Spielerische Aufführung

Hans van Tol über sein Spiel Opera

ein Spiele-Artikel von admin - 18.10.2009
Opera von Huch and friends
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Hans, eines deiner neuen Spiel heißt Opera. Heißt das auch, dass es um Opern geht?
„Ja, vor knapp vier Jahren habe ich einen Artikel über ein Stück gelesen, in dem Wolfgang Amadeus Mozart die Hauptfigur war. Ich dachte, dass Musik ein schönes Thema für ein Spiel wäre. Ein halbes Jahr später, im September 2006, hatte ich alles zusammen und bastelte den ersten Prototypen. Seitdem war klar, dass dies Spiel Opera heißen würde.“  

Was müssen die Spieler im Spiel machen, um was geht es?
“Die Spieler bauen ihr eigenes Imperium von Opernhäusern in ganz Europa auf. Sie müssen Rechte schöner Opern bekannter Komponisten erwerben, um Aufführungen in ihren Häusern zu planen und das Publikum zu begeistern. Aber es ist kein Spiel, in dem es ums meiste Geld geht. Die Dukaten sind nur ein Instrument, um die populärste Oper aufführen zu können und das prestigevollste Opernhaus zu bauen. Bekannte Musikstücke sind der Schlüssel, um Opera zu gewinnen.“

Welches sind die Hauptmechanismen, die du für Opera gewählt hast?
„Das Spiel hat ein sehr schönes und neues System: Die Budgetübersicht. Diese kontrolliert die Abfolge der Aufführungen und die Stärke der Aktionen, die von den Spieler im Spiel gewählt werden können. Ein wunderbares System, da man nicht unbedingt etwas machen muss, sondern auch passen kann. Dies ermöglicht eine große Freiheit, aber auf der anderen Seite lässt es den Kopf rauchen, da die Konsequenzen der Entscheidung (ja, nein oder teilweise) sehr schwer komplett zu kalkulieren sind.
Wir nutzen Rollen, um Aktionen zu ermöglichen – ein bisschen ähnlich wie bei Puerto Rico, aber es ist schön, dass man selbst entscheiden kann, wie stark man eine Aktion nutzen möchte. Im Laufe der Runden, drei gibt es, ist das sehr interessant, da man sehr gut im Voraus planen muss.
Die Ruhmesrangliste, die die Popularität der Komponisten anzeigt, ist wirklich sehr gelungen, da man sie ein wenig beeinflussen kann, aber allein nicht alles kontrollieren kann. Man muss genau beobachten, auf welche Komponisten die anderen vertrauen, man darf sich nicht nur auf die eigenen konzentrieren.
Es gibt noch einige andere Mechanismen, zu viele, um sie alle aufzuzählen. Aber die genannten sind die am deutlichsten sichtbaren.“

Gibt es bei der ersten Partie etwas, worauf man besonders achten sollte?
“Man sollte zu Beginn des Spiels auf keinen Fall ein Gebot von weniger als fünf abgeben. Das haben wir auch in die Regel aufgenommen. Danach sollte man einfach Spaß haben. Natürlich wird man in der ersten Opera-Partie viel lernen und es in der nächsten besser machen wollen.  Wenn man das Spiel mit erfahrenen Spielern spielt, sind die Siegchancen erheblich geringer, aber beim nächsten Mal wird man es besser machen. Man wird bei jedem Spielen immer noch neue Aspekte, Kombinationen, geschickte Züge, Dinge, die man machen und lassen sollte, entdecken.
Auf der anderen Seite eine positive Bemerkung: Das Spiel ist sehr sorgfältig ausbalanciert worden, weshalb es nicht allzu schlimm ist, wenn man in der ersten Hälfte der Partie ein paar kleine Fehler macht. Natürlich muss man sich dann aber in der zweiten Hälfte ranhalten. Das progressive Wertungssystem ermöglicht es, am Ende mit ein paar sehr guten Zügen das Spiel noch retten zu können.“

An wen richtet sich das Spiel: Familien und Freaks?
„Wir hoffen natürlich an alle, aber das Spiel ist ganz bestimmt eher für erfahrene Spieler und für Spieler, die eine Herausforderung mögen. Wir haben das Spiel gründlich mit Spielern aller Altersgruppen getestet, alle Spieler mochten den Spielablauf. Das Thema selbst ist dagegen eher etwas für Erwachsene. Mechanisch ist das Spielsystem aber sehr kompakt und logisch, sodass es pfiffige Kinder ab etwa zehn Jahre spielen können. Ein weiterer Vorteil des kompakten Spielablaufs ist, dass der Widerspielreiz von Opera enorm ist.“ 

Das Spiel wird in Deutschland von Huch and friends veröffentlicht. Wie kam es zur Zusammenarbeit? Handelt es sich um eine engere und langfristige Kooperation?
„Mit Huch and friends haben wir seit 2005 Kontakt. Sie haben 2006 Die Unbezwingbare Stadt veröffentlicht. Wir haben ein gutes Verhältnis mit Huch and friends, aber sie sind nicht der einzige deutsche Verlag, mit denen wir eine gute Partnerschaft aufgebaut haben.“