Mannheimer Spieliotheken von Schließung bedroht

Sparen ohne Widerstand?

ein Spiele-Artikel von Riemi - 27.01.2010
Logo Mannheimer Spieliothek von Spieliothek Mannheim
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Kommunen müssen in Anbetracht der leeren Kassen sparen. Doch woran kann man gefahrlos sparen? Jeder Verein hat doch mittlerweile seine Lobby, geht auf die Barrikaden und droht mit irgendeinem Vereinsmitglied aus der Partei.

Mist, seinen Kollegen aus der Partei den Feierabend versauen? Lieber nicht. Also woanders sparen. Wer hat noch mal keine Lobby? Ach ja richtig. Diese komischen Hansel, die als Erwachsene Gesellschaftsspiele spielen (spuck). Die, die immer erzählen, das, was sie tun, sei Kultur (was für ein abwegiger Gedanke) und wichtig für die Entwicklung unserer Jugend (gähn). Jugend? Die machen doch sowieso nur Ärger. Ups! Ja holla die Waldfee! Lasst uns doch bei denen sparen. Da erschlägt man doch direkt zwei teure Fliegen mit einer Klappe und es kräht kein Hahn danach. Im Gegenteil, die potenziellen Wähler werden geschont und die Kassen werden entlastet. Super, da könnte man glatt in einer Spieliothek ein Gesellschaftsspiel draus machen. Ah nee, genau diese Einrichtung soll doch in Mannheim nach über 30 Jahren geschlossen werden. Was zählen da schon die 8.000 Menschen, die diese Einrichtung jährlich nutzen und die über 10.000 Spiele, die im Jahr verliehen werden. Die Spiele würden bestimmt auch ein paar Tausend Euro bringen, wenn man sie verschachern würde. Die gesparten Lagerkosten ein Traum für den maroden Haushalt.

Man kann den verantwortlichen Politikern in Mannheim nur gratulieren. Viele Spieler an einem Spielbrett würde diese Strategie anwenden, wenn sie nötig wäre, um zu gewinnen. Sie ist so herrlich intrigant und man steht auch noch gut dar. „Leider sind wir aufgrund der kommunalen Schulden gezwungen, und, und, und.“ Und? Was interessiert mich eine Spieliothek in Mannheim? In meiner Stadt gibt es noch nicht mal so eine Einrichtung. Genau deswegen sollten wir Spieler nicht so darüber hinweg sehen. Heute Mannheim. Morgen vielleicht eine Spieliothek und Jugendeinrichtung in Marl. Und Übermorgen das Spielezentrum in Herne? So viele spielerische Einrichtungen gibt es nicht in Deutschland und sparen muss jede Kommune. Aber wieso muss sparen gleich Schließung sein?

Jeder, der unsere Passion teilt, kann irgendwas für die Mannheimer Spieliothek und Jugendarbeit tun. Und wenn nur drüber geredet oder geschrieben wird. Lasst die Spieler in Mannheim nicht alleine. Zeigt Flagge! (Anmerkung der Redaktion: Die Anschriften der Fraktionen im Gemeinderat sind als Download unten auf der Seite abrufbar.)