Erfindungen richtig auslegen

Hanno Kuhn über sein Spiel Uruk - Wiege der Zivilisation

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 09.10.2008
Uruk - Die Wiege der Zivilisation von DDD Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Hanno, zur Spiel '08 in Essen stellst du bei DDD dein neues Spiel Uruk – Wiege der Zivilisation vor. Wie bist du auf ein Spiel um die alte sumerische Stadt gekommen?
„Über Umwege. Seit Jahren hatten Wilfried und ich die Idee zu einem Kartenspiel, in dem Erfindungen die zentrale Rolle spielen sollten. Da es zahllose Erfindungen gibt, mussten wir den Pool verkleinern. Einigermaßen überschaubar sind die ersten Erfindungen der Menschheit beziehungsweise diejenigen, die die Basis der zivilisatorischen Entwicklung ausmachen. Das führte uns direkt zu den Sumerern, die die erste Hochkultur mit ihren Städten Ur, Uruk, Nippur und anderen hervorbrachten.“

Ist das Spiel im Ablauf ähnlich wie das ähnlichu betitelte Die Wiege der Renaissance, das zur Spiel '07 veröffentlicht wurde?
„Definitiv nicht. Uruk ist gänzlich anders als die Die Wiege der Renaissance. Für Uruk haben wir auf Brettspielelemente verzichtet und mehr Wert auf neu interpretierte, klassische Kartenspielelemente gelegt. Im Kern geht es darum, Erfindungen zu machen, deren Effekte zur Gewinnung von Ressourcen zu nutzen, mit den Ressourcen Dörfer und Städte zu bauen und sein ‚Volk’ über die Qualität der Erfindungen zu entwickeln. Dies wird am Ende des Spiels bewertet. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.“

Mit welchen Mechanismen setzt du das Thema um?
„Im Wesentlichen sind dies Kartenmechanismen: Karten sammeln, kombinieren und auslegen (Erfindungen machen), die Auslage entwickeln und optimieren. Der Zugmechanismus ist ein ‚Drei-aus-sechs-Aktionssystem’, das dem aktiven Spieler gestattet drei Aktionen aus sechs möglichen zu wählen.
Was für den Spielspaß letztendlich entscheidend ist, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich denke aber, dass erstens das Aktionssystem viel spielerische Freiheit bietet, zweitens das kombinatorische Element des Kartensammelns und Auslegens einen gewissen Pfiff hat und drittens die übrigen Komponenten so ineinander greifen, dass synergetische Effekte entstehen, die letztendlich ein sattes, ästhetisch ansprechendes Spielgefühl hinterlassen.“

Uruk - Die Wiege der Zivilisation von DDD VerlagWo würdest du Uruk einordnen, für welche Spielergruppen ist es geeignet, wie komplex ist es?
„Uruk gehört sicherlich ins Umfeld von San Juan, Race For The Galaxy und ähnlichen Vertretern dieser Gattung. Zielgruppe sind deshalb eher Spieler, die es etwas anspruchsvoller mögen. Es ist aber bei weitem nicht so komplex wie Through the Ages.“

Kannst du bitte Spielern für ihre erste Partie ein paar Tipps geben?
„Ja, gerne. Bringt die richtige Stimmung mit, entspannt Euch, seid offen für Neues.
Für das Spiel selbst ist es wichtig, in der Anfangsphase möglichst die ‚billigen’ Dörfer zu bauen. Auch sollte man immer ein, zwei Erfindungen, die Ressourcen hervorbringen, ausliegen haben. Im weiteren Verlauf ist es wichtig, darauf zu achten, rechtzeitig wenigstens eine Erfindung zu machen, die zusätzliche Siegpunkte bringt.“

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit DDD, ein Verlag der bisher eher für Rollenspielprodukte bekannt war?
„Alle aktiven DDD-ler sind auch begeisterte Brett- und Kartenspieler. Persönlich kennen wir uns schon seit den frühen 90-ern des letzten Jahrhunderts. Sowohl von Verlags- als auch von Autorenseite war die Zeit etwas Neues zu wagen, einfach reif.“