Die Branche boomt

Bericht von der Eröffnungspressekonferenz der 31. Internationalen Spieltage 2013

ein Spiele-Artikel von Axel Bungart - 24.10.2013
Lesezeit: ca. 3 Minuten

„Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr“ verkündete Dominique Metzler vom Veranstalter Merz-Verlag zum Auftakt der Spiel ’13 im für die Journalisten ungewohnten Saal Europa der Messe Essen. Zum einen, weil die Spielemesse 2013 erstmals seit 29 Jahren wieder umziehen muss: aus den Hallen 4-13, die abgerissen und neu gebaut werden, in die Hallen 1-3. Dort wächst die die Netto-Ausstellungsfläche auf 48.000 m² an. Aber auch, weil die Internationalen Spielertage mit über 700 Ausstellern und weit über 800 Neuerscheinungen wieder einen ungebrochenen und rekordverdächtigen Zuspruch der Verlage, Händler und nicht zuletzt der rund erwarteten 150.000 spielbegeisterten Besucher erfährt.

Kein Wunder also, dass sich die Branche nach wie vor über steigende Absatzzahlen freut, die aber zum überwiegenden Teil aus einer Preissteigerung für ihre Produkte resultiert. „Die Spieler legen heute mehr wert auf Qualität, schönere Features, Gimmicks und aufwendige Spielregeln“ ergänzte Hermann Hutter, Sprecher der Fachgruppe Spiel. Mit einem Plus von 5 % liegt der Bereich der Brett- und Kartenspiele auch über dem Durchschnitt der gesamten Spielwarenbranche, deren größte Sparte sie nach wie vor ist. Lediglich die Sammelkartenspiele trüben mit einem Minus von 11 % das Gesamtergebnis.

Wenn in diesem Jahr ein Trend erkannt werden will, dann der Trend zur Vielfalt. So sind wie im Vorjahr wieder kooperative Spiele unter den Neuerscheinungen, doch die Auswahl an Familien- und Strategiespielen für erfahrene Spieler ist geradezu überwältigend. Dazu tragen in zunehmendem Maß ausländische Verlage aus der ganzen Welt bei. Quasi als Wechselwirkung steigt besonders im europäischen Ausland der Bekanntheitsgrad aber auch der Erfolg der „German Games“. Es überrascht daher auch nicht, dass der Exportanteil der deutschen Großverlage bei rund 30-50 % liegt. In Österreich, Frankreich, Schweden und sogar in Brasilien konnten deutsche Spiele in jüngster Vergangenheit sogar nationale Preise einheimsen.

Darüber, wie opulent die Verlage ihre Spiele auch in diesem Jahr teilweise ausstatten, konnte man sich auf der Neuheitenschau im Anschluss an die Pressekonferenz überzeugen. Als „Special Guest“ stellte Kaya Yanar sein Spiel Typisch Deutsch vor – wortgewandt und witzig wie man ihn kennt. Zusammen mit Michael Feldkötter hat Yanar unter dem Dach von HUCH! & friends die in einer Bierlaune ersponnene Idee eines interaktiven Party-Quiz' mit Fragen rund um Deutschland und seine Eigenarten verwirklicht. Es dürfte sich von selbst verstehen, dass bei dem Spiel nicht alle Augen trocken bleiben. Kaja Yanar outete sich nebenbei als jemand, der „alles zockt“: von Brett- und Kartenspielen über Konsolen- bis hin zu Computerspielen.

Dominique Metzler betonte zum Abschluss der Konferenz, wie sehr ihr als Veranstalter besonders die Kleinverlage am Herzen liegen, die Jahr für Jahr mit viel Engagement und Herzblut ihre Spiele präsentieren und damit zur Vielfalt und Buntheit der Messe beitragen. „Das bringt uns alle nach vorne“ sagt sie und nimmt damit alle ins Boot.

Let the games begin!