Den Gegner spielen

Redakteur Christian Hildenbrand (HUCH & friends) über das Spiel Kamisado

ein Spiele-Artikel von admin - 04.10.2009
Kamisado von Huch and friends
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Christian, mit Kamisado veröffentlicht HUCH & friends ein Spiel, das bei Burley Games bereits letztes Jahr in Essen vorgestellt wurde. Was hat euch dazu veranlasst, das Spiel bei euch ins Programm zu nehmen?
„Wir sind jedes Jahr auf der Messe in Essen unterwegs, um nach viel versprechenden Schmuckstücken der Kleinverlage Ausschau zu halten. So haben wir seinerzeit Ystari oder John Yiannis Hive in unser Programm holen können. Aber im Gegensatz zu zum Beispiel John brauchte es bei Peter Burley nicht Jahre des Bequatschens, bis wir endlich durften. ;-) Hier war die Einigung schneller erzielt.
Kamisado hat von Anfang an überzeugt. Großer Spielreiz bei einfachsten Spielregeln. Ich weiß noch, wie ich beim ersten Ausprobieren gleich vier Partien in Folge spielte.“

Kamisado sieht sehr abstrakt aus, um was geht es bei dem Spiel inhaltlich?
Kamisado ist letztlich so abstrakt wie es aussieht – aber das ist ja nicht negativ zu sehen. Das Spiel beschränkt sich durch sein Gesamtbild auf das Wesentliche, auf das Duell zwischen den beiden Kontrahenten.
Die Spielregeln sind dabei leicht auf den Punkt zu bringen: Abwechselnd ziehen die beiden Spieler einen ihrer acht Türme ähnlich der Dame beim Schach. Anstatt andere Türme zu schlagen, ist das Ziel in Kamisado aber, mit einem eigenen Turm die Grundlinie des Gegners zu erreichen.“

Welche wesentlichen Mechanismen tragen das Spiel?
„Der zentrale Mechanismus ist die fehlende eigene Entscheidung, welchen der acht Türme ein Spieler in seinem Zug bewegt. Denn diese Entscheidung wird jedes Mal von seinem Gegner getroffen durch dessen Zug. Das Feld, auf das ein Spieler seinen Turm gezogen hat, gibt den Turm des Gegners vor, den dieser als nächstes ziehen muss.“

Kamisado von Huch and friends

Welche Zielgruppe hat Kamisado? Werden „Familien-„ und „Vielspieler“ gleichermaßen Freude daran haben?
„Ich denke, dass das Spiel beide Zielgruppen umfasst. Die einfachen Spielregeln – ich erkläre es komplett in einer Minute, wenn es vor mir aufgebaut steht – ermöglichen den schnellen Einstieg auch für unerfahrene Spieler. Mit etwa 15 bis 20 Minuten ist eine Partie auch schnell gespielt.
Für diejenigen, die die große Herausforderung suchen, gibt es neben der Grundregel noch einige Abstufungen, die ein anspruchsvolleres Spiel ermöglichen mit ein paar zusätzlichen Regeln. Dann kommen wir schon langsam in Schach-Dimensionen.“

Auf was sollten Spieler in der ersten Partie besonders achten?
„Man muss sich von Anfang an im Klaren darüber sein, dass man nicht in erster Linie seine eigenen Züge plant, sondern die des Gegners. Ich bestimme, was er machen kann. Und damit muss ich ihn unter Druck setzen.“

Kamisado ist in der Burley-Version optisch sehr schön ausgestattet gewesen. Übernehmt ihr diese Ausstattung?
„Nein, wir haben dem Spiel insgesamt einen neuen Anstrich verpasst. Die Schachtel von Peter Burley im letzten Jahr war eine recht große, die passt ja bei keinem ins Spieleregal. :-) Natürlich wird das Spiel vom Prinzip her den gleichen Inhalt haben, jedoch wird es nicht mehr der Kunststoff sein, den Peter in seiner Version nutzte. Die Steine sind vielmehr aus dem Material, das wir schon von den Gipf-Spielen oder von Hive kennen.
Die Spieler dürfen sich demnach auf schönes Spielmaterial freuen. Und natürlich auf ein schönes Spiel. :-)“