Katrin Reil und Bernd Dietrich über das Brettspiel Mauna Kea von HUCH! & friends

Heiße Lavaströme und wertvolle Artefakte

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 15.08.2013
Mauna Kea von Huch and friends
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Zur Spielemesse in Essen erscheint bei Huch and friends das Spiel Mauna Kea. Das klingt nach Südsee. Was bedeutet der Name dieses Brettspiels?
"'Mauna Kea' ist hawaiianisch und heißt wörtlich übersetzt 'Weißer Berg'. Dabei handelt es sich nicht einfach um einen Felshügel, sondern den mit 4.205 Metern höchsten Berg auf Hawaii.* Der Mauna Kea ist ein schlafender Vulkan, der im Original zuletzt vor 4.000 bis 6.000 Jahren aktiv war. 'Unser' Mauna Kea spuckt immer noch Feuer."

Was ist vor diesem Hintergrund die Aufgabe der Spieler? Was erwartet diese als spielerische Aufgabe?
"Kurz gefasst: Rette sich wer kann! Etwas ausführlicher: Ein Forschertrupp, der den Mauna Kea erkundet, steht gerade am Kegel des Vulkans, als dieser ausbricht. Die Forscher – aka Spieler – müssen nun zum einen die Beine in die Hand nehmen, um schnellstmöglich zu den rettenden Booten zu kommen. Gleichzeitig wollen sie auch möglichst viele der Artefakte retten, die überall auf der Insel zu finden sind."

Wie wird der Vulkanausbruch simuliert? Wird die Lava das Spielbrett spielerisch überrollen oder bleibt dies nur Rahmen für die Artefaktjagd?
"Es gibt vier Lavaströme, die sich vom Zentrum des Spielfelds zum Rand ausbreiten. Ihr Verlauf ist dabei in jeder Partie anders. Die Ausbreitung erfolgt in Form von Lavaplättchen, nach bestimmten Regeln und sie kann von den Spielern nicht beeinflusst werden. Auch wie viele Lavaplättchen wie schnell ins Spiel kommen ist zufällig. Es kann sein, dass ein Strom seine Inselseite überrollt und ein anderer eher träge ist."

Mit welchen weiteren wesentlichen Mechanismen wird dieses Thema umgesetzt? Was macht den besonderen Spielreiz von Mauna Kea aus?
"Das Wettrennen gegen einen unkalkulierbaren Gegner, bei dem man immer wieder taktieren, abschätzen und etwas wagen muss, ist sehr reizvoll. Nie weiß man, ob das nächste Plättchen, das gezogen wird, ein Lava- oder Geländeplättchen ist. Nie weiß man, ob ich meine Plättchen lieber zur Flucht oder zur Erkundung des Geländes nutzen soll. Das Thema Vulkanausbruch/Lava fängt diesen Grundmechanismus passend auf."

Gibt es einen Tipp, wie sich Spieler in ihrer ersten Partie an Mauna Kea herantasten sollten? Gibt es typische Anfängerfehler oder etwas, was man besonders im Auge behalten sollte?
"Bei Mauna Kea gibt es eine Grundversion und eine Fortgeschrittenen-Variante. Erstere darf auch von erfahrenen Spielern beim ersten Mal gerne genutzt werden. Außerdem sollte man darauf achten, die eigenen Spielfiguren mit etwas Abstand zueinander über den Vulkan zu schicken, damit nicht alle vom selben Lavastrom begraben werden. Und speziell in der ersten Partie sollte man die Lava besonders gut im Auge behalten, um ihre Bewegungen erst einmal kennen zu lernen."

Welche Zielgruppe spricht Mauna Kea besonders an? Ist es ein Spiel für „Vielspieler“ oder ein klassisches Familienspiel? Macht es zu zweit so viel Spaß wie zu viert?
"In der Grundversion ist Mauna Kea ein klassisches Familienspiel mit mittlerem Anspruchsniveau. In der Fortgeschrittenen-Variante kommt durch Aktions- und Auftragskarten ein zusätzliches taktisches Element ins Spiel. Dann wird Mauna Kea zu einem Spiel für 'erfahrene' Familienspieler, das auch Vielspieler anspricht.
Was unterschiedliche Spielerzahlen angeht: Das Gerangel um Artefakte ist bei mehr Mitspielern natürlich etwas größer. Für den wesentlichen Mechanismus der Lavaströme ist es aber nicht Ausschlag gebend, wie viele Spieler beteiligt sind. Deshalb bleibt das Spielgefühl in unseren Augen auch in verschiedenen Besetzungen erhalten."

Die Antworten stammen von Bernd Dietrich (betreuender Redakteur) und Katrin Reil (Pressesprecherin) von HUCH! & friends

 

*Wer es ganz genau wissen will: Misst man den Mauna Kea vom Meeresboden aus, ist er mit 10.205 Metern der höchste Berg der Welt. Ob man das nicht von der tiefsten Stelle des Meeres für alle Erhebungen auf dem Land machen müsste und so die Reihenfolge der höchsten Gipfel beibehalten bleibt, ist jedoch strittig.

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