Zweikampf mit gleichen Waffen
Hans im Glück und Asmodee präsentierten im Juli 2025 ihr neues Kartenspiel für zwei: Duell um Cardia. Zwei Spieler haben zwei gleiche Kartensätze. Nur deren Reihenfolgen sind zufällig, weil gemischt. Ein Spiel fast zum Losspielen, denn es gibt anfangs gar nicht viel zu erklären.
Ersteindruck: Wie spielt man Duell um Cardia?
Fünf Karten hat jeder auf der Hand. Die Karten haben Werte (1-16) und können was. Und schon geht das Duell in die erste Runde: Beide Spieler decken eine verdeckt ausgespielte Karte gleichzeitig auf. Die höhere gewinnt und sorgt so für einen von fünf benötigten Siegpunkten. Und die niedrigere? Sie zeigt, was sie kann, und entfaltet ihre Wirkung. Der Effekt der unterlegenen Karte kann gleich alles zunichtemachen. Er beeinflusst die direkte Duell-Karte, eine vorherige oder sogar eine künftige Karte. So gehen zuweilen auch Punkte flöten, die man schon sicher im Sack zu haben glaubte. Und schon wendet sich das Blatt.

Wer sich in Sicherheit wiegt, weil er nur noch hohe Karten auf der Hand hat und um die „Schwäche“ des Gegenspielers weiß, wird hart aufkommen, wenn er die Runde dennoch verliert.
Auf in den Kampf bei Duell um Cardia
Bei jedem neuen Duell hat man zu entscheiden: Punkt gewinnen oder Effekt nutzen? Das ist echt witzig. Und obwohl oder weil man die Karten des Gegners kennt, ist man besser beraten, bis zum letzten Duell aufmerksam zu sein. Manche Effekte verleihen einer bereits ausliegenden Karte zusätzliche Punkte, wodurch sie im Nachhinein ein Duell gewinnt. Und weg ist der Siegpunkt. Selbst eine vermeintliche Schwächung der eigenen Karte kann in Wirklichkeit eine Stärkung sein. Denn je höher der Wert der Karte, desto geringer die Wahrscheinlichkeit damit zu verlieren, aber je stärker ist auch der Effekt. Also aus einer starken Karte eine schwache machen?

Das Gefühl beim Spiel: Es ist ein Duell auf Kartenhöhe
Kann man das beeinflussen? Oh ja. Schon nach wenigen Partien wird klar, dass Duell um Cardia nur sehr wenig mit Zufall und dafür umso mehr mit Erfahrung und Strategie zu tun hat. In Partien mit Spielern unterschiedlicher Stärke wird der Spaß des Siegens einseitiger sein. Klar ist aber auch: Beim Kartenspielen gibt es immer auch Glück und Pech, und beides fühlt sich fast gleich an.
Ein weiteres Spielgefühl zu Duell um Cardia

Das Kartenspiel ist in der Redaktion derzeit ein heißes Thema. Auch Jörn Frenzel hat einen Ersteindruck zu Duell um Cardia. Er meint dazu:
„Die Karten haben im unteren Teil Sonderfähigkeiten aufgedruckt, die dem Ganzen eine besondere Note geben. Diese Fähigkeit darf immer nur der Verlierer des Duells zweier Karten nutzen, und das macht die Sache echt spannend. Man führt diese Fähigkeit dann so vollständig wie möglich aus und kann damit den Verlauf ganz schön auf den Kopf stellen. Das Spiel spielt sich locker und einfach und hat trotzdem eine gewisse Tiefe. Ich denke, wir werden noch viele Partien spielen. Denn es gilt, alle Schwierigkeitsstufen zu erklimmen und dann vielleicht auf Erweiterungen zu warten. Duell um Cardia ist ein rassiges Spiel für 2 Personen.“
Macht Duell um Cardia Spaß?

Duell um Cardia fühlt sich an, als spanne sich sehr bald eine große Lernkurve. Und dann macht es noch mehr Spaß. Man spielt eine Handvoll Partien, wechselt vielleicht auch mal das Kartenset (es gibt zwei verschiedene) oder nimmt die Schauplätze dazu. Zusätzliche Spielbedingungen, die das Leben für beide nicht leichter, aber abwechslungsreicher machen. Und dann geht es wieder von vorne los. 15 Minuten Zweikampf mit gleichen Waffen. Kurzweilig, spannend, sehr gelungen!

1 Kommentar
Ich spiele es auch schon eine Zeit lang und mir gefällt es richtig gut. Mir gefallen besonders diese Überraschungsmomente. Du denkst dir was aus und dein gegenüber – auch. Und dann werden zwei gleiche Karten aufgedeckt, deren Gleichstand durch andere Karten später aufgehoben werden kann. Mir macht sowas Laune.