Spielgefühl: Cacao

Das nicht nominierte Arbeiter-Einsetz-Legespiel

ein Spiele-Artikel von Hendrik Breuer - 28.05.2015
Cacao, Spielszene, Foto: Hendrik Breuer
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Vor ein paar Tagen sind die Nominierten zum „Spiel des Jahres 2015“ bekannt gegeben worden. Für Cacao von Phil Walker Harding (Abacusspiele) hat’s leider „nur“ zu einem Platz auf der Empfehlungsliste gereicht. Aber was soll’s, Cacao ist trotzdem ein super Spiel und für mich besser als zumindest zwei der Nominierten. (Aber darum geht’s hier gerade nicht.)

Wir sind hier nicht bei Carcassonne!

Über Cacao liest man häufiger, dass es an Carcassonne erinnere. Das stimmt schon, allerdings auch nur, weil beide ähnliches Material aufweisen. Cacao ist ein Legespiel, weil man *Kalauer* in jeder Runde Plättchen ablegt. Im Gegensatz zu Carcassonne fühlt es sich aber nicht wie ein Legespiel an. Bei Cacao geht es um taktisches Ressourcenmanagement und nicht darum, bestimmte Landschaften oder eine sonstige Auslage über ein gesamtes Spiel entstehen zu lassen.

Man legt eigene Plättchen, die an jeder Seite unterschiedlich viele Arbeiter aufweisen, an allgemeine Plättchen an, die einen Aktionen ausführen lassen. Man kann Kakaobohnen ernten, diese zu unterschiedlichen Preisen verkaufen, Mehrheiten in Tempeln erlangen oder Gold aus Mienen zu Tage fördern. Dazu muss man noch darauf achten, auf einem Fluss möglichst weit vorzurücken, um am Ende nicht zu viele Minuspunkte einzusacken.

Cacao: So viele Gründe für eine Nominierung

Jeder Arbeiter auf den Plättchen wird genau einmal aktiv, danach spielt er keine Rolle mehr (bis auf ein paar wenige, die zur Schlusswertung herangezogen werden). Cacao spielt sich wie ein Arbeiter-Einsetz-Spiel, bei dem jeder 44 „Einmal-Arbeiter“ zur Verfügung hat. In Kombination mit den Plättchen ist das durchaus ein innovativer Spielansatz um einen spannenden, aber leicht zugängliche Mechanismus, den ich so noch nicht gesehen habe.

Hinzu kommt, dass Cacao wirklich (und auch in voller Besetzung!) nach 45 Minuten beendet ist, die perfekte Länge für ein Familienspiel, das man auch gerne zwei Mal hintereinander wegspielt. Die Entscheidungen, die getroffen werden müssen, sind weder banal, noch so weitreichend, dass man lange überlegen müsste. Das Spiel geht in jeder Phase flott von der Hand.

All das hätte meiner Meinung nach eine Nominierung locker gerechtfertigt. Aber auch ohne gilt: ganz klare Kaufempfehlung!