Spieleautor Henning Poehl über das Würfelspiel Rolling Bones

Einfach, schwarz und vollständig ins Grab

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 25.09.2011
Würfelspiel Rolling Bones von Sphinx Spiele
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Henning, dein neues Spiel, das zur Spielemesse in Essen erscheint, heißt Rolling Bones. Das klingt nach einem weiteren Spiel für die Schwarze Reihe. Erkläre uns bitte, was diese ist und wie sich das Spiel da thematisch einfügt.
"Der Titel Rolling Bones sagt eigentlich alles: die Knochen müssen rollen! Die Knochen befinden sich auf 18 Würfeln verteilt. Diese kullern schön durch die Gegend, wenn man die Würfel wirft. Nun geht darum die Knochen eines Skeletts möglichst vollständig einzusammeln, um es zu beerdigen. Es gibt insgesamt 16 verschiedene Knochen und zwei Sondersymbole auf dem Würfel. Die Sondersymbole sind ein Zylinder, damit man das Skelett mit ein wenig Stil begraben kann und natürlich ein Grabstein, der bei einem Begräbnis nicht fehlen darf. Das Spiel besteht aus herrliche schwarzen Würfeln mit strahlend weißen Symbolen. - Ich glaub das waren jetzt genügend Argumente für die Schwarze Reihe. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mich dieses Mal zu einer farbigen Regel hinreißen lassen habe. Dazu hat mir die hervorragende Grafik von Michael Holtschulte viel zu gut gefallen. Außerdem sind die Regeln so angenehmer zu lesen."

Um was genau geht es bei Rolling Bones, wie verläuft der Handlungsstrang im Spiel?
"Äh, einen Handlungsstrang gibt es jetzt nicht direkt, dazu ist das Spiel zu einfach. Es sei denn man möchte das Einsammeln von Knochen als Handlungsstrang bezeichnen. Es geht darum, möglichst vollständige Skelette zu beerdigen. Die Vollständigkeit der Skelette wird nach einem einfachen Wertungsmechanismus bewertet. Es wird in mehreren Runden gespielt, bis ein bestimmter Punktestand erreichte ist."

Rolling Bones ist also ein Würfelspiel mit leichten Regeln. Speziell hier stellt sich die Frage, wie du das Thema spielerisch umsetzt. Welche Mechanismen nutzt du?
"Nun, es ist ein Würfelspiel, dem entsprechend nutze ich den Grundmechanismus 'Würfeln'. Damit das ganze nicht in eine abstruse 'Würfellei' mit unabschätzbaren Wahrscheinlichkeiten ausartete, was bei 18 Würfeln theoretisch leicht passieren kann gibt es verschieden Mechanismen: Damit sich die Wahrscheinlichkeiten in annehmbare Grenzen halten, gibt es eigentlich nur drei verschiedene Würfel im Spiel: ein Würfel für die Arm- und Beinknochen der linken Körperhälfte, ein Würfel für die Arm- und Beinknochen der rechten Körperhälfte und ein Würfel für die Knochen von Rumpf und Kopf sowie mit den beiden Sondersymbolen Zylinder und Grabstein. Man muss nach jedem Wurf Knochen an das Skelett anlegen. Möchte jemand erneut Würfeln, um weiter nach Knochen zu suchen, so muss er dies mit Würfeln, die er aus dem Spiel nimmt, bezahlen. Dadurch reduziert sich automatisch auch die Anzahl, die maximal von ihm gesammelt werden können. Um überhaupt werten zu können, braucht man ein Grabstein. Grabsteine darf man nur herauslegen, wenn man werten möchte. Mit jedem erneuten Wurf besteht die Gefahr, dass man eventuell vorhandene Grabstein nicht mehr wieder bekommt und am Ende unter Umständen sein Skelett nicht beerdigen kann. Der Hut (Zylinder) ist ein kleines 'Zocker'-Element. Ein Skelett, dass mit Zylinder beerdigt wird, wird bei der Wertung gedoppelt. Der Zylinder ist aber auf dem gleichen Würfel wie der Grabstein, d. h., das Aufsetzen des Huts reduziert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, einen Grabstein zu bekommen und das Skelett am Ende überhaupt beerdigen zu können. Wenn es eng wird, darf man den Hut aber wieder vom ausliegenden Skelett entfernen und zurück in seinen Wurf nehmen."

Ist die Entwicklung eines solchen Würfelspiels eine besondere Herausforderung gewesen? Wie unterscheidet sich diese von der bei Kartenspielen oder einem Brettspiel?
"Nun, der wesentlichen Unterschied beim Würfelspiel zu den anderen Spielen, sind die Möglichkeiten. In einem Kartenspiel oder auch Brettspiel kann ich durch Regeln theoretisch immer alle enthaltenen Elemente des Spiels gleichzeitig ins Spiel bringen (was vermutlich nie Sinn macht). Bei einem Würfel sehe ich aber immer nur eine Seite. Bei einem sechsseitigen Würfel kann ich also nur ein Sechstel der Spielflächen auf einmal ins Spiel bringen. Dazu kommt das eine Seite immer komplett verdeckt ist. Daraus ergibt sich eine besondere Anforderung, wie man die Symbole auf dem Spielmaterial verteilt. Hinzu kommt das die Würfel bei großer Zahl für den Spieler sehr schnell unübersichtlich werden, wenn sich nur auf wenige oder einzelne Seiten unterscheiden. Thematisch ergab sich auch die Schwierigkeit, das anatomisch wenig bewanderte Personen Schwierigkeit mit der Zuordnung der Knochen hatten. Daher weisen die Würfel zusätzlich Zahlen und Buchstaben (L für links und R für rechts), die eine schnelle und bessere Zuordnung ermöglichen."

Kannst du Spielern noch einen Tipp geben, wie sie ihre erste Partie Rolling Bones angehen sollen? Gibt es wichtige Punkte, die besonders zu beachten sind?
"Das sind meine Tipps: Wenn Würfel aus dem Spiel genommen werden müssen, solange wie möglich nur Würfel eines Typs aus dem Spiel nehmen. Niemals einen Würfel mit einem Grabstein aus dem Spiel nehmen. Den Hut so spät wie möglich aufsetzen. Besser wenig Knochen mit einem Grabstein werten, als viele Knochen ohne Grabstein gar nicht werten."

Haben Spieler die Möglichkeit, das Spiel vorzubestellen oder hast du auf der Spielemesse in Essen ausreichend Exemplare dabei?
"Das Spiel ist auf 500 Exemplare limitiert und kann bis zum 16.10.2011 im Rolling-Bones-Shop (siehe Links) zu einem Sonderpreis vorbestellt werden. Leser von Reich der Spiele bekommen mit diesem Gutschein-Code: 525-639-487 sogar noch einen zusätzlichen Rabatt von 1 Euro bei der Vorbestellung. Der Code  525-639-487 muss dazu bei der Bestellung in das entsprechende Feld des Warenkorbs eingetragen werden. Ich werde in Essen vermutlich alle verfügbaren Spiele dabei haben."

 

Hinweis:
Für das Spiel hat der Verlag ein Wertungsblatt als Spielhilfe veröffentlicht, das vor allem für Spieler gedacht ist, die weniger mit den menschlichen Knochen vertraut sind. So kann auch ein Spieler mit ungeübtem Blick schnell die Knochen richtig sortieren.