Preview: Rallyman

Ein Rennspiel besser als Formula D?

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 04.10.2010
Rallyman von Rallyman
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Eigentlich ist die Überschrift falsch. Beim Spiel Rallyman von Jean-Christophe Bouvier handelt es sich nur indirekt um ein Rennspiel. Vielmehr ist Rallyman eine äußerst interessante Rallye-Simulation. Das bedeutet, hier wird nicht unbedingt um die Wette gefahren, sondern auf Zeit. Im Resultat mag das kein Unterschied sein, im Spiel jedoch sehr wohl. Denn wie bei einer richtigen Rallye geht es um das schnelle Absolvieren von Wertungsprüfungen.

Der Mechanismus erinnert im ersten Moment sehr an Formula D. Jedoch mit einem erheblichen Unterschied. Die sogenannten Gangwürfel geben bei Rallyman nicht die Streckenweite vor, die ein Wagen, das sogenannte MRC – Micro Rally Car -, zurücklegen kann, sondern hat Einfluss auf die pro Streckenabschnitt benötigte Zeit. Im Spiel läuft das wie folgt: Jeder Spieler hat fünf Würfel mit jeweils einem Gang (1 – 5) sowie zwei Gaswürfel. Nun darf er vom Start an nacheinander jeden Würfel einmal würfeln und jeweils ein Feld vorziehen. Dabei kann er in einem Gang bleiben und den Gaswürfel benutzen oder einen Gang nach oben oder unten schalten, jedoch keinen Gang überspringen. Das macht er solange, wie er möchte bzw. kann (maximal sieben Würfel bzw. Felder). Oder bis er drei Ausrufezeichen gewürfelt hat (auf jedem Gangwürfel sind zwei solcher Symbole auf jedem Gaswürfel ist eins).

Dass pro Würfel bei Rallyman dennoch nur ein Feld zurückgelegt wird, ändert aber nichts daran, dass es sehr spannend wird. Denn in der Praxis können nun zwei Dinge passieren. Beim dritten Ausrufezeichen verliert der Fahrer die Kontrolle über den Wagen und verliert wertvolle Zeit. Kommt der Fahrer gut durch seine Würfelrunde, nimmt er anderenfalls am Ende eine Gangkarte, die dem zuletzt gespielten Gang entspricht. Und an der Stelle wird es bei Rallyman richtig taktisch. Denn je höher der Gang und damit die Gangkarte am Ende des Zuges ist, desto weniger Zeit hat der Fahrer für diesen Streckenabschnitt benötigt. Die auf der Gangkarte verzeichnete Zeit wird dem Fahrer für die Wertung notiert. Zugleich ist diese Gangkarte Ausgangspunkt für die nächste Würfelrunde. Also nichts mit immer im ersten Gang los und im fünften Gang fertig und wenig Zeit benötigen. Wer die Vorrunde im fünften beendet, muss entweder weniger Felder fahren, was mehr Runden und darüber mehr Zeit bedeutet, oder in niedrigere Gänge schalten. Was mehr Zeit für die Wertung bedeutet. Am Ende sollte jeder Fahrer bei Rallyman eben möglichst wenig Zeit benötigt haben ...

Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, geben Kurven noch maximale Gänge vor und Kuppen laden zum Springen ein. Dazu sind jederzeit technische Probleme und Schleudern möglich. Trotz der Würfel ist Rallyman deshalb durchaus etwas taktischer als Formula D einzuschätzen. Mit Rallyman kommt ein Spiel aus Frankreich auf den deutschen Markt, das dort bereits seit einigen Monaten Rennspiele-Fans begeistert. Ein Tipp, nicht nur für die Spiele-Messe in Essen.