Autor Günter Burkhardt über sein Spiel Casa Grande

Aufwärts mit Aufforderungscharakter

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 04.10.2011
Casa Grande von Ravensburger
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Günter, bei Ravensburger erscheint gerade dein neues Spiel Casa Grande. Um was geht es in diesem Spiel inhaltlich?
"Ziel des Spiel ist es, dass alle Spieler gemeinsam ein großes Bauwerk errichten. Dabei entsteht ein dreidimensionales Objekt, das, auch aufgrund der tollen Grafik von Franz Vohwinkel, ein richtiges Kunstwerk darstellt. An dieser Stelle vielleicht eine Bemerkung zum Material. Ravensburger hat sich mit den Bausteinen große Mühe gegeben, das sie drei Bedingungen erfüllen müssen: 1. Es muss ein stabiles Gesamtobjekt entstehen. Das war bei meinem Prototypen mit Steckwürfeln aus dem Kindergarten nicht so. 2. Trotzdem musste man die Würfel auch wieder leicht entfernen können, weil man ja immer Spieler hat, die wieder einen Zug zurücknehmen wollen. 3. und das war am schwierigsten: Die Bausteine mussten so aufeinander gesteckt werden können, das die Gebäudeplattform dazwischen passt. Da man auch direkt auf eigenen Steine bauen darf, mussten sie aber ohne Gebäudeplattform dazwischen einen Abstand haben, um die Höhe zu gewährleisten. Ich bin der Meinung, Ravensburger hat diese schwierige Aufgabe sehr gut gelöst. Was zum sehr guten optischen Gesamteindruck beiträgt"

Wie wird diese Geschichte auf das Brett gebracht, was ist Aufgabe der Spieler?
"Dazu benötigt man eigene Bausteine an bestimmten Positionen. Später können Bausteine und Gebäude auch auf eigenen und fremden Bauwerken errichtet werden. Je größer das Gebäude und je höher das Stockwerk ist, desto mehr Geld bekommt man dafür."

Es gibt viele Bau- und Türme-Spiele. Mit welchen Mechanismen bietest du den Spielern Spielspaß und was macht Casa Grande zu einem „ganz anderen“ Turmbauspiel?
"Das Besondere ist, dass der Würfel scheinbar zufällig die möglichen Bauplätze vorgibt. Vorplanung und vorausschauendes Bauen erlauben aber zielgerichtetes Vorgehen, zumal man sich Zusatzschritte kaufen kann."

Was empfiehlst du Spielern für ihre erste Partie? Worauf sollten sie besonders achten?
"Es gibt einige Tipps, die man beachten sollte:  Große Bauwerke sind in oberen Stockwerken zunehmend schwerer zu errichten. Diese sollte man unten angehen. Man baut zwar für sich, aber gerade bei den o. a. großen Bauwerken sollte man die Planungen der Mitspieler im Auge behalten, um diese gegebenenfalls auch zu durchkreuzen. Auch wenn die Mitspieler Punkte bekommen, wenn auf deren Gebäude gebaut wird, sollte man dies nicht scheuen. Nur so kommt man nach oben."

Siehst du Casa Grande eher bei den anspruchsvollen Spielen von Ravensburgern oder ist es ein klassisches Familienspiel, bei dem Eltern auch mit ihren Kindern gemeinsam Spaß haben können?
"Aus meiner Sicht ist das Spiel schon etwas 'unter' z. B. Asara angeordnet. Die Regel sind denkbar einfach (würfeln, ziehen, bauen, evtl. Gebäude errichten) und die Dreidimensionalität hat einen großen Aufforderungscharakter auch für Kinder. Insofern ist es mehr ein Familienspiel."

Du hast in den letzten Jahren einige Spiele bei größeren Verlagen veröffentlicht. Lebst du inzwischen von der Spieleentwicklung oder bist du immer noch Lehrer im Hauptberuf?
"Ich sage immer, ich bin Spieleautor und meine Frau verdient das Geld ;-). Spaß beiseite, ich bin schon seit neun Jahren Hausmann, seit dieser Zeit ist meine Frau im Schuldienst und ich beurlaubt. Ich trage mit meinen Spielen natürlich schon zum Familieneinkommen bei, aber ein vierköpfige Familie könnte ich damit kaum ernähren."