Nachlese Nürnberger Spielwarenmesse 2011

Toys Go Green

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 08.02.2011
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Lesezeit: ca. 3 Minuten

Vom 03.02.2011 bis zum 08.02.2011 fand in Nürnberg die Internationale Spielewarenmesse Toy Fair statt.  Wie jedes Jahr sind dort die Spielwaren zu sehen gewesen, die in den kommenden Monaten vom Fachhandel und den vielen Online-Shops geordert werden. Hersteller zeigen Ihre Neuheiten und bestimmen so das Bild in den Kinderzimmern der Familien und Alleinerziehenden sowie von Spielzeugfans ein Stück weit mit.

Der Branche geht es gut. Während im Messevorfeld die Fachgruppe Spiel bereits für Brettspiele und Puzzles erstaunliche Zahlen lieferte, die das Segment mit einem Gesamtumsatz von 400 Millionen Euro als stärkstes in der Spielwarenbranche auswiesen, zeigt sich der Markt insgesamt gut. Ein sattes Plus von sechs Prozent weist die Gesamtbranche auf. Das schlägt sich auch im Erfolg der Messe nieder, denn laut Messechef Ernst Kick ist die Spielwarenmesse in Nürnberg mit fast 2.700 Aussteller aus der gesamten Welt nicht nur die weltweit führende Fachmesse und eine der größten in Deutschland, sondern auch seit Jahren komplett ausgebucht.

Die Menge von neuen und bewährten Spielwaren ist beeindruckend. Aber nicht immer ist alles, was den Verbrauchern angeboten wird, auch ökologisch unbedenklich. Produktionsstätten in Fernost und Drittweltländern lassen so manchen erhofften Qualitäts- und Schadstoffstandard vermissen. Ein Beispiel ist das Unternehmen Steiff, das vor einigen Monaten die Produktion zurück nach Deutschland verlagerte, um den selbst gesetzten Qualitätsstandards entsprechen zu können.

Das Thema hat aber auch die Messeleitung erkannt und das Sonderthema „Toys Go Green – natürlich spielen“ ins Leben gerufen. Dabei zeigten Hersteller entweder den Einsatz von Umwelt- und ressourcenschonenden Materialien oder besondere Spielideen, die das Umweltbewusstsein von Kindern fördern. Ernst Kick dazu: „Das endgültige Wort wird dabei zwischen Eltern und Kindern gesprochen und ich glaube, dass das Bewusstsein der Eltern stark in den edukativen Bereich hinein geht. Man möchte den Kindern nicht nur Spielvergnügen, sondern auch Lernspaß vermitteln und dazu ist natürlich das Nachhaltigkeitsthema eines der Themen. Wie vermittle ich unseren Kindern Bewusstsein mit der Umwelt, den Umgang mit Ressourcen, et cetera.“ Dafür seien die Eltern nach einer Marktanalyse der Universität Erlangen auch bereit, etwas mehr zu bezahlen. Demnach würden 60 Prozent der Eltern zehn Prozent mehr bezahlen, wenn das Spielzeug nachhaltig hergestellt ist. Dazu zählen neben Material und Schadstoffe der gesamte Produktionsprozess inklusive Rahmenbedingungen. Das heutige Spielzeug entspreche nicht immer diesen Ansprüchen. Kick dazu: „Aber die Diskussion dazu ist notwendig und wir werden sie sicherlich auch weiter fortsetzen.“ Die Rufe nach einem Qualitätssiegel werden lauter. Eins, das kaum an objektiven Maßstäben gemessen realisierbar erscheint und doch vom TÜV Rheinland vorangetrieben wird.

Es ist ein weiter Weg zu ökologisch und sozial unbedenklichen Spielwaren in der Breite. Es ist ein kurzer Weg zum Jahresprogramm der Hersteller. Diese Diskrepanz muss weiterhin durch gesunden Menschenverstand überbrückt werden. Schon jetzt gibt es einige Hersteller, die „grüne Produkte“ in den Handel bringen. Das gilt auch für Brettspiel-Verlage. Es ist zu wünschen, dass es zukünftig noch mehr werden. Dafür hat die Spielwarenmesse in Nürnberg zumindest einen Impuls gesetzt.
 

Ergänzende O-Töne zum Thema Toys Go Green:

[asset|aid=21766|format=link|formatter=asset|title=Toys Go Green - Statement von Ernst Kick, Messe-Vorstand]
[asset|aid=21767|format=link|formatter=asset|title=Toys Go Green - Statement von Nicole Koschate, Universität Erlangen]
[asset|aid=21768|format=link|formatter=asset|title=Toys Go Green - Statement Rainer Weiskirchen, TÜV Rheinland]

 

Unsere Messeberichte:
Ratrace in Nürnberg - Besuchsbericht der Spielwarenmesse I
Ratrace in Nürnberg - Besuchsbericht der Spielwarenmesse II

 

 

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