Spielgefühl: Legacy - Quest for a Family Treasure

Anspruchsvoll und ungewöhnlich

ein Spiele-Artikel von Axel Bungart - 24.09.2020
Legacy - Quest for a Family Treasure - Ausschnitt - Foto von Argyx
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wir erhielten kürzlich ein Demo eines neuen Deduktionsspiels, das man grob in die Kategorie der Escape-Spiele einordnen würde, vom Verlag aber eher als Adventure bezeichnet wird. So oder so: Es geht darum, Rätsel zu lösen.

Der noch junge Verlag Argyx Games aus Frankreich hatte von dieser Art Spiel zunächst eine Escape-Box mit dem Titel Apocalypse herausgebracht. Nun folgt vermutlich Anfang kommenden Jahres das zweite Spiel dieser Art: Legacy – Quest for a Family Treasure.

Der Verlag lehnt sich bei der Beschreibung recht weit aus dem Fenster: Begriffe wie „alternate reality“ oder „immersive“ lassen die Erwartungen hochsprudeln. Und in der Tat ist die Ausstattung des Spiels nicht eben alltäglich. Eine Flaschenpost, eine 3D-Brille, echte Fotos, Plastiken von Werkzeugen und diverse „auf echt“ getrimmte Papierdokumente finden sich schon in der kleinen Demoversion des Spiels. In der kompletten Fassung sollen es um die 40 Ausstattungselemente sein.

Legacy: Quest for a Family Treasure - schneller Einstieg

Legacy - Quest for a Family Treasure - Spielszene - Foto von Axel Bungart

Die Aufgaben für die Spieler werden ihnen in einem Brief eines Notars mitgeteilt. Dazu gibt es Verweise auf eine Homepage, auf der sich zum einen Links mit Hinweisen und zum anderen Hilfen zur Lösung der Rätsel finden.

Und damit ist man auch schon mittendrin. Wie bei vielen Spielen dieser Art gibt es keine Anleitung (zumindest nicht in unserer Demoversion). So versucht man, anhand der Aufgabenstellung einen Ansatz für die Lösungen zu suchen. Damit tut man sich anfangs schwer, denn schnell stellt man fest, dass das Vorgehensmuster von den bekannten Escapespielen von Kosmos oder der Unlock-Reihe (Space Cowboys) deutlich abweicht. Eher früher als später nimmt man die Hinweislinks in Anspruch, was in manchen Fällen sogar unerlässlich ist. Eine zugriffsfreundliche Internetverbindung ist somit obligatorisch. Überhaupt wird das Internet immer wieder aktiv einbezogen. Sei es auf extra erzeugten Homepages oder sogar der Versand und Erhalt (!) von Emails.

Anspruchsvolle Rätsel bei Legacy: Quest for a Family Treasure

Das ist zum einen ein ganz neues Spielgefühl, weil es tatsächlich das Gefühl von Immersion erzeugt. Man ist also so in das Geschehen eingebunden, dass man den spielerischen Rahmen gewissermaßen vergisst. Keinesfalls zu viel versprochen! Zum anderen erfordert es von den Spielern ein erheblich weiträumigeres Denken, um sich den Lösungen zu nähern. Daran muss man sich erst gewöhnen, und aus unserer escapespielerfahrenen Gruppe war zumindest einem das zu viel, zu wenig geführt, zu wirr. In jedem Fall ist es anspruchsvoll. Dass alle Texte nur in Englisch und Französisch verfasst sind, erleichterte die Sache nicht gerade, war aber zu bewältigen.

Legacy - Quest for a Family Treasure - Schachtel - Foto von Argyx

Aber auch außerhalb sprachlicher Barrieren konnten wir nur die wenigsten Rätsel ohne Hilfestellung lösen. In wieweit man das als Qualitätsmerkmal ansehen möchte, liegt im Auge des Betrachters. Unklar blieb, ob das teilweise daran lag, dass es nur ein Demo war und wir die anderen Episoden, die eigentlich Inhalt des gesamten Spiels sein werden, nicht kannten, oder ob hier tatsächlich beim Weg zur Lösung der Rätsel ab und an Gedankensprünge vollzogen werden müssen, die schwer nachvollziehbar sind.

Daher soll dieser Erste Eindruck auch nur ein solcher sein, der sich überwiegend auf das Erscheinungsbild und das Spielgefühl richtet. Da allerdings kann das Spiel sehr überzeugen und macht neugierig auf die Endversion. Die Kickstarterkampagne wurde im August 2020 abgeschlossen. Wir behalten Legacy: Quest for a Family Treasure für Euch im Auge.

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