Spiel besitzt so etwas wie eine Rutsche, auf der sich für jede Teesorte zwei Markierungssteine befinden. Immer wenn man eine Sorte verschifft, wird der untere Stein herausgenommen und oben wieder eingesetzt. Punkte gibt es dann dafür, wenn schön länger keine Kiste dieser Sorte verschifft wurde. Das kann man leicht an Abstand zum anderen Markierungsstein der gleichen Farbe ablesen."

Worauf sollten Spieler in der ersten Partie besonders achten? Welche Fallstricke warten auf sie?
"Die Spiele verlaufen sehr unterschiedlich, je nach Mentalität der teilnehmenden Spieler. Wenn einige Spieler dabei sind, die schnell punkten wollen, zwingen sie die anderen, nachzuziehen. Warten alle mehr ab, dann wird mehr gepokert."