Verleger Harald Mücke über das Spiel Exposaurus

Der Zwang zur Konzentration

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 04.10.2011
Exposaurus von Mücke Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Harald, zur Spielemesse in Essen veröffentlichst du Exposaurus von Ron van Dalen. Um was geht es bei diesem Spiel thematisch? Klingt nach Dinosauriern …
„Völlig richtig, Dinosaurier - oder eigentlich deren Fossilien – spielen die Hauptrolle in diesem Taktikspiel für zwei bis vier Personen. Bei Exposaurus konkurrieren zwei bis vier Naturkundemuseen um die besten Ausstellungsstücke besucherträchtiger Dinosaurierfossilien und Edelsteine. Die von den Leitern auf Entdeckungsreise geschickten Forscher starten neue Ausgrabungen und bergen passende Fundstücke, die so in die platzmäßig begrenzten Museen eingefügt werden, dass möglichst einheitliche Sammlungen entstehen.
Bei jeder erfolgreichen Mission wechseln die nun erfahrenen Mitarbeiter zum Nationalmuseum, womit es schwieriger wird, durch neue Expeditionen die Sammlungen weiter zu ergänzen, was aber darüber entscheidet, welches Museum das größte Besucherinteresse auf sich ziehen kann.“

Wie hat Autor Ron van Dalen das umgesetzt? Welche wesentlichen Mechanismen liegen dem Spiel zugrunde?
„Neu für uns bei Exposaurus ist, dass Autor und Graphik die selbe Person sind. Ron hat also das Spiel entworfen und auch grafisch umgesetzt. Das hat die Entwicklung deutlich vereinfacht, denn aus den üblichen Dreierkonferenzen Autor-Verlag-Grafiker konnte so eine direkte Abstimmung zu zweit erfolgen.
Bei Exposaurus erhält jeder Spieler sein eigenes Museum und entwickelt somit durch das Anlagen der gefundenen Fossilien seinen eigenen Spielplan, das Museum. Die wesentliche Aufgabe der Spieler ist die Suche nach passenden Fundstücken und deren möglichst optimale Positionierung im Museum. Da die Museumsfläche begrenzt ist, ergibt sich bald schon das Dilemma sich auf bestimmte Typen zu konzentrieren.
Exposaurus ist demnach ein Aufbauspiel, wenngleich mit ein wenig ungewöhnlichem Angang. Im Spielverlauf verschärft sich die Situation durch die fortlaufende Reduzierung der Anzahl an Forschern, die für Ausgrabungen wichtig sind.“

An welche Zielgruppe richtet sich Exposaurus? Kannst du Spielern für ihre erste Partie vielleicht ein paar Tipps geben?
Exposaurus ist ein Spiel, welches für eine breite Zielgruppe passend ist. Der Gelegenheitsspieler findet hier ebenso einen Zugang wie der Vielspieler. Insbesondere deshalb, weil das Regelwerk schnell erlernbar und leicht verständlich ist.
Einen Tipp? Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man in den ersten Partien die Anzahl seiner Forscher gut im Auge behält. ;)“

Bei Exposaurus handelt es sich um den Siegertitel eures letzten Autorenwettbewerbs und das Spiel erscheint in der Edition Läufer. Kannst du uns bitte kurz zu diesem Wettbewerb etwas sagen? Was war Aufgabe der Autoren?
„Unser zweiter Wettbewerb lief im vergangenen Jahr und übertraf unsere Erwartungen doch deutlich. Es waren dermaßen viele und auch gute Spielideen dabei, daß wir voraussichtlich neun Spiele aus diesem Wettbewerb angehen werden. In diesem Jahr ist noch Urknall dabei, im nächsten Jahr kommen Dahschur, der Siegertitel komplexes Spiel, und Taschkent.
Aufgabe war, aufgehend von einem bestimmten Materialsatz ein neues Brettspiel zu entwerfen, wobei man aber hinzunehmen durfte, was man wollte. Eigentlich waren es zwei unterschiedliche Sätze: der Satz Holzbauteile aus dem Spiel Candamir (daher der Name Läufer – die Candamirfigur sieht so aus) und ein Satz Glasnuggets in drei Farben.“

In welcher Erstauflage wird Exposaurus erscheinen? Sollten interessierte Messebesucher das Spiel vorbestellen?
Exposaurus startet mit einer Auflage von 1.000 Spielen. In limitierter Auflage gibt es noch eine Erweiterung mit einer exklusiven Dinosaurierfigur.“