Spiele sollen offiziell deutsches Kulturgut werden

Die SAZ fordert die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern

ein spielerischer Artikel von Dirk Janßen - 21.11.2017
Gesellschaftsspiele sollen mit 7 % besteuert werden
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Seit 2008 zählen Computer- und Konsolenspiele offiziell zur Kultur, als der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (Game) als Mitglied im Deutschen Kulturrat aufgenommen wurde. Dies wünschen sich auch der Spiele-Autoren-Zunft e.V. und der Spieleverlage e.V. für Gesellschaftsspiele. Beide Vereine haben gemeinsam einen entsprechenden Antrag in der Sektion Soziokultur und kulturelle Bildung im Deutschen Kulturrat eingebracht, in der sie Mitglied sind. Ähnliche Ziele verfolgt auch die Jury Spiel des Jahres.

Mehrwertsteuer für Spiele soll auf sieben Prozent gesenkt werden

Nach Argumentation der beiden Vereine sind Gesellschaftsspiele ein schützenswertes Kulturgut und haben eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Der Zugang muss daher – wie z. B. bei Büchern – erleichtert werden. Der Antrag wurde am 14. November 2017 angenommen und zur Beschlussfassung an den Sprecherrat des Deutschen Kulturrats weitergeleitet. Sollte der Deutsche Kulturrat dem Antrag nachkommen, würde dies zur Folge haben, dass die Umsatzsteuer auf Spiele von 19 Prozent auf sieben Prozent gesenkt werden müsste. Sicher zur Freude aller Spiele Geeks, die jedes Jahr viel Geld für ihr Hobby ausgeben.

Der Kampf um sieben Prozent und die Einordnung von Gesellschaftsspielen als Kulturgut

Auch andere Institutionen kämpfen seit Jahren für einen niedrigen Mehrwertsteuersatz für Spielwaren sowie andere Artikel für Kinder. Die Stoßrichtung ist allerdings eine finanzielle Entlastung von Eltern mit Kindern. Im Fall der Initiative der Spieleautorenzunft mit den Spieleverlagen geht es letztlich um nichts weniger als die Anerkennung von Gesellschaftsspielen als Kulturgut. Daraus würde nicht nur eine geringere Besteuerung folgen. Vielmehr würde das die Einordnung von Spieleautoren als Künstler und damit ihr urheberrechtliches Schaffen unterstützen. Genau an diesem Punkt haben in den vergangenen Jahren jedoch die Spieleautorenzunft und die Spieleverlage teilweise unterschiedliche Auffassungen gehabt. Denn einzelne Spieleverlage haben in einigen Fällen Spielideen die erforderliche Schöpfungshöhe abgesprochen. Wenn Gesellschaftsspiele jedoch als Kulturgut einzustufen sein sollen, wäre eine einheitliche Stoßrichtung aller Akteure in der Spieleszene sinnvoll.

Quelle: 
eigene Recherche/SAZ/Spieleverlage
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