Spielemesse: große Spiele für kleine Kinder

Katja Nikisch erklärt, wie Haba die Großspiele auswählt

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 22.09.2011
Kleine Magier - Großspiel 2009 von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Reich der Spiele hat nachgefragt, wie Spieleverlage sich auf die Spielemesse in Essen vorbereiten. Die folgenden Fragen hat Katja Nikisch beantwortet. Sie ist bei Haba beschäftigt und für die Pressearbeit für Spiele zuständig. 

 

Katja, Haba bietet auf der Spielemesse in Essen stets viel Platz zum Spielen für die Kleinen. Wie wichtig ist es für euch als Verlag, in Essen präsent zu sein?
„Die SPIEL ist für uns (wie für alle Verlage) wichtig, da es die weltgrößte Messe dieser Art ist.“

Unter anderem präsentiert ihr eure Neuheiten. Gibt es ein bestimmtes System, welche Spiele als Exemplare zum Ausprobieren bereitgestellt werden?
„Das hängt davon ab, welche Spiele bereits lieferbar sind. Bei der Entwicklung und Produktion von Spielen sind so viele Personen, Firmen und andere Faktoren beteiligt, dass das nicht immer so klappt, wie man sich das wünscht.“

Ein besonderes Augenmerk liegt immer auf eurem „großen Brettspiel“. Das wird als Großspiel für die Kleinen nicht nur spielbar, sondern regelrecht erlebbar. Kannst du uns bitte beschreiben, wie ihr das Spiel auswählt und wann und wie die Entscheidung für die Umsetzung erfolgt?
„Wir setzen eigentlich immer unser Highlight des Jahres um – auch wenn das nicht immer einfach ist. Etwa im Juli beginnen wir mit den Überlegungen, wie man das Spiel umsetzen kann und wie die Deko rund herum aussehen könnte.“

Katja Nikisch von Reich der SpieleGibt es bei der Präsentation eures Großspiels etwas zu beachten? Wie sehr fließen Überlegungen ein, was die Kinder besonders toll finden könnten?
„Wir müssen z. B. darauf achten, dass die Spielmaterialien nicht zu groß werden, sodass die Kinder sie nicht mehr bewegen können oder zu schwer. Außerdem passen wir ggf. die Regeln etwas an, sodass das Spiel nicht so lange dauert, da ja meistens schon einige Kinder warten, dass sie auch endlich mitspielen dürfen. Natürlich versetzen wir und bei all diesen Überlegungen immer in die Kinder hinein und überlegen, was uns gut gefallen würde. Daher gibt es dieses Jahr auch ein besonders cooles Geschenk für alle Mitspieler: Eine Banditen-Augenmaske!“

Gab es in der Vergangenheit Spiele, die ihr in dieser Form präsentiert habt, die besonders gut oder besonders schlecht angekommen sind oder die besonders kniffelig als Großspiel zu fertigen waren?
„Aufwändig sind sie eigentlich immer – aber da wir eine eigene Schreinerei im Haus haben, können wir solche Sachen gut umsetzen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Stein auf Stein, das war 2003. Da hatten wir einen großen Kran aus Holz und riesige Schaumstoffbausteine, die damit bewegt werden konnten. Die Kinder bekamen orange Westen und Bauarbeiter-Helme auf. Das sah super süß aus und die Kinder wollten gar nicht mehr weg.

Besonders kniffelig waren die Kleinen Magier aus 2009: Die riesigen Holz-Zahnräder mussten sich leicht drehen lassen. Da haben unsere Schreiner und Techniker lange getüftelt und schließlich Kugellager eingebaut – das war zwar aufwendig, hat aber super funktioniert.“

Ihr habt einen großen Stand mit viel Platz zum Spielen. Gerade Kindern müssen Spiele aber anders erklärt werden als Erwachsenen. Wie wählt ihr eure Spieleerklärer aus, wie werden diese geschult und worauf achten sie besonders?
„Unsere Erklärer sind alle fest bei HABA angestellt bzw. machen gerade ihre Ausbildung bei uns. Wir achten darauf, was die Kunden am Stand möchten: Oft lesen sie die kurzen Anleitungen selbst. Aber wer Hilfe benötigt, kann sich gerne an die Erklärer mit den gelben Shirts wenden. Da wir im Laufe des Tages vielen Besuchern viele Spiele erklären müssen, erläutern wir sie meistens kurz den Eltern, die sie dann an die Kinder weiter geben. Manchmal ergeben sich da aber auch so nette Runden, dass der Erklärer auch mal ein ganzes Spiel mit einer Familie durchspielt.“

Hast du zum Abschluss noch einen Haba-Spieletipp für Eltern mit kleinen Kindern, die auf die Spielemesse nach Essen kommen?
„Das ist schwierig, weil die Kinder je nach Alter ganz unterschiedliche Vorlieben haben. Für alle Kinder ab vier Jahren haben wir das neue Spiel Gary Gouda dabei. Auch als Großspiel. Mehr verrate ich hier aber noch nicht – da müssen die Besucher schon vorbei kommen und sich selbst ein Bild machen. :-)“