Anno Domini

eine Spielerezension von Michael Weber - 30.06.2001
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Anno Domini - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Anno Domini ist ein kleines Kartenspiel mit großer Wirkung. Ein einfaches Spielprinzip mit schweren Folgen. Inhalt dieses Spieles ist es, Ereignisse zeitlich einzuordnen. Die Spieler müssen Karten ablegen - und zwar so, dass das auf der Karte genannte Ereignis in einer chronologischen Reihenfolge mit den bereits abgelegten Karten steht. Während das am Anfang einer Runde noch recht einfach ist, wird es gerade bei mehreren Spielern immer schwerer. Da lohnt es sich für einen Spieler mal keine Karte zu legen, sondern die Reihenfolge anzuzweifeln. Hat er Recht, wird der vor im an der reihe gewesene Mitspieler bestraft, selbst wenn dieser seine Karte richtig eingeordnet hatte. Immerhin hätte er schon anzweifeln müssen. Hat der anzweifelnde Spieler Unrecht, wird er selbst bestraft, was nur gerecht ist. Man übernimmt folglich gegenüber dem nächsten Spieler immer die Garantie, dass die auf dem Tisch liegende Reihenfolge von Ereignissen richtig ist.

Anno Domini: Bluffen vor Wissen

Hättest Du gewusst, wann Casanova aus den Bleikammern von Venedig geflohen ist? Oder Wann Lucrezia Borgias zweiter Gatte ermordet wurde? Nein? Macht nichts, Hauptsache ist nur, dass auch der Mitspieler nicht weiß, dass Du keine Ahnung hast. Bluffen, Wissen, Zweifeln und ein bisschen Lernen sind elementare Bestandteile dieses schönen Zeitvertreibes. Es gibt inzwischen einige thematisch geordnete Kartenboxen zu kaufen, die man alleine oder getrennt spielen kann. So richtig Spaß macht es aber erst, wenn man eine Sportkarte neben eine Frauenkarte und eine Naturwissenschaftenkarte ablegen muss. Dazu werden die Aktionen der Spieler etwas gefährlich, weil es verschiedene Arten von Zeitangaben auf den Kartenrückseiten gibt. Ein Jahrhundert als Angabe umfasst immerhin einhundert Jahre, während die Tagesangabe ein ziemlich exaktes Datum darstellt. "Um" bedeutet, dass ein Ereignis fünf Jahre vor oder nach der Angabe stattfand. Wenn jetzt "um", Jahrhundert oder Zeiträume mit exakten Angaben kombiniert werden, weiß man bald gar nicht mehrt, ob das Richtige nicht doch falsch ist.

Sehr witziges und leicht erlernbares Spiel, dass als Kommunikationsspiel bei größeren Spielgruppen ganz hervorragend geeignet ist.

Variante zu Anno Domini

Schnell kommt es bei bei dem Spiel zu dem Problem, dass ein Spieler immer wieder gerne anzweifelt. Betroffen davon ist dann immer der gleiche Mitspieler, der direkt vor dem Zweifler am Zug war. Obwohl jeder Spieler die Garantie für die Richtigkeit der ausgelegten Karten übernimmt, ist dies auf Dauer etwas unbefriedigend. Sitzt man neben dem falschen Spieler, wird der Spielspass für den betroffenen Spieler eventuell gehemmt. Daher besteht zumindest beim Spiel zu dritt die Möglichkeit, dass bei falschem Anzweifeln nicht der nach dem zweifelnden Spieler sitzende Mitspieler am Zug ist, sondern der Spieler, der zuletzt am Zug war. dadurch kehrt sich die Zugreihenfolge um und ein anderer Spieler ist von dem ständig zweifelnden Mitspieler betroffen. Diese Variante funktioniert nicht ab vier Personen, da dann die nach dem Zweifler sitzenden Spieler einen Nachteil hätten.

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