5 Seconds - nicht jugendfrei

ab 18

eine Spielerezension von Verena Segert - 01.05.2020
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5 Seconds - ab 18 - Logo - Foto von Megableu/Huch
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Meine Wangen erröten und ich frage mich kurz, ob ich dieser Situation noch irgendwie entkommen kann. Ein Partyspiel für Erwachsene, rasant soll es sein, ein Quickie, bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Bei dem man seinen Mitspielern Dinge über sich verrät, die man in so manch einer Runde lieber für sich behalten möchte. 5 Seconds - Nicht jugendfrei von Megableu klingt genau nach der Art von Spiel, die ich ehrlich gesagt lieber meide. Und auch meine Testrunde schaut mich etwas verwirrt an, als ich den Partyknaller auf den Tisch stelle. „Immerhin macht der Titel Hoffnung darauf, dass es schnell geht!“, lautet der Kommentar eines Mitspielers. Und so starten wir voll Vorfreude das Partyspiel für volljährige Partyhäschen.

Was rappelt im Karton?  

In der handlichen Schachtel befinden sich 150 doppelseitig bedruckte Spielkarten in einer Kartenbox, ein Fünf-Sekunden-Timer und die Spielanleitung. Der Timer erinnert an einen Regenmacher aus Kindertagen, nur dass dieser hier beim Umdrehen lustige Mööp-Geräusche von sich gibt, die an den Laut von paarungsbreiten Fröschen erinnern.

Auf den Spielkarten sind allerlei absurde Fragen zu finden, welche offensichtlich darauf abzielen, verbrecherische, versoffene oder versexte Antworten zu geben. So sind „Nenne drei Orte, an denen du kein Blut finden möchtest“, „Nenne 3 Dinge, auf die man wetten kann“ oder „Nenne 3 Dinge, die feucht sein sollten“ die eher harmloseren Fragen des Spiels, bei denen man nüchtern vielleicht sogar jugendfreie Antworten geben könnte. Die Aufmachung der Karten ist dabei eher praktisch als verspielt und bietet somit auch zu späterer Stunde die Chance, die Aufgabenstellung fehlerfrei zu lesen. Apropos Stellung – bei der Anleitung durfte der pubertäre Praktikant auch Hand anlegen. „Hilfsmittel zum Rumspielen“, „Vorspiel“ oder „Multipler Höhepunkt“ sind nur einige der Anspielungen, die in dem kurzen und ansonsten verständlichen Text zu finden sind. Die simplen Regeln wurden dadurch etwas aufgepeppt und sollen die Spieler schon einmal in die richtige Stimmung bringen.

Denn das Spiel an sich ist schnell erklärt: Wer an der Reihe ist, muss in fünf Sekunden drei Antworten geben, um einen Punkt zu bekommen. Gelingt dies dem aktiven Spieler nicht, gibt es keine Punkte und die Karte wird an den nächsten Mitspieler weitergereicht. Dies geschieht solange, bis ein Spieler drei gültige Antworten gegeben hat. Dabei dürfen vorher genannte Dinge nicht noch einmal genannt werden. Nachdem die Anzahl der zu Beginn festgelegten Runden erreicht ist, endet das Spiel und der Spieler mit der höchsten Punktzahl darf sich Gewinner nennen. Der Fantasie in den Varianten sind keine Grenzen gesetzt, jeder gegen jeden, Team gegen Team oder Paar gegen Paar. Je nach Spieleranzahl sind das Setting und die Spieldauer somit flexibel. Die Zielgruppe hingegen ist, wie der Titel schon offenbart, bei diesem verruchten Spiel im schlichten Design zu Recht auf 18+ festgelegt.

Nur für Erwachsene?

5 Seconds - nicht jugendfrei - Foto von Megableu/Huch

5 Seconds – Nicht jugendfrei ist definitiv kein Spiel für jedermann. Das schnelle Partyspiel macht seinem Namen alle Ehre und lässt so manchen vor Scham in den Boden versinken. Das Spielprinzip ist simpel und schnell zu verstehen, durch den Zeitdruck stehen die Spieler beim Beantworten der Fragen schnell mal auf dem Schlauch oder hauen wirklich witzige Antworten raus. Was in der Familienvariante des Spiels gut funktioniert hat, wurde nun hier als Variante für schlüpfrige Abende aufgepeppt.

Vielleicht bin ich zu prüde oder zum Spiel sollte noch der Schnaps mitgeliefert werden – nüchtern hat mich diese Variante des Spiels leider nicht überzeugen können. Als Unterhaltung während eines Saufgelages oder für #nochinderpubertätsteckendehalbstarke mag 5 Seconds – Nicht jugendfrei der Burner sein, von mir kriegt es leider einen Korb. Obwohl Qualität des Materials und die Variantenvielfalt der Spielregeln überzeugen, sind es einfach nicht meine Fragen. Wer sich aber gerne über Pornodarsteller, Geschlechtskrankheiten oder das Liebesleben anderer Menschen austauscht, darf natürlich zupacken! Wer allerdings auch mal gerne in der Familie spielt oder vor anderen das ein oder andere pikante Detail des eigenen Lebens für sich behalten möchte, sollte sich an 5 Seconds – Nicht jugendfrei lieber nicht die Finger verbrennen. Denn mehr als ein spaßiger, kurzweiliger One-Night-Stand wird dabei nicht herausspringen!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
3-12
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
18+
Spieldauer (Minuten): 
10-30
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Fotos
5 Seconds - nicht jugendfrei - Foto von Megableu/Huch
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