Besiegelter Stadtbau

Rüdiger Dorn über sein Spiel Die Baumeister von Arkadia

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 08.10.2006
Die Baumeister von Arkadia von Ravensburger
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Rüdiger, um was geht es inhaltlich bei deinem neuen Spiel Die Baumeister von Arkadia?
"Die Spieler bauen gemeinsam die neue Stadt Arkadia, bestehend aus Gebäuden und einem Kastell, auf. Dabei versucht jeder Spieler mehr Ruhm zu erlangen als seine Mitspieler."

Wie wird das Thema spielerisch umgesetzt, welches ist der Hauptmechanismus?
"Der Spieler, der an der Reihe ist, entscheidet sich für eine der beide Aktionen 'Gebäude bauen' oder 'Arbeiter einsetzen'. Anschließend kann er sich bis zu viermal im gesamten Spiel einen Nachschub in Höhe von zwei eigenen Arbeitern holen - verbunden mit einer Wertung, wenn er will!
Das Bauen von Gebäuden erfolgt durch das Ausspielen einer Gebäudekarte. Der Spieler spielt diese und platziert das Gebäude. Anschließend setzt er ein Siegel in der Farbe der Karte auf das Gebäude. Setzt der Spieler Arbeiter (neutrale und/oder eigene) ein, so geschieht dies immer an genau einem Gebäude.
Durch das Setzen von Arbeitern und das Legen von Gebäuden können ein oder mehrere Gebäude umschlossen werden. In diesem Fall erfolgt eine Ausschüttung in Form von Siegeln, die wiederum in der eigenen Wertung zu Gold (=Siegpunkte) gemacht werden können. Der Wert der Siegel ist abhängig von den sichtbaren Siegeln im Kastell."

Die ersten Fotos zeigen einen dreidimensionales Aufbau des Spielfeldes. Wie wichtig ist dir diese plastische Darstellung? Wie schwer war es, einen Verlag dafür zu begeistern?
"Die plastische Darstellung des Kastells unterstützt den Wertungsmechanismus. Immer wieder können sichtbare Kastellsteine (auf deren Oberseite die Siegel abgebildet sind) überbaut werden – somit ändert sich fortlaufend der Wert der Siegel! Da heißt es, den richtigen Moment einer Wertung zu erwischen! ;-)
Clemens Tuerck und Frank Weiß, beide Ravensburger, waren von Anfang an sehr angetan von diesem Spiel. Natürlich mussten wir noch an einigen Schrauben drehen, um das Beste herauszuholen. Ravensburger hat keine Kosten gescheut, das Spiel wunderschön umzusetzen. Dass mein Lieblingsgrafiker Michael Menzel das Spiel gestalten durfte, war für mich das Sahnehäubchen!"

Worauf sollten Spieler in ihrer ersten Partie besonders achten/was vermeiden?
"Die Spieler sollten vier Dinge beachten. Sie sollten sich neutrale Arbeiter holen. Sie sollten Arbeiter immer so legen, dass eine Ausschüttung erfolgt, da man dadurch das Siegel auf dem Gebäude gratis dazu erhält! Sie sollten sich auch mal eigene Arbeiter holen ohne eine Wertung durchzuführen. Sie sollten
eigene Arbeiter immer so platzieren, dass sie benachbart zu mehreren Gebäuden stehen. Dadurch sind sie bei mehreren Ausschüttungen beteiligt!"

Du hast zuletzt mit Goa und Louis XIV zwei sehr taktische Spiele veröffentlicht. Die Beschreibung von Die Baumeister von Arkadia klingt ebenfalls, als ob einige taktische Komponenten vorhanden sind, erscheint aber beim "Familienspieleverlag" Ravensburger. Wie ist das Spiel in dieser Hinsicht einzuordnen?
"Die Baumeister von Arkadia ist ein Lege- und Setzspiel, das deutlich weniger komplex ist, aber taktische Möglichkeiten hat."

Wodurch hebt sich deiner Meinung nach dein Spiel von anderen "Bauspielen" ab? Zur Spiel wird zum Beispiel mit Die Säulen der Erde ein thematisch sehr ähnliches Spiel veröffentlicht. Ärgert dich das?
"Nein, das ärgert mich nicht. Thematisch gibt es Ähnlichkeiten. In beiden Spielen entsteht in der Mitte ein Bauwerk, in beiden gibt es Baumeister und Arbeiter. Spielerisch gibt es dagegen keine Gemeinsamkeiten. Bei Die Säulen der Erde hat die Kathedrale die Funktion des Rundenanzeigers. Das Kastell in Die Baumeister von Arkadia wird aktiv von den Spielern gebaut und beeinflusst die Wertigkeiten der Siegel. Am Ende des Spiels ist die fertige Stadt Arkadia zu sehen."