Bernd Eisenstein über sein Strategiespiel Panthalos

Titanen in der antiken Unterwelt

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 13.09.2014
Schachtelgrafik des Brettspiels Panthalos - Foto Irongames
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Bernd, zur Spiel in Essen 2014 veröffentlichst du das Brettspiel Panthalos. Der Name klingt nach Antike. Was bedeutet er und was fasziniert dich an diesem Themenumfeld?
"Panthalos soll nach dem antiken Griechenland klingen. Es ist eine eigene Wortkreation, die von Tantalos/Tartarus, der griechischen Unterwelt abgeleitet ist. Ich habe mich bei all meinen Veröffentlichungen der Antike verschrieben. An dieser Zeit fasziniert mich, was die Menschen damals ohne modernen Hilfsmitteln zu Stande bekommen haben ... Gebäude, die die Menschheit bis heute Überdauert haben, legendäre überlieferte Geschichten von Helden, Göttern und Königen. Das lässt zumeist viel Raum für eigene Interpretation und für stimmungsvolle grafische Gestaltung."

Was wird Aufgabe der Spieler bei Panthalos sein?
"Die Aufgabe lautet profan, die meisten Punkte zu machen. Dies ist allerdings durch unterschiedliche Vorgehensweisen zu erreichen: Verschiedene Waren lassen sich veredeln, an die Händler liefern. Der Ertrag dafür ist immens, aber der Aufwand auch. Die Waren lassen sich auch für den 'schnellen Punkt' verschiffen, um möglicherweise später weitere Punkte zu erhalten. Außerdem punktet man, indem man einem Titan aus der Unterwelt trotzt, der die Spieler Runde für Runde bedroht und durch gezielte Duelle mit anderen Spielern."

Mit welchen spannenden Mechanismen setzt du das Thema um? Was macht den besonderen Spielreiz aus?
"Vom Grundsatz her haben wir ein Arbeitereinsetzspiel, allerdings werden die Arbeiter durch sechsseitige Würfel repräsentiert, die während der Partie mächtiger werden können, um potenziell bessere Felder besetzen zu dürfen und höhere Erträge zu erhalten. Der Anführer besitzt besondere Fähigkeiten. Gegenüber vieler anderer Arbeitereinsetzspiele bietet Panthalos die Möglichkeit des direkten Konflikts - das sorgt für reichlich Interaktion. Das Spielende hält diverse Wertungen bereit, die es zu beobachten und zu beeinflussen gilt."

Panthalos - das Spielbrett - Foto von irongamesDu stehst für eisenharte Strategiespiele. Wird Panthalos wieder die erfahrenen Vielspieler ansprechen?
"Hehe - Ich liebe selbst anspruchsvolle Strategiespiele und möchte mit Panthalos wieder diese Zielgruppe bedienen. Gut - Palmyra war im letzten Jahr etwas leichtere Kost, weshalb wohl einige Käufer leicht enttäuscht waren.

Dabei ist Panthalos von den Grundregeln her nicht sehr kompliziert. Schon nach ein oder zwei Spielrunden führt man seine Aktionen schneller aus. Was dabei den meisten Sinn macht - darin liegt die Schwierigkeit."

Welchen Tipp gibst du Spielern für ihre erste Partie Panthalos. Worauf sollten sie besonders achten?
"In den Spielregeln habe ich bereits die wichtigsten Hinweise abgedruckt (nicht das Duell scheuen und keinem Spieler beide der potenziell stärksten Handwerker überlassen). Besonders wichtig ist der Startspielervorteil. Hierbei will man auch gerne noch bis zuletzt in der Spielrunde aktiv bleiben. Dazu gibt es diverse Möglichkeiten - auch mal eine auf den ersten Blick unlukrative Aktion ausführen. Immer aufpassen, dass man noch genügend Aktionsscheiben besitzt. Gegen Spielende sehr genau abschätzen, welche Wertung(en) noch eintreten und diese gegebenenfalls auslösen bzw. verhindern."

Die Schachtelgrafik wirkt sehr martialisch. Der Titan versprüht eine zerstörerische Wirkung. Passt das wirklich zu diesem Spiel? Warum hast du dich für diese Grafik entschieden?
"Der Titan soll einen der Titanen aus der Unterwelt repräsentieren. Ist auf dem Cover natürlich absichtlich übertrieben dargestellt. Auf dem Spielplan findet sich auch der 'Unterweltbereich', bei dem bereits eine Mauer eingestürzt und die Bäume verdorrt sind. Es ist einer der Aspekte, die in dem Spiel vorkommen und ich wollte nicht das hundertste nichtssagendende Stadtidyll auf dem Cover."

Panthalos ist in einer Auflage von 1.000 Exemplaren erhältlich. Die Spiele werden nummeriert. Aus deiner Erfahrung heraus: Sollten Interessierte das Spiel vorbestellen, bevor sie zur Spielemesse nach Essen kommen? Welche Bezugsmöglichkeit haben Spieler, die nicht zur Messe kommen?
"Ganz so krass wie zum Beispiel beiden Lamontbrüdern läuft es bei mir (leider) nicht ab, aber eine Vorbestellung empfiehlt sich gerade, wenn man es vielleicht erst Samstag/Sonntag auf die Messe schafft. Allzuviele Spiele kann ich nicht mitnehmen.

Ich beliefere diverse Onlineshops in Deutschland und Europa, aber wie groß das Restkontingent dann ist, kann ich schwer abschätzen."
 

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