Elektronik in Spielen!?

Zum Kinderspiel des Jahres 2012

ein Spiele-Artikel von Axel Bungart - 12.06.2012
 von
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Nach 2008 konnte sich Ravensburger in 2012 zum zweiten Mal mit einem elektronisch gestützten Spiel die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres sichern. Glückwunsch!

Und schon hört man Fragen wie: Gehört die Zukunft der Elektronik im Spiel? Oder mehr noch: Wird die Elektronik die guten alten Plättchen, Steinchen und Karten, ja, die Spielpläne dereinst ersetzen?

Es gibt sicher sinnvolle Verknüpfungen von Elektronik und Spielbrett, wie ja nicht nur Ravensburger bewiesen hat. Auch Yvio fand ich einen guten Ansatz, nur viel zu teuer.

Aber in einem bin ich mir völlig sicher: Werden die elektronischen Möglichkeiten auch noch so verfeinert und umfangreicher, werden sie das Brettspiel an sich nicht verdrängen. Und zwar deshalb nicht, weil das Erleben eines Spiels nicht allein von dessen Verlauf und Ausgang abhängt, sondern vom Spielen an sich. Man könnte in dieser Hinsicht sagen, der Weg ist das Ziel. Wir wollen nicht nur gewinnen, wir wollen spielen und zwar im wörtlichen Sinn. Denkt mal an ein Puerto Rico ohne Gebäudeplättchen, an ein El Grande ohne Steinchen, Agricola ohne Meeples, Zäune und Äcker, die man bepflanzt. Das geht alles. Aber welchen Reiz würde das dann noch haben? Das Spiel würde auf seine Mechanismen reduziert.

Ich lasse mir gerne das Kartenmischen abnehmen oder von mir aus auch das Würfeln (wobei das eigentlich Schnickschnack ist, denn nichts kann das zufällige Ereignis eines Würfelwurfs zufälliger darstellen als der Würfelwurf selber). Und ein paar denken- oder lenkende Elemente wie bei Wer-/Wie-/Wo- oder Was war's? schaden auch nicht. Aber verdrängen wird das nichts und niemanden.