Reich der Spiele
Reich der Spiele >> Rezension >> My Island

My Island

My Island - Ausschnitt des Covers - Foto von Kosmos

My Island ist die gedankliche Fortführung des Legacy-Spiels My City von Reiner Knizia aus dem Jahr 2020 (Kosmos). Wie der Name schon sagt, ist es nun eine Insel, die in mehreren aufeinander aufbauenden Partien erforscht werden soll. Für dieses Legacy-Spiel habe ich mich wieder für eine Legacy-Rezension entschieden, die Details der Kampagne aufzeigen soll.

Was ist eine Legacy-Rezension?

Um dem Legacy-Spielerlebnis gerecht zu werden, ist diese Rezension ebenfalls eine Legacy-Rezension. Das bedeutet, dass Ihr hier in (möglichst kurzen) Zeitabständen Ergänzungen der Spielbesprechung findet, nämlich immer dann, wenn wir wieder ein paar Partien gespielt haben.

Aus My City wird My Island

Das Spielsystem ist dasselbe; man zieht eine Karte, die für alle Spieler gilt und ihnen vorgibt, welches Plättchen sie als nächstes auf ihren Spielplan legen müssen. Wer es etwas genauer nachlesen möchte, kann dies in der Rezension zu My City von Jörn Frenzel. Die 28 Plättchen pro Spieler sind dieses Mal aus zwei bis vier Hexagonen bestehende Formen mit verschiedenen Landschaftstypen und kleinen Häusern. Sie müssen so zusammengelegt werden, dass stets mindestens eine angrenzende Landschaft zusammenpasst.

My Island - Legeplättchen | Foto: Axel Bungart
My Island – Legeplättchen | Foto: Axel Bungart

Da die Insel aber erst erforscht werden will, ist der Platz für die Plättchen zunächst auf das Ufer und die ufernahen Gebiete begrenzt. Erst nach und nach in den Partien öffnet sich auch das Inselinnere den Entdeckern.

Sachter Beginn bei My Island

In den ersten Partien ist die Aufgabe noch sehr übersichtlich. Da geht es mehr darum, den zur Verfügung stehenden Raum optimal zu nutzen, um besonders das Ufer möglichst vollständig zu bedecken, denn offene Uferflächen zählen Minuspunkte. Pluspunkte gibt es aber, wenn man ein Haus auf den Strand baut. In jeder Partie gewinnt, wer die meisten Punkte erzielt. Er erhält zwei Siegpunkte für die Kampagnenwertung; der Zweite erhält noch einen Punkt. Die Punkte trägt jeder auf seinem Spielertableau ab, das somit sein persönliches Spielertableau bleibt.

My Island - Inseltableau | Foto: Axel Bungart
My Island – Inseltableau | Foto: Axel Bungart

Der Letzte einer Partie profitiert von einem Bonus, der meist in einem Aufkleber besteht, mit dem er sein Tableau manipuliert. So hat derjenige in der nächsten Partie einen kleinen Vorteil und wird nicht frühzeitig abgehängt.

Nach jeweils drei Partien dürfen die Spieler einen Umschlag öffnen, der ihnen neue Spielregeln, neues Material und/oder neue Ziele ausschüttet. Und damit wird das Legacy-Erlebnis eröffnet. Fortan ist es nicht mehr nur das Ziel, das Gebiet tunlichst lückenfrei zu erforschen, sondern es sollen auch Punkte mit bestimmten Landschaftskonstellationen erzielt werden.

Macht My Island Spaß?

Die Spielrgeln von My Island sind vollständig und übersichtlich gestaltet. Weitere Spielregeln, die man in den Umschlägen findet, sind schnell integriert. Das Material ist von sehr guter Qualität und auch grafisch von Michael Menzel ansprechend illustriert.

My Island - bebaute Insel | Foto: Axel Bungart
My Island – bebaute Insel | Foto: Axel Bungart

My Island beginnt sehr seicht. In den ersten drei Partien ist die Aufgabe zwar erkennbar, aber einigermaßen reizlos. Das ändert sich erst, wenn die ersten zusätzlichen Ziele ins Spiel kommen. Da aber die Spieldauer am Anfang auch deutlich weniger als 30 Minuten beträgt, spielt man diese Partien mehr oder weniger schnell durch, um den Spielmechanismus zu verinnerlichen und Fehler aus der ersten Partie, die zu große Lücken in der Auslage bewirkten, zu erkennen und abzustellen – soweit die gezogenen Karten das zulassen. Während die Spielergebnisse anfangs nur um sehr wenige Punkte voneinander abweichen, nimmt auch die unterschiedlich hohe Punkteausbeute an Fahrt auf. An der fehlenden Interaktion ändert das nichts. Wie schon bei My City gibt es keine Berührungspunkte unter den Spielern. So puzzelt also jeder seine Insel zusammen.

My Island - Detail der Insel | Foto: Axel Bungart
My Island – Detail der Insel | Foto: Axel Bungart

Bis hierhin erzeugt My Island noch nicht die Neugier, die beispielweise Zug um Zug Legacy schon in den ersten Partien hervorruft. Man startet von einem sehr niedrigen Level, was anfangs etwas behäbig wirkt. Aber da wir nun noch 21 Partien und sieben weitere Umschläge vor uns haben, lassen wir uns überraschen, inspirieren und vielleicht einfangen von dem, was da noch kommt.

Legacy-Update I – Partien 4 und 5

In den nächsten beiden Partien ändert sich nicht viel. Aus Pfaden, die man möglichst bauen sollte, werden Straßen, was nichts weiter bedeutet, als dass die Plättchenreihe, die man legen soll, um Punkte zu machen, länger werden muss. Auch die Acker-, Dorf- und Mauerplättchen sollen nun kumuliert für Punkte sorgen, wonach sie mit kleinen Würfeln gekennzeichnet werden. Das zu bebauende Gebiet auf der Insel vergrößert sich noch nicht. Wer im Endergebnis einer Partie hinten liegt, darf sich wieder ein Sticker verpassen, nun auch auf Legeplättchen.

My Island - Schachtel - Foto von Kosmos
My Island – Schachtel – Foto von Kosmos

Ansonsten bleibt alles beim Alten. Das überrascht zwar wenig, inspiriert aber auch nicht. Im Hinblick auf die verbleibenden 19 Partien keimt ein wenig die Hoffnung auf, dass sich das in einer der nächsten Partien ändern mag.

Legacy-Update II – Partien 6 und 7

In der sechsten Partie bleibt nicht alles beim Alten, aber vieles. Lediglich der Start wird nun für alle an den Rand des Gebirges verlegt. Und wer als Erster ein Dorf, ein Bollwerk oder eine Farm baut, wird dafür belohnt. Ansonsten macht sich fast etwas wie Langeweile breit.

Die Piraten kommen

Das ändert sich tatsächlich mit dem nächsten Kapitel und Partie Nummer 7. Es gibt nun keine Punkte mehr für Häuser auf dem Strand oder für gerade Wege. An ihre Stelle treten Wegeverbindung von bestimmten Punkten auf der Karte zum Meer. Auch müssen die Spieler nun zwei zufällig bestimmte Strandfelder Piraten überlassen, die sie im Spielverlauf auch noch möglichst mit einer Mauer umgeben sollen, damit aus Strand wieder Strand wird. Im Hinblick auf das Ende des Kapitels ist es ratsam, dass man die Ausbreitung der Piraten nicht Überhand nehmen lässt. Und so ist man bemüht, dem Folge zu leisten.

Damit werden die Aufgaben mit einem Schlag vielfältiger und auch etwas anspruchsvoller. Die Auswirkungen sind, was die Punkteausbeute angeht, zwar immer noch nicht so, dass man Angst haben muss, abgehängt zu werden, aber hier können sich schon ein paar Weichen stellen.

Pfusch am Bau

Was wir vermissen, ist eine Regel, was zu tun ist, wenn man nach einiger Zeit bemerkt, dass einer seine Insel falsch bebaut hat. Natürlich kann man das auch selbst regeln. Aber hier spielt die Psychologie mit, denn weil solche Regeln immer erst dann benötigt werden, wenn Umstände auftreten, die sie erfordern, ist in diesem Moment die Bereitschaft zu einer alle Seiten befriedigenden Lösung nicht bei allen gleichermaßen vorhanden. Ein bisschen Ehrgeiz ist ja schon dabei.

Info: Diese Rezension wird nach den weiteren Etappen der Erforschung der Insel fortgesetzt. Bleibt dran!

 

Ressourcen

Infos zu My Island

  • Titel: My Island
  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Reiner Knizia
  • Spieleranzahl (von bis): 2-4
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 10
  • Dauer in Minuten: 30
  • Jahrgang: 2023

Werbung
kaufen Prüfen, ob My Island vefügbar ist bei:
Amazon
Spiele-Offensive

Mehr Spiele-Themen entdecken

Kommentieren