Vom Schachbrett zum Schachcomputer

Tipps rund um das Spielmaterial

ein Spiele-Artikel von Michael Weber - 06.07.2016
Schach - zwischen Spielbrett und Computer
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Der vermutlich erste Schachautomat der Welt wurde im Jahr 1769 gebaut. Im Inneren versteckte sich ein kleinwüchsiger Mensch, verborgen hinter einer aufwendig konstruierten Maschinerie und bewegte über eine armähnliche Konstruktion die Figuren. Die Illusion war perfekt und die Idee eines Schachcomputers geboren. Zwar erlangte diese Schachmaschine ihren Ruf nicht wegen der Erfolge im Schachspiel, doch die Idee eines selbständig denkenden und handelnden Automaten im Schach hatte sich festgesetzt – und das bis heute. Während der saudische Großmufti jüngst das Schachspiel verbot, so bleibt das Interesse an diesem königlichen Spiel nach wie vor riesig.

Schach – ein wahrhaft königliches Spiel

Die Entwicklung von Schachcomputern ist rasant vorangeschritten und das, obwohl die Zahl der aktiven Schachspieler zurückgeht, legt man die Aufstellung des deutschen Schachverbands zur Mitgliederentwicklung zugrunde.  Doch Schach ist traditionell und kulturell so stark verankert, dass es aus dem Reich der Spiele nicht wegzudenken ist.

Was darf es sein? Unterschiedliche Arten von Schachspielen

In der Sparte der Schachspiele gibt es ganz unterschiedliche Qualitäten. Kunststoff, Holz oder ein Materialmix sind genauso an der Tagesordnung wie maschinell gefertigte Schachbretter und Spiele, die in Handarbeit hergestellt wurden. Es lässt sich zwar nicht pauschal sagen, aber grob eingeordnet sind günstige Einsteigermodelle vorwiegend für Anfänger geeignet oder als zweites Schachbrett für Vielspieler. Die Qualität der Verarbeitung spielt keine übergeordnete Rolle, hier geht es in erster Linie um die Funktion. Es gibt allerdings schön ausgearbeitete Schachbretter, die preislich akzeptabel sind. Und wer dauerhaft dabeibleiben will, für den lohnt sich auch die Investition in ein hochwertiges Schachbrett. Eine Übersicht verschiedener Spielbretter ist unter https://www.vergleich.org/schachbrett/ zu finden. Mit solchen Brettern macht Schach einfach noch viel mehr Spaß, kommt zum spielerischen Genuss doch noch das haptische und optische Erlebnis.

Schach digital: der Schachcomputer

Erfahrene Turnierspieler oder Anwärter auf einen Meistertitel erweitern ihren Besitz nicht selten um einen Schachcomputer mit aufwändigen Programme, denn sie steigen tiefer in die Stellungsanalyse ein. Solche Computer arbeiten mit ausgereiften Algorithmen und bedienen sich einer außerordentlich hohen Rechenpower. Preislich bewegen sich die hochklassigen Schachcomputer im drei- bis vierstelligen Bereich. Es gibt Schachcomputer in ganz unterschiedlichen Qualitätsstufen. Das Angebot ist riesig und es ist nicht leicht, sich zurechtzufinden.  

Stellungsspiele automatisch erkennen

Ein Qualitätssprung bei Schachcomputern, der sich deutlich im Preis niederschlägt, liegt in der Funktion, spezielle Stellungen physisch auf dem Comupterschachbrett aufzubauen und direkt im Anschluss zu spielen. Damit ein Schachcomputer diese Leistung erbringen kann, braucht er einen Ersatz für das menschliche Auge. Dafür ist ein hochsensibles Sensorensystem erforderlich, das die Positionen der Figuren auf dem Brett identifiziert und aufgrund der gesammelten Informationen die aufgebaute Spielsituation erfassen kann. Es gibt nur eine Handvoll Schachcomputer, die diese Funktion überhaupt unterstützen.

Bei den günstigeren Modellen fällt der Stellungsaufbau komplett unter den Tisch oder ist mit ein wenig Mühe verbunden. Versierte Schachspieler übernehmen die Funktionen des Computerauges bzw. der Sensoren und geben die nötigen Informationen manuell in den Schachcomputer ein.

Reiseschachcomputer: praktisch, aber wenig komfortabel

Menschen, die ständig unterwegs sind, greifen gerne auf einen Reiseschachcomputer zurück. Sie sind klein, leicht und haben Figuren, die verhältnismäßig gut stehen bleiben. Erschütterungen können ihm wenig anhaben, sodass auch im Zug oder als Beifahrer im Auto sicher gespielt werden kann. Manche Geräte verfügen "nur" über ein Display und kommen dafür komplett ohne Spielfiguren aus. Nachteile eines Schachcomputers für die Reise sind allerdings

  • der geringe bedienen Komfort und
  • die im Vergleich recht geringe Spielstärke.

Fortgeschrittene Schachspieler, die auf der Suche nach einem komfortablen, vollwertigen und auch optisch ansprechend gestalteten Schachspiel sind, werden mit einem Reiseschachcomputer vermutlich nicht glücklich. Als Ergänzung sind sie akzeptabel und für Einsteiger eine preisgünstige Empfehlung.

Tipp 1: Spielstärke einschätzen

Beim Kauf des Schachcomputers ist auf die Spielstärke des Spielers zu achten. Einerseits sollte der Spieler nicht überfordert werden, andererseits darf die Spielstärke auch nicht so gering sein, dass er  vom Computer nichts lernt. Ideal sind Geräte, deren Spielstärke sich flexibel einstellen lässt. Die Anschaffung eines Computers mit flexibler Spielstärkeneinstellung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Spieler mit dem Gerät ernsthaft trainieren und die eigenen Fähigkeiten verbessern möchten. Das gilt nicht nur für Großmeister. Denn auch Vereinsspieler in niederen Ligen oder ganz normale Schachanfänger profitiert von solchen Trainingseffekten. Mit einem flexiblen Schachcomputer ist der Ausbau der eigenen strategischen und taktischen Fähigkeiten in der Praxis nämlich gut möglich.

Tipp 2: Auf die Verarbeitung achten

Oft ist es so, dass günstige Schachcomputer (genauso wie Schachbretter) nicht so liebevoll ausgearbeitet sind, wie exklusivere Modelle. Doch egal wie günstig ein Schachbrett oder ein Schachcomputer auch ist, die Verarbeitung sollte zumindest sauber, im Idealfall auch optisch ansprechend sein. Neben der optischen Komponente empfehlen sich Schachcomputer, wenn

  • der Aufbau übersichtlich ist und
  • der Spieler sie komfortabel bedienen kann.
  • Schachfiguren, die gut in der Hand liegen sind auf Dauer ebenfalls ratsam. Sie sollten nicht zu leicht sein, damit sie einen sicheren Stand gewährleisten.

Tipp 3: Trainingsprogramme im Lieferumfang

Anfänger, Fortgeschrittene und Könner profitieren von Schachspielen, die Trainingsprogramme anbieten. Simple Trainingsprogramme bei Schachcomputern führen Einsteiger an die Grundregeln des Schachspiels heran, anspruchsvolles Trainingsprogramme hingegen verlegen sich auf komplexe und vorausschauende Schachzüge. Es ist sinnvoll, die Angebote in dieser Hinsicht miteinander zu vergleichen und im Zweifel dem Produkt mit der besseren Trainingsausstattung den Vorzug zu geben. Schachspiele mit informativen Handbüchern und ausführlichen Anleitungen sowie diversen Übungsvarianten sind empfehlenswert. Am Ende ist es aber wichtig, dass der Spieler ein gutes Gefühl hat. Denn dann macht das Spielen mehr Spaß und Schach bleibt das königliche Spiel. Nicht zuletzt ist Schach ein Klassiker der Brettspiele, was viele Fans von Gesellschaftsspielen gern vergessen ...

Foto: Clipdealer

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