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Cluedo: Raub im Museum

Cluedo: Raub im Museum - Ausschnitt - Foto von Hasbro

Der Titel Cluedo: Raub im Museum ist eine von drei Veröffentlichungen von Hasbro Gaming in einer neuen Krimispielreihe. Diese lehnt sich an Escape-Room-Abenteuer an, bietet aber eher Ermittlungsspaß. Es ist irgendwie ein Zwitter aus beiden Welten, aus meiner Sicht überwiegt der Aspekte des Ermittelns.

Weitere Titel aus der Reihe sind Cluedo: Verrat in der Villa sowie Cluedo: Sabotage auf hoher See. Alle drei Ausgaben erinnern an den Deduktionsklassiker, was nicht zuletzt an den bekannten sechs Figuren liegt. Denn der Runde zur Seite stehen auf dem sich modular aufbauenden Spielbrett Oberst von Gatow, Reverend Grün (ehemals Direktor Grün), Baronin von Porz, Fräulein Gloria (ehemals Frau Weiß), Professor Bloom und Dr. Orchidee (ehemals Fräulein Ming). Und, ja, richtig: Eine dieser Figuren ist am Ende Täter in diesem Fall. Allerdings ist das während der Partie nicht von Belang.

Worum geht es bei Cluedo: Raub im Museum?

Alle Gruppenmitglieder spielen zwar eine der Figuren, aber der Ablauf ist kooperativ. Die Geschichte am Anfang ist nicht besonders wichtig, trägt aber zur Atmosphäre bei. Alle sechs Personen haben besondere Einbrecherfähigkeiten. Jede für sich würde nie einen erfolgreichen Diebstahl begehen können. Aber im Team sieht das ganz anders aus. Der eine ist IT-Spezialist, die nächste kann sich akrobatisch verrenken usw.

Diese Fähigkeiten kommen zwar während der Partie zum Einsatz. Allerdings unabhängig von der Spielerin oder dem Spieler. Vielmehr erscheinen in der Geschichte Textsequenzen, wo die betreffenden Figuren ihre Kenntnisse nutzen.

Als Team sind alle sechs angeheuert. Es gilt, in das bekannte Museum „Das Caerulum“ einzubrechen und einen Kunstraub erfolgreich abzuschließen. Aber es kommt, wie es kommen muss. Kaum ist die Gruppe erfolgreich durch die erste Tür, geht das Licht aus … Jetzt gilt es, schnell zu handeln, den Ausgang zu finden und möglichst noch den Raub abzuschließen.

Schon schnell ist aber auch klar: Eine Person der Runde spielt ein falsches Spiel. Daher wird zum Hauptziel der Runde, diese Person zu überführen und die Gründe für das Vorgehen zu finden.

Der Mechanismus von Cluedo: Raub im Museum

Spielerisch bietet Cluedo – Raub im Museum dabei wenig Neues. Wer an der Reihe ist, setzt seine Figur auf eine nummerierte Position auf den Spielplan. Eine dazu passende Karte bietet weitere Instruktionen. Das ist schon alles. So hangelt sich das Team durch die Museumsräume. Dabei kommen immer mehr Teilpläne auf den Tisch.

Cluedo: Raub im Museum - Material - Foto von Hasbro

Während der Partie sammelt die Gruppe gemeinsam Indizien, löst Aufgaben, rekonstruiert Geschehnisse und hört sich Aussagen der Figuren aus der eigenen Gruppe an. Am Ende ergibt sich ein mehr oder weniger klares Bild, wer die Zwielichtige Person der Runde ist und welche Verbrechen diese Person begangen hat.

Karten als Motor für Story und Rätsel

Spielerisch findet alles über Karten statt. Figur auf Feld stellen, Karte ziehen, Text lesen. Die Karten bieten häufig nur Sequenzen der Geschichte oder erklären die Umgebung. Aber sie bringen auch Indizien, Aussagen und Motive auf den Tisch.

Das Herz des Ablaufs sind aber natürlich die Rätsel. Hier mal ein Verbindungsrätsel, dort eine Ableitungsaufgabe und immer mal wieder die Kombination aus Gegenständen bringen die Einbrechertruppe voran. Besonders gelungen sind dabei Kombinationsrätsel. Passen Karten zusammen, ergeben diese einen Code, der wiederum eine Kartennummer ist. Bei anderen sind kleine Aufgaben zu lösen.

Aber Achtung: Hin und wieder sind wirklich Querverbindungen herzustellen. Das ist zwar im Prinzip einfach, aber nicht immer ist der richtige Ansatz sofort offensichtlich. Ein Blick auf das Zusatzmaterial kann dann helfen.

Der Tresormechanismus

Die bisherigen drei Ausgaben der Krimispielreihe unter dem Titel Cluedo beinhalten ein kleines Gimmick. Mal ist es eine Lupe, mal eine Schiffssteuerung. Bei Cluedo: Raub im Museum kommt ein kleiner Minitresorverschluss zum Einsatz. Dieses Kunststoffgerät lässt sich in die richtige Position bringen und bringt die Einbrecher durch Klickgeräusche auf die richtige Spur.

Macht Cluedo: Raum im Museum Spaß?

Am Ende wartet eine ausführliche Auflösung auf die Gruppe. Je nachdem, wie alle gemeinsam die Indizien, Aussagen, Beweise und nicht zuletzt die Zusammenhänge rekonstruiert und bewertet haben, wird jemand überführt. Schon während der Partie lässt sich gemeinsam etwaqs rätseln, wobei es häufig nur wenig Interpretationsspielraum gibt. Und damit sind wir schon bei der Kritik. Denn …

Das starre Konzept schränkt den Spielspaß ein

Leider ist der Spaß bei Cluedo: Raub im Museum begrenzt. Einsteiger werden dennoch Spaß damit haben und sich über die „geführte“ Ermittlung freuen. Wer jedoch schon einmal ein richtiges Escape-Room-Spiel in der Hand hatte wie Unlock, Exit – Das Spiel oder auch Escape Room – Das Spiel, wird nicht nur mit dieser Ausgabe hadern. Denn:

Die gesamte Cluedo-Reihe lässt den Spielerinnen und Spielern leider zu wenig Freiheiten, setzt zu wenig falsche Fährten und ist nicht fordernd genug.

Es ist ein bisschen wie „geskriptetes“ Ermitteln. Abweichungen von dem gedachten Ablauf sind nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Wer zu unsinnige Dinge probiert, begibt sich in einen Bereich außerhalb der Partie. Es passt nicht mehr zum Fall. Und das ist sehr schade und ein enormer Minuspunkt.

Cluedo: Raub im Museum - Schachtel - Foto von Hasbro

Wer es dennoch versuchen möchte, erhält eine schöne Geschichte, die einige kleine Überraschungen bietet. Die Aufgaben sind jedoch mäßig und der Ablauf schon fast zu einfach. Andere Reihen wie die genannten, die zwischen Krimispiel, Escape-Room-Spiel und Abenteuerspiel pendeln, bieten deutlich mehr. Mein Tipp: Allein oder zu zweit spielen.

Infos zu Cluedo: Raub im Museum

  • Titel: Cluedo: Raub im Museum
  • Verlag: Hasbro/Hasbro Gaming
  • Spieleranzahl (von bis): 1-6
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 10
  • Dauer in Minuten: 90
  • Jahrgang: 2022

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