Kakadoo

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 21.01.2012
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Kakadoo von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Tschou Sepp, außerhalb der schweizerischen Landesgrenzen möglicherweise fast besser bekannt als Uno oder Mau Mau, ist ein nettes kleines Kartenspiel. Es ist weit verbreitet, kann dank einfachsten Regeln selbst allfälligen Neulingen rasch erklärt werden und macht anschließend auch den meisten einigermassen Spaß. Ein ideales Spiel also für Reisen und überall, außer man bevorzuge etwas anspruchsvollere Kost.

Kakadoo gehört in dieselbe Kategorie der netten kleinen Kartenspiele, was rasch einleuchtet, baut es doch erkennbarermaßen auf Tschou Sepp und seinen Blutsverwandten auf. Es gilt also Handkarten loszuwerden, bei denen der Wert oder die Farbe der ausgespielten mit der bereits ausliegenden Karte übereinstimmen müssen. Anstatt Zahlenwerte hat Kakadoo dabei Tierarten, für die beim Ausspielen von Karten das zum Tier passende Geräusch nachzuahmen ist, bei Katzen beispielsweise "Miau", bei Ziegen "Määh" und bei Bienen "SummSumm". Identische Tiere unterschiedlicher Farbe können miteinander abgelegt werden, verbunden mit dem jeweiligen Geräusch in derselben Anzahl.

Spezielle Zusatzregeln erschweren das Ganze minimal. Bei Löwen ist nicht zu brüllen, sondern "Hallo, Ihre Majestät!" zu sagen. Rote Spielkarten untersagen bei allen Tieren das jeweilige Geräusch, außer bei Löwen, die weiterhin gegrüßt werden müssen und zwar stehend, allenfalls verbunden mit einer kurzen Verbeugung (man weiß schließlich, was sich gehört). Bei einem oder mehreren Kakadus ("Kakadoo") wird die entsprechende Anzahl Spieler übersprungen, während auf Esel (I-ah") eine komplette Runde lang ausschließlich weitere Eselkarten abgelegt werden dürfen, bis der erste Spieler ein anderes Tier bringt oder aber eine weitere Eselrunde einläutet. Fische haben keine bestimmte Farbe, machen nie Geräusche und erlauben das sofortige Ausspielen einer beliebigen weiteren Karte. Bei der vorletzten Karte ist "Letzte Karte" zu sagen. Wer bei all dem einen Fehler macht, muss vier Strafkarten aufnehmen und wer zuerst keine Karten mehr hat, gewinnt.

Kenner von Tschou Sepp und anderen Spielen derselben Machart finden sich rasch zurecht und alle übrigen eigentlich auch. Wer die Regeln einmal richtig begriffen hat und einigermaßen aufmerksam spielt, begeht normalerweise kaum Fehler. Daran vermögen selbst zwei Profiregeln wenig zu ändern, die bei drei aufeinanderfolgenden Ziegen die Laufrichtung ändern und bei roten Karten allen Spielern eine absolute Schweigepflicht auferlegen bis eine neue Farbe gespielt ist.

Anders wäre das Ganze selbstverständlich, wenn auf Tempo gespielt werden müsste, doch ist das in den Regeln nicht vorgesehen. So haben wir es bei Kakadoo mit einem weiteren netten kleinen Kartenspiel zu tun, das Fans von Tschou Sepp und anderen vergleichbaren Titeln möglicherweise eine hübsche Variation vermittelt, ansonsten aber kaum einen erkennbaren Mehrwert schafft. Das Ganze ist so wesentlich weniger interessant als die bekannten Spiele mit Kakerlaken und anderem Viehzeugs, die auch allzu langes Zögern als Fehler werten und mit Sanktionen belegen. Wer will, kann dasselbe selbstverständlich auch bei Kakadoo einführen. Schliesslich gibt es bei Tschou Sepp und den anderen vergleichbaren Spielen ebenfalls haufenweise Hausregeln aller Art. Man muss sich halt nur zu helfen wissen, wenn ein Spiel mal selber wirklich nicht mehr hergibt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 10
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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