Spiele-Sommerloch ...?

Oder: Schätze aus längst vergangenen Tagen!

ein Spiele-Artikel von Jürgen Strobel - 03.08.2011
 von
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Also ich weiß ja nicht, wie es euch geht? Aber es ist mal wieder Sommer! Wirklich? Denn, wenn man zurzeit aus dem Fenster schaut, so bekommt einen das Gefühl, als ob schon bald wieder Herbst sei. Und das, wo doch gerade in meinem Bundesland erst die Sommerferien begonnen haben. Aber diese Zeit ist für uns Brettspieler doch besonders hart, oder? Man spricht dann allgemein von einem Sommerloch. Viele Mitspieler sind verreist oder sind lieber draußen, um die wenigen Sonnentage zu genießen. Und so findet sich kaum jemand, der mit einem das ein oder andere Spielchen wagen könnte. Zudem herrscht eine kleine Spieleflaute was Neuerscheinungen betrifft. Kommen doch die meisten Spiele erst zur Messe in Essen heraus oder sind erst angekündigt mit noch unbestimmten Erscheinungstermin. Da heißt es dann für alle Hardcore-Spielefraeks: Augen zu und durch.

Und dennoch, es zog mich zuletzt mal wieder in meinen viel zu vollen und viel zu kleinen Keller voller Spiele. Da sah ich sie dann die Schätze aus längst vergangenen Tagen. Und plötzlich überkamen mich viele Erinnerungen an Spielegelage in unterschiedlichsten Konstellationen aus einer längst verronenen Zeit wie in einer Sanduhr. Und ich mußte daran denken, dass diese Zeit und diese Augenblicke nie wieder kommen würden. Und wenn man diese doch einfrieren möchte, wie ein Standbild, um es wieder und immer wieder hervorkramen zu können, um diesen einen Augenblick noch einmal zu durchleben können. Wehmütig schaute ich auf die Stapel voller Spiele und zu fast jedem Spiel viel mir spontan ein Erlebnis oder eine witzige Geschichte dazu ein. Die Gesichter, die darin vorkamen. Die Menschen, die in mein Leben traten, und die Menschen, die ich wieder aus meinen Blickfeld verloren habe.

Aber es geht uns, glaube ich, allen so. Es sind genau diese Momente und diese Augenblicke, in denen einem wieder bewußt wird, das wir nur für eine kurze Zeit hier sein werden. Und das, was wir tun und nicht tun, einmalig bleiben wird. Und wie ich also so dastand in meiner Melancholie, so überkam mich ein Gefühl, diese alten Schätze an Spiele doch wieder einmal auf den Spieletisch zu bringen und eine neue Zeitrechnung mit Ihnen zu beginnen. Mit anderen Menschen, in einer anderen Zeit! Und so beschloß ich, dass mein nächstes Spiel auf keinen fall eine zwei als Jahreszahl der Veröffentlichung vorne stehen hat. Und dass ich diesem alten Spiel ein würdiges Commback geben würde. So werde ich auch dieses Sommerloch überstehen mit Spielen aus einer anderen Zeit.

Und wenn ich das nächste mal in den Keller gehen sollte, werde ich neue Erinnerungen haben mit Menschen, die mir hier und jetzt lieb und teuer sind. Und mit einem Lächeln im Gesicht drehte ich mich um, löschte das Licht und ging die Kellertreppen hinauf. In eine Neue Zeit!

"Es ist nicht Verzweiflung, denn Verzweiflung ist nur für jene, die das Ende unzweifelhaft erblicken. Das tun wir nicht. Es ist Weisheit, die Notwendigkeit zu erkennen, wenn alle anderen Möglichkeiten erwogen sind, obwohl es denjenigen wie Torheit vorkommen mag, die sich an falsche Hoffnungen klammern. Nun gut, laßt Torheit unseren Deckmantel sein, ein Schleier vor den Augen des Feindes."
Gandalf / Herr der Ringe - Die Gefährten

Kommentare

Danke für die kleine Prise Nachdenklichkeit - dieses "Wehmütig-vor-den-Spieleschätzen-stehen" kenn wir wohl alle:

Der überfüllte Spieleschrank mit Schätzen gepaart mit den unterschiedlichsten Empfindungen längst vergangener Partien...

Ach ja... *seufz* -

Den positiven Gedanken mit der Neuen Zeit und alten Spielen gilt es tatsächlich einmal durchzudenken!

 

Spiele Grüße im Sommerloch,

Tom13

 

bei uns ist es irgendwie ganz anders. Wir spielen neue Spiele ein oder zwei Mal, und da es so gut wie kein Spiel in unseren Spiele-Olymp schafft, bleiben wir bei den alten Spielen, wie Siedler, Tabu, Activitiy oder dem guten alten Stadt, Land, Fluss.