Ratrace in Nürnberg - Teil II

Wir haben immer noch keine Zeit! - Spielwarenmesse 2011

ein spielerischer Artikel von Frank Riemenschneider - 09.02.2011
Kinder beim Spielen - in Nürnberg nur Staffage von Photopool/Spielwarenmesse eG
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Frank Riemenschneider, Beirat der Jury Kinderspiel des Jahres und Mitarbeiter von Reich der Spiele war in Nürnberg auf der Spielwarenmesse. Seine persönlichen Eindrücke der Messe und der Neuheiten beschreibt er in zwei Teilen in seinem Messebericht.

Teil II - der Nachmittag

Kosmos schießt mit einem Spieleschrotgewehr in der Spielwelt herum. Der Stand ist riesig, und man wird mit Erklärung von einem Spiel zu nächsten geführt. Da ist man froh, wenn man mal Hand an so einem Spiel anlegen kann. Das Kinderspiel Flinke Fliegen hat eine Fliegenklatsche im Repertoire. Ein Würfel zeigt an, was „geklatscht“ werden soll. Die Gegenspieler haben die Aufgabe, mithilfe einer Schnur, die an den Fliegen befestigt ist, diesen Brummer zu retten.

Noch pünktlich bei Goliath. Der Kackel-Dackel war zwischendurch im Weihnachtsgeschäft ausverkauft. Gleich 55.000 wurden in Deutschland verkauft. In der Stadt Maintal wurde echte Hundesch…kot gesammelt, um umsonst an ein Kackel Dackel zu kommen. Okay? An neuen Spielen gibt es Robby Robbe. Eine wackelnde Plastikrobbe, über die Ringe geworfen werden und neue Spiele um Schweine Schwarte. Nett war das Präsent mit der Schokolade in Dackelform.

Bei Hasbro musste man eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben wenn man in den heiligen Messestand eintreten wollte. Blöderweise war die Erklärung in italienisch und ich habe nicht genau nachgefragt, was ich da genau unterschreibe. Von daher weiß ich gar nicht, was ich schreiben darf. Außer, dass es lustig und sehr voll war. Mir fällt noch ein, man bekam an der Empfangstheke einen Eintrittszettel, den man nach drei Schritten wieder abgeben musste, um eingelassen zu werden. Fand ich cool. Dafür hat mich eine sehr sympathische Hasbromitarbeiterin morgens zur U-Bahn begleitet, damit ich mich nicht verlaufe. Nochmal an dieser Stelle Danke.

Beleduc um 15:30 Uhr. Der Spieleverlag mit einer Cocktailbar auf der Messe. Interessant sah das Spiel Emmi aus. Eine große Raupe aus Holz zum ersten Farberkennen und zählen. Bei Paul Panda soll Kindern ab vier die Wechselwirkung der Natur näher gebracht werden. Bambus anpflanzen, abholzen oder verfüttern soll die kleinen Spieler für ihre Umwelt sensibilisieren. Kleiner Abstecher zu Hape am selben Stand, um ein Turmspiel für Kinder in Augenschein zu nehmen. Erinnert entfernt an Villa Palletti von Zoch.

Nächster Abstecher zu den Obermärkische Magnetspielen, um Katz` komm raus anzuschauen. Ein wirklich sehr schönes Spiel, mit dem mal wieder gezeigt worden ist: Magnet und Spiele geht immer. Eine Katze, die Mäuse fängt, in dem sie mithilfe der Magnetkraft aus einer Tonne gehoben wird. Wirklich toll war ein Prototyp. Eine große Holzeisenbahn, die Fotografen im Kreis herumfährt, damit sie Bilder machen können. Wenn die Lok über die Schienen gezogen wird, schauen (durch Magnetkraft) in wilder Reihenfolge die Fotografenmännchen aus ihren Löchern. Stoppt der Zug, schaut nur einer raus und bringt Punkte. Ich hätte an diesem Stand gerne mehr Zeit gehabt.

Der Habastand ist einfach nur riesig. Ein Paradies für Kinder, wenn welche in die Messehallen rein dürften. Interessant sah Super Rhino aus. Ein Kartenstapelspiel, bei dem man versucht, seine Dächer loszuwerden. Bei Juwelenjagd müssen die Kinderspieler Löcher ertasten. Dazu wird ein Zahlwürfel geworfen. Die Summe muss addiert und anschließend mithilfe von zusammengesetzten und von unten angebohrten Holzkärtchen gebildet werden. Aber: es darf nur gefühlt werden. Stimmt die Summe, gibt es Schätze.

Rasch um die Ecke zu Selecta Spielzeug. Angenehme zwei Neuheiten. Pappsatt ist ein Tierfütterungsspiel, bei dem die Kinder das passende Futter mit ihren Figuren zu den Tieren bringen. Wem dies als bestes gelingt, gewinnt. Da Angelspiele niemals unmodern werden, gibt es eine weitere schöne Ausführung von Selecta für die kleinen Spieler. Mir hat das Ausprobieren schon Spaß gemacht.

So, jetzt die Beine in die Hand und von Halle 3 zur Halle 10.1 laufen. Nebenbei fahre ich den ein- oder anderen mit meinem Trolley an. Bei Huch/Hutter gibt es ein Glas Wasser. Die Konzentration lässt aber so langsam nach. Beim Story Cube werden Symbole gewürfelt, die man alle in einer Geschichte unterbringen muss. Eigentlich ganz faxig. Bei dem Kinderspiel SchuhBidu lernen die Kinder die Grundfarben und spielen mit Größen- und Längenverhältnissen. Ziel ist es, passendes Schuhwerk für seinen Tausendfüßler zu beschaffen.

Richtung Amigo um kurz vor sechs. Kaffee und Kekse bringen den Kreislauf jetzt auch nicht mehr in Schwung. Bei Coco Schnipp – Hurra die Affen sind los! total versagt. Kokusnüsse in einen „Teich“ zu schnippen, macht aber Laune. Noch mehr Spaß macht So ein Ring`l`Ding mit Haargummis. Auf einer Karte kann man sehen, wie verschiedenfarbige Gummis um die Hand gelegt werden müssen. Wer das am schnellsten schafft, schlägt auf eine Halli-Galli-Glocke.

Feierabend in Nürnberg. Ab zum Bahnhof. Dass ich ganz schön geschlaucht war, habe ich daran gemerkt, dass ich mein Zugabteil und meinen Sitz ungefähr zehn Minuten lang suchen musste. Während dieser Zeit bin ich, keine Ahnung wie oft, daran vorbeigelaufen. Etwa nach 22 Stunden und zwei Bier, bin ich nach meinem Aufbruch ins Bett gefallen und mit einem zufriedenen Lächeln eingeschlafen. 

 

Unsere Messeberichte:
Toys Go Green - Nachlese der Spielwarenmesse 2011
Ratrace in Nürnberg - Besuchsbericht der Spielwarenmesse I
 

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