Edel sei das Spiel, einfach und rein

Martyn F. über sein Spiel TWRS

ein Spiele-Artikel von admin - 02.10.2009
TWRS von Martyn F.
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Martyn, dein neues Spiel heißt TWRS? Was bedeutet das?
TWRS = Towers, ohne die Vokale. Wenn man es weiß, ist es offensichtlich :-)“

Welches Thema liegt dem Spiel zugrunde und wie bist du darauf gekommen?
„Thema ist ein großes Wort für ein Strategiespiel. Ich begann mit einer Geschichte über Zauberer, die Türme kontrollieren, um Territorien in einem neu entdeckten Land abzustecken. Am Ende hatte ich jedoch ein reines Strategiespiel. Also entschied ich mich, ein ‚pures’ Spiel daraus zu machen: Kein Thema, keine ‚süßen Pöppel’ oder so etwas. Nur das Spiel und seine Mechanismen. Und die spielenden und denkenden Spieler.“

Welches sind die Hauptmechanismen des Spiels? Was macht den Spaß aus?
„Das Spiel wird wie Go auf einen Brett mit Linien gespielt. Jeder Spieler hat drei Türme. Sie bewegen sich wie die Türme in Schach, aber über die Linien statt über die Felder.
Jeder Spieler muss einen seiner Türme pro Runde bewegen. Nach der Bewegung kann er den Turm aktivieren, um Markierungssteine auf dem Spielbrett zu platzieren. Diese Markierungssteine schränken die Bewegungsfreiheit der gegnerischen Türme ein. Aber sie beeinflussen auch die Bewegungsfreiheit der eigenen Türme. Das ist der Punkt, an dem es spaßig wird. :-)
Die Markierungssteine haben auch noch einen wichtigeren Zweck: Als Kette schaffen sie Gebiete auf dem Brett. Und, diese Gebiete zu besitzen, darum geht es in erster Linie im Spiel.
Was das Spiel interessant macht, ist die Entscheidung, welchen Turm man bewegt und wie viel Einflussverlust man sich auf bestimmten Teilen des Spielbretts leisten kann. Aber auch die Frage, welche Gebiete am größten werden und wie sich diese sichern kann.“

Wie passt dieses Spiel in die Reihe mit deinen Spielen Wadi und Cities?
„Außer in Sachen Spieldauer und kurzen Regeln ist TWRS völlig anders. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, das Spiel in einer völlig anderen Form zu veröffentlichen. Es wird nicht allen Cities- und Wadi-Spielern gefallen. Besonders nicht, da der Preis mit 485 Euro ganz schon hoch geworden ist. Dafür erhält man aber eine luxuriöse Sammleredition, die  mundgeblasene Spielsteine aus Glas und ein elegantes Spielbrett sowie eine Spielbox aus Edelstahl beinhaltet.“

Du sagst, das Spiel hat kurze Regeln. Ist es dennoch komplex oder sogar kompliziert zu spielen? Werden Familien ebenso Spaß haben wie erfahrene Spieler?
„Die Spielregeln von TWRS sind nicht complex. Nur das Platzieren der Markierungssteine ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber es ist ein echtes Strategiespiel – ganz anders als das taktische Wadi. Es dauert ein paar Partien, bis man gute Züge erkennt und es dauert viel länger, um das Spiel komplett zu beherrschen. Ich lerne nach über 100 bis 200 Partien immer noch. :-)
Deshalb ist es kein echtes Familienspiel. Wer Dvonn, Schach oder Go mag, könnte auch dieses Spiel mögen.“

Hast du einen Tipp für Spieler, die das erste Mal TWRS spielen? Worauf sollten sie achten?
„Ja, absolut! Der wichtigste Hinweis: Jeder Zug, den man macht, endet im Verlust eines Teils des Spielbretts. Das ist unvermeidlich. Aber es ist sehr wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, wie viel Verlust man sich leisten kann. Wenn man einen großen Fehler macht, könnte man große Schwierigkeiten haben, diesen auszugleichen.
Ich versuche immer, die Markierungssteine nahe an den gegnerischen Türmen zu platzieren, ohne sie dabei zu dicht an meine eigenen zu legen. Der Grund ist, dass sie nicht nur meinen Gegner, sondern auch meine eigene Türme behindern.
Und zu guter Letzt etwas, das ich nach vielen Spielen herausgefunden habe. Man kann die Türme des Gegners mit Markierungssteinen blockieren, was sehr offensichtlich ist. Aber man kann die auch mit dem eigene Turm blockieren! Und das kann manchmal sehr effektiv sein. Es funktioniert, man kann zwei gegnerische Türme mit nur einem Zug beeinflussen.
Aber der wichtigste Tipp ist natürlich: Übe und spiele TWRS wieder und immer wieder. :-)“