Belratti

eine Spielerezension von Arno van Mark - 19.01.2019
  Spiel kaufen kommentieren
Belratti Coverzeichnung - Foto von Mogel Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Schon mal etwas von Wolfgang Beltracchi gehört? Nein? Er war ein Kunstfälscher (heute Maler), der für den größten Kunstfälschungskandal der deutschen Nachkriegszeit verantwortlich war. Besagter Herr Beltracchi war Inspiration für das Kartenspiel Belratti aus dem Mogel Verlag. Autor Michael Loth hat ein kooperatives Kartenspiel entworfen, das für drei bis sieben Spieler ab 9 Jahren geeignet ist und sich in 20 - 45 Minuten spielt. Ob ihm dabei ein Kunstwerk gelungen ist, erfahrt ihr hier.

Wie wird Belratti gespielt?

In Belratti halten die Spieler Kunstausstellungen ab und versuchen dabei, die Fälschungen von Belratti zu entlarven. Obwohl es kooperativ gespielt wird, gib es dabei immer zwei Teams mit unterschiedlichen Aufgaben: Einmal das Team der Museumsleiter (Katz) und das Team der Maler (Eule). Die Rollen(karten) werden abhängig von der Spieleranzahl verteilt. Nach jeder Runde wechseln die Aufgaben. Jeder Spieler erhält dann Handkarten, auf denen alle möglichen Gegenstände von Axt bis Zelt abgebildet sind und deren Anzahl ebenfalls von der Spielerzahl abhängig ist.

Dann kann es schon losgehen. Die Museumsleiter decken vom Nachzugstapel zwei Gegenstände auf. Diese geben das Thema der Ausstellung vor. Zum Beispiel „Hydrant“ und „Teddy“ . Die Maler müssen dann zu diesem Thema Bilder zu finden. Die Anzahl wird von den Museumsleitern bestimmt, je nachdem ob sie meinen, dass die Maler mehr oder weniger dazu passende Karten in der Hand haben. Die Zahl darf zwischen zwei und sieben Karten liegen.

Dann sind der oder die Maler an der Reihe und dürfen sich beratschlagen, wie viele Karten jeder beisteuert. Diese Karten geben sie dann verdeckt den Museumsleitern, die dann noch vier Karten (ebenfalls verdeckt) vom Nachzugsstapel dazu mischen und dann offen auslegen. Die Aufgabe der Museumsleiter ist es nun, die Bilder der Maler zu erraten. Jede richtige Karte bringt einen Punkt für die Spieler, jede Fälschung einen Punkt für Belratti. Hat Belratti sechs Punkte erzielt, endet das Spiel und man kann den Teamerfolg anhand einer beiliegenden Tabelle nachschlagen.

Wie gut ist Belratti als Familienspiel?

Belratti ist in jeder Runde schnell erklärt und kam ausnahmslos in jeder meiner Runden, ob in der Familie oder mit Freunden, mit Alt und Jung, mit Wenig- bis Vielspielern, immer gut an.  Damit kann ich schon mal eine uneingeschränkte Kauf- und Spielempfehlung vorneweg geben.

Tatsächlich begeistert Belratti durch ein Spielprinzip, das zwar leicht an Dixit (Spiel des Jahres 2010) erinnert, aber durch die zwei Teams und das kooperative Zusammenspiel doch einzigartig ist. Da jeder Spieler abwechselnd Bilder zur Auslage beisteuern oder raten darf, gibt es in jeder Runde Belratti genügend Abwechslung, sodass die 30 Minuten, die eine Runde ungefähr dauert, wie im Flug verfliegen. Der Wiederspielreiz ist hoch, wenn man nicht die erhoffte Punktzahl erreicht hat und es besser machen möchte. Durch 168 verschiedene Bilderkarten ist für jede Menge Variation gesorgt. Die kleine Spieleschachtel ist dadurch pickepacke voll. Ein großes Lob an den Mogel-Verlag an dieser Stelle, der damit keine Mogel-Packung anbietet, sondern einen Preis-Leistung Sieger.

Für mich ist Belratti ein Kunstwerk, da es in einer kleinen Schachtel ein großes Spiel verbirgt, welches in jeder kleinen oder großen Runde mit gutgelaunten Leuten nicht fehlen darf. Ganz klar das beste Mitbring-Party-Spiel im Jahrgang 2018! Welche Spiele-Veröffentlichungen 2018 sonst noch angesagt waren, zeigt dieser Magazinbeitrag 'Beliebte Gesellschaftsspiele für Kinder und Erwachsene'.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3-7
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
9
Spieldauer (Minuten): 
20-45
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Belratti Spieleschachtel - Foto von Mogel Verlag
Mehr zum Spiel

Anzeige
kaufen Belratti kaufen bei:
Amazon
Spiele-Offensive

kommentar zum Anfang der Rezension

Kommentare