Natürlich Büffel jagen

Dirk Liekens über sein neues Spiel Wind River

ein spielerischer Artikel von Michael Weber - 26.09.2008
Wind River - Prototyp von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Dirk, in Essen veröffentlicht Argentum dein Spiel Wind River. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
„Vor zwei Jahren bin ich mit ein paar Prototypen meiner Spiele zur Spiel '06 nach Essen gefahren. Ich habe zwei davon Roman Mathar von Argentum vorgestellt. Er entschied sich, diese zu testen, und ein Jahr später trafen wir uns in Essen wieder. Wir sprachen über mein Spiel Wind River und kamen überein, dass er sich Anfang 2008 entscheiden wollte, ob er das Spiel veröffentlicht oder nicht. Anfang Februar war der Vertrag unterschrieben.“

Um was geht es im Spiel und wie bist du auf dieses Thema gekommen?
„Im Spiel geht es um die indianischen Ureinwohner von Amerika, die im Einklang mit der Natur leben. Sie folgen den Büffelpfaden über die Ebenen.
Ich war schon immer sehr angetan von ihrer Lebensweise und entschied mich, ein Spiel darüber zu machen. Von dieser Idee zur ersten Version des Spiels habe ich ein halbes Jahr benötigt.“

Mit welchen wesentlichen Mechanismen setzt du dieses Thema um? Was ist das Besondere?
„Jeder Spieler hat pro Runde zwei Aktionen. Die erste Aktion beinhaltet immer die Bewegung einer bestimmten Anzahl von Büffeln, die zweite Aktion darf man wählen. Das Spezielle des Ganzen ist, dass man darauf achten muss, dass der Stamm den Kontakt zu den Büffeln nicht verliert. Denn man muss den Stamm nicht nur fortbewegen, sondern ihn auch vergrößern, um das Spiel gewinnen zu können, und man die eigenen Leute auch ernähren können.“

Welchen Stellenwert hat das Material im Spiel?
„Ich nutze normalerweise sehr schlichtes Material, weil ich mich auf die Mechanismen des Spiels konzentriere, nicht auf sein Äußeres. Aber für dieses Spiel habe ich Kuhfiguren als Büffel benutzt.
Ich glaube, die Verlage suchen keine hübsch gestalteten Spiele, sondern Spiele mit einem guten Mechanismus. Am Ende, wenn sie sich für eine Veröffentlichung entschieden haben, gibt es noch die Illustratoren, die das Spiel optisch ansprechend werden lassen.“

Worin liegt für dich selbst der persönliche Reiz bei einer Partie Wind River?
„Ich mag Wind River, weil man es auf zwei verschiedene Arten spielen kann: als familienfreundliches oder als knallhartes Spiel. Natürlich hängt das von der Spielerzusammensetzung ab.
Zweiter Grund ist es das Timing im Spiel. Man muss immer zusehen, den eigenen Stamm im richtigen Moment zu vergrößern, denn ein größerer Stamm bringt gleichermaßen Vor- und Nachteile.
Spielern, die Wind River zum ersten Mal spielen, rate ich, bei der Wahl der Aktion zuerst auf die eigene Position zu schauen und nicht zu früh zu expandieren. Außerdem sollte man stets ein paar Nahrungsvorräte haben, die lassen sich immer gut gebrauchen.“

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