Würfel sind Kackbratzen!

Einer musste es mal sagen!

ein Spiele-Artikel von Riemi - 04.10.2014
Frank Riemenschneider
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Du kennst die Situation: Einen Würfel in der Hand, wobei die Wertigkeit völlig egal ist, und du darfst nur eine einzige Zahl nicht würfeln. Nur eine Zahl! Nennen wir sie: Eins. Dieser eine Wurf entscheidet darüber, ob du gewinnst oder unter ferner liefen das Spiel abschließt.

Eigentlich locker, da die Wahrscheinlichkeit für dich spricht. Du holst mit der Hand aus und aus der Runde kommt auf einmal der Kommentar „Jetzt kommt bestimmt die Eins“. In deinen eigenen Gedanken hörst du noch „Bitte nicht“. Leider ist es dann schon zu spät. Anscheinend haben Würfel für solche Statements ein feines Gehör und machen sich dann einen Spaß daraus, denjenigen, der den Wurf gemacht hat, zu verarschen. Die Eins fällt natürlich unter dem grölenden Gelächter der Mitspieler. War ja klar! Diese doofen Würfelvorhersager! Die haben ja nichts zu verlieren. Wenn die Vorhersage trifft, hat jeder Spaß. Außer einem! Scheint an der Schadenfreude zu liegen. Oder am Spaß, irgendeinen Scheiß zu labern und dann auch noch recht haben. Im Prinzip liegt es aber an den Würfeln.

Die schicksalhafte Fügung des Würfelpechs

Einige Spieler und Spielerinnen haben es deswegen aufgegeben und packen Würfelspiele erst gar nicht mehr an. Es hat für sie einfach keinen Zweck. Wenn sie es trotzdem wieder mal versuchen, wird ihnen wieder nur bewusst gemacht, warum sie um Würfelspiele einen großen Bogen machen. Oder sie haben sich mit ihrem Schicksal angefreundet und nehmen es mit Humor. Die Mitspieler im Übrigen auch, da sie wissen, er/sie kann einfach nichts dafür. Egal welches Würfelspiel angepackt wird. Ein Heidenspaß für alle, die nicht Betroffen sind. Schicksal eben.

Als Schicksalsschlag nehme ich mittlerweile Die Siedler von Catan - das Würfelspiel von Kosmos an. Es muss auch hier an den Würfeln liegen. Meine Frau lacht sich schon schlapp, wenn wir im Urlaub dieses Spiel spielen und ich fast immer verliere. Dabei schaffe ich manchmal richtig viele Punkte. Aber was nützt das, wenn mein Schätzecken mal eben so fünf bis zehn Punkte mehr erwürfelt. Das ist doch gemein – von den Würfeln. Meine Theorie: Die Würfel mögen mich dann nicht.

Ausgleichende Gerechtigkeit - zumindest wahrscheinlich

Meine Frau sagt, ich sähe die Möglichkeiten nicht. Wie meint sie das denn? Schließlich ist es nur ein Würfelspiel. Oder wie sagte mal jemand: „Ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten.“ Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte und ich verlasse mich einfach nur darauf, dass die Würfel es schon richten werden. Bei Las Vegas von Alea klappt das ja auch - meistens. Da ich bei diesem Spiel nichts anderes mache, als beim Siedlerwürfelspiel, kann das ja  nur an den Würfeln liegen.

Woran ich mich klammere: Der Spieleautor Alex Randolph hat mal gesagt: „Würfel sind gerecht.“ Anscheinend muss man nur oft genug Würfelspiele spielen, um dieses Gerechtigkeit mal zu erleben. Okay, ich gebe nicht auf, holt die Würfel raus!