Tarantel Tango

Ich glaub' ich spinne!

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 18.02.2010
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Tarantel Tango von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Kakerlaken (egal ob Salat oder Suppe) waren gestern, jetzt kommen die Taranteln! Geblieben ist allerdings die Notwendigkeit einer raschen Auffassungsgabe, um im Spiel nicht unter die Räder zu geraten. Auch die äußere Aufmachung der Taranteln kann die Verwandtschaft mit den Kakerlakenspielen kaum verleugnen. Im Unterschied zu dort zeigen die 120 schmalen Spielkarten diesmal aber Tiere anstatt Gemüsesorten. Neu ist ausserdem ein kleines fünfeckiges Tableau, das in die Tischmitte gelegt wird (und das beim Wegräumen nicht richtig in die Spielschachtel passt, was aber höchstens ein ärgerliches Detail ist).

Sämtliche Karten werden gleichmäßig an die Mitwirkenden ausgeteilt, die sie anschließend reihum möglichst rasch wieder loswerden wollen, ohne einen Fehler zu begehen. Dies gelingt, wenn beim Aufdecken und Ausspielen der obersten Handkarte das typische Geräusch des maßgebenden Tieres korrekt nachgeahmt wird. War bei den Taranteln die eigene Karte ausschlaggebend, ist es hier nun jene des vorangehenden Spielers, die bereits auf dem Tisch ausliegt. Auf diese Weise kann jeder beim Aufdecken der eigenen Karte einige Sekundenbruchteile länger überlegen wie zu reagieren ist. Diese kleine, aber sehr weitreichende Änderung entschärft den ganzen Ablauf des Spiels im Vergleich zum gedanklichen Stress und der Hektik der Kakerlakenspiele.

Was genau zu tun ist, ergibt sich aus der Anzahl der kleinen Taranteln, die auf den einzelnen Tierkarten zusätzlich abgebildet sind. Ist dort eine einzige Tarantel zu finden, muss der Laut des Tieres der Spielkarte einmal nachgeahmt und die eigene Karte ein Feld neben der zuletzt abgelegten an das fünfeckige Tableau angefügt werden. Sind zwei Taranteln abgebildet, ist der Laut zweimal zu machen, während bei Tieren ohne Tarantel kein Mucks verlauten darf. Ausserdem gibt es Doppeltierkarten ohne Tarantel. Hier wird die nachfolgende Karte auf das übernächste Feld abgelegt, selbstverständlich auch ohne einen einzigen Laut. Noch anders sind die eigentlichen Tarantelkarten, bei denen jeder Spieler möglichst schnell mit der flachen Hand vor sich auf den Tisch hauen muss. Der langsamste hat sämtliche ausliegenden Karten aufzunehmen, ebenso Spieler, die einen Fehler beim Ablegen ihrer Handkarte gemacht haben. Wer es schafft, als erster seine Handkarten loszuwerden, gewinnt das Spiel.

Was sich möglicherweise relativ unübersichtlich anhört, ist im Spiel selber relativ einfach umzusetzen. Der Blick auf die Karte des vorangehenden Spielers hilft Fehler vermeiden. Einzig bei Tarantelkarten muss anders reagiert werden. Umso schwerwiegender dann natürlich die Konsequenzen, wenn trotzdem Karten aufgenommen werden müssen. Regeln für Fortgeschrittene wie beispielsweise der störrische Esel, der stehen bleibt (die nachfolgende Karte wird nicht aufs nächste Feld, sondern den Esel selber gelegt) oder der freche, alles nachplappernde Papagei (Wiederholen des Tierlauts des Vorspielers) erhöhen zwar den Schwierigkeitsgrad des Spiels, ändern aber nichts an der eigentlich immer ausreichenden Reaktionszeit für alle Beteiligten. Der Tango der Tarantel entpuppt sich so als eine Art Light-Variante der Kakerlakenspiele und hat erkennbar weniger Biss als jene beiden. Eigentlich schade.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
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